Streit um Hänigser Sportanlage

Bei der Jahreshauptversammlung hat der Vereinsvorstand des TSV Friesen Hänigsen angekündigt, die Sportanlage an der Windmühlenstraße aufzugeben: der stellvertretende Vorsitzende Peter Mehnert (von links), der Vorsitzende Klaus Dahlgrün, Schriftführerin Gisela Fangrat und Mitgliedswartin Bärbel Kraska. (Foto: TSV Friesen Hänigsen)
 
Der neue Leiter der Fußballsparte Nils Bork kritisiert die Pläne des Vereinsvorstands und will sich für den Erhalt der Sportanlage einsetzen. (Foto: Klaus Depenau)

Fußballer des TSV Friesen Hänigsen kämpfen um ihren Verbleib im Verein

Hänigsen (kd/fh). Der TSV Friesen Hänigsen will die Sportanlage an der Windmühlenstraße aufgeben. Das hat der Vereinsvorsitzende Klaus Dahlgrün kürzlich bei der Jahreshauptversammlung angekündigt. "Der Vorstand hat wegen der vielen Missstände vor, die Überlassungsverträge mit der Gemeinde zu kündigen", gab er bekannt. Bei der Fußballsparte, die dort ihr sportliches Zuhause hat, sorgen diese Pläne für Empörung. "Damit wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt", ärgerte sich Frank Bork vom Arbeitskreis Hänigser Stadion, zu dem auch sein Sohn und Spartenleiter Nils Bork sowie Ralf Ketz und die anderen Spartenvorstände gehören. Die angestrebte Kündigung ihrer Sportstätte betrachten die Fußballer als Rauswurf aus dem Verein, auch wenn Dahlgrün beteuert habe, dass dem nicht so sei. "Aber was ist ein Fußballverein ohne Sportanlage?", fragt Spartenleiter Nils Bork rhethorisch.
Auf der Jahreshauptversammlung begründete Klaus Dahlgrün die Entscheidung des Vorstands unter anderem mit der finanziellen Situation. "Die Pflegekosten für die Unterhaltung des großen Geländes sind enorm, auch wenn die Arbeiten ehrenamtlich ausgeführt werden", sagte Dahlgrün bei der Versammlung. Da das Gelände nur noch von der Fußball-Abteilung genutzt werde, sei sie auch alleine für die Unterhaltung zuständig. Alle anderen Sparten sind Dahlgrün zufolge entweder ausschließlich in den Hallen aktiv oder haben sich vor vielen Jahren eigene Sportstätten am Freibad (Tennis) und Schützenplatz (Baseball und Wandern/Freizeit) eingerichtet.
Noch schwerer wiege aber der bauliche Zustand der Anlage. "Das Gebäude müsste dringend saniert werden, die Liste der Mängel an Bauteilen des Geländes ist lang, die Tribüne ist schon gesperrt", zählte er auf. Und bei Schadensfällen seien Haftungsansprüche an den Verein oder an Personen aus dem Vorstand zu befürchten. Dieses Risiko wolle man nicht eingehen. Der Leiter der Fußballsparte Nils Bork widerspricht dieser Darstellung: "Der Öffentlichkeit nun zu suggerieren, dass die Sportanlage marode sei, entspricht überhaupt nicht den Tatsachen", sagt er.
Das treffe lediglich auf das Sportheim und die Tribüne zu, die sich als fest verbaute Bestandteile im Eigentum und damit in der Verantwortung der Gemeinde Uetze befänden. "Die zu bespielenden Rasenplätze und Zuwegungen sind durch unsere freiwilligen Helfer, die sich als 'Rentnerband' bereits einen Namen gemacht hat, in einem hervorragenden Zustand", fügt Frank Bork hinzu.
Die Fußballsparte setze alles daran, Teil des TSV Friesen Hänigsen zu bleiben. Dabei gehe es ihnen nicht darum, von anderen Sparten oder dem Gesamtverein subventioniert zu werden. Man wolle sich in jedem Fall aus eigener Kraft finanzieren. "Die von Klaus Dahlgrün vorgeschlagene Variante, einen neuen Verein zu gründen, ist von den Fußballern nicht gewollt und wäre nur die letzte aller möglichen Lösungen", betonte Frank Bork.
Nach Einschätzung des Spartenvorstands sei die Aufgabe der Sportanlage und damit das Aus für den Hänigser Fußball aber noch abwendbar. Zwar seien durch die neue Sportförderverordnung der Gemeinde Uetze Zuschüsse zur Erhaltung der Sportanlage gestrichen worden. "Das bedauern wir. Da wir als Fußballsparte in den vergangenen Jahren aber gut gewirtschaftet und immer schwarze Zahlen geschrieben haben, können wir mit dem Generieren weiterer Geldquellen die fehlenden Mittel wieder ausgleichen", zeigt sich Frank Bork optimistisch.
Außerdem seien die Fußballsparte und der Arbeitskreis Hänigser Stadion bereits im Gespräch mit der Gemeinde Uetze, um den Bau einer neuen Sportanlage voranzutreiben. "Die Gemeinde hat uns signalisiert, dass wir für einen Neubau Zuschüsse beantragen können", so Frank Bork.
Der Vereinsvorstand wollte dazu auf Nachfrage des Marktspiegels inhaltlich nicht Stellung nehmen. "Wir wollen uns zum jetzigen Zeitpunkt zu den Vorwürfen nicht äußern, da wir für kommenden Mittwoch zu einer erweiterten Vorstandssitzung eingeladen haben, wo wir uns dann mit den Mitgliedern des Vereinsvorstandes und allen Abteilungsleitern ausführlich mit der Thematik beschäftigen werden", begründete der stellvertretende Vereinsvorsitzende Peter Mehnert.