Spielabbruch nach Ausraster

In der Partie beim TSV Friesen Hänigsen beleidigt und bedroht Kleinburgwedels Torhüter den Schiedsrichter nach einem Elfmeterpfiff verbal

HÄNIGSEN (kd). Zu einem Spielabbruch kam es am vergangenen Sonntag in Hänigsen. Im Spiel der 1. Kreisklasse, Staffel 1, zwischen dem Tabellenelften TSV Friesen Hänigsen und dem Spitzenreiter TSV Kleinburgwedel beendete Schiedsrichter Dirk Bierkamp von der TSV Burgdorf nach 24 Minuten beim Stande von 0:0 vorzeitig die Partie. Vorausgegangen war ein Elfmeterpfiff gegen die Gäste: Mit einem Strafstoß und einer gelben Karte ahndete der Unparteiische das Foulspiel von Kleinburgwedels Torhüter Mohammed Zardasht an Hänigsens Ibrahim Konde.
Was danach folgte, hatte im entferntesten nichts mehr mit sportlichem Anstand oder Fairness zu tun. "Unser Torhüter Mohammed Zardasht ist leider völlig ausgerastet und hat verbal die schlimmsten Beleidigungen und auch Drohungen gegen den Schiedsrichter ausgesprochen, wofür er dann zu Recht die Rote Karte kassierte. An Dirk Bierkamps Stelle hätte ich unseren Torhüter ebenfalls des Feldes verwiesen und auch das Spiel abgebrochen", gab selbst Kleinburgwedels Trainer Cevdet Dönmez zu. Merklich geschockt kündigte er an: "So lange ich Trainer beim TSV Kleinburgwedel bin, wird Mohammed Zardasht nicht mehr bei mir Fußball spielen."
Der sportliche Leiter des TSV Hänigsen, Sven Heinemann, war selbst als Spieler auf dem Feld und berichtet: "Kleinburgwedels Torwart konnte sich selbst nach dem Spielabbruch nicht beruhigen und attackierte weiter den Schiedsrichter." Es sei dem umsichtigen Verhalten der anderen Spieler beider Mannschaften zu verdanken gewesen, dass der Schiedsrichter vor zu befürchteten Angriffen des Kleinburgwedeler Torwarts geschützt worden sei. "Dabei hätte Mohammed Zardasht eigentlich von Glück sagen können, dass er für sein brutales Einsteigen - mit beiden Beinen voraus - gegen unseren Spieler Ibrahim Konde vom Schiedsrichter nur die gelbe und nicht die Rote Karte sah", fand Heinemann.
Zunächst hatte Staffelleiter Volkmar Grotheer aus Hänigsen zum Unverständnis der meisten Beteiligten das abgebrochene Spiel für Donnerstag, 31. Oktober, neu angesetzt. Nach heftigen Protesten wurde diese Entscheidung des Staffelleiters am Donnerstag, 10. Oktober, wieder rückgängig gemacht und das Spiel erwartungsgemäß wieder abgesetzt. Nun müssen der Spielausschuss oder gar das Sportgericht über die Wertung des abgebrochenen Spiels entscheiden, deren Ausgang an und für sich mit einer Punktwertung für die "Friesen" klar sein müsste.