Zuschuss für das "Blaue Haus"

Der Bund bezuschusst die Sanierung des Blauen Hauses in Dollbergen. (Foto: Archiv/Dana Noll)

Der Heimatverein Dollbergen erhält Fördermittel vom Bund

Dollbergen (fh). Für die Sanierung des „Blauen Hauses“ erhält der Heimatverein Dollbergen rund 36.000 Euro vom Bund. Das Fördergeld stammt aus einem Sonderprogramm zum Denkmalschutz. Der Heimatverein will die alte Holzschule wieder instandsetzen und sie als Dorfbegegnungsstätte einrichten. Dort könnten dann Veranstaltungen, Ausstellungen, Kurse, Spieleabende und vieles mehr stattfinden. Das Obergeschoss soll künftig als Vereinsarchiv dienen, in dem Dokumente aus der Dorfgeschichte aufbewahrt werden.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch lobt das Engagement des Heimatvereins Dollbergen. „Der Erhalt einer denkmalgeschützten Immobilie unterliegt strengen Regularien und ist besonders für Ehrenamtliche mit vielen Hochs und Tiefs verbunden. Umso mehr begrüße ich nun die Bewilligung der Fördermittel“, sagt er. Der Vereinsvorsitzende Henning Rase und sein Team hätten mit ihrem unermüdlichen Einsatz dafür gesorgt, dass das Haus in einem guten Zustand sei und auch langfristig für das Dorf erhalten und weiter nutzbar gemacht werden könne.
Der Vorstand des Heimatvereins rechnet für die Sanierung mit Gesamtkosten von rund 250.000 Euro. In den nächsten Wochen erwartet er Rückmeldungen vom Land und von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, wo er ebenfalls Fördermittel für die Denkmalpflege beantragt hat. Zusammen mit dem jetzt bewilligten Geld vom Bund würden sie sich auf insgesamt 90.000 Euro summieren. Außerdem hofft der Heimatverein auf einen Zuschuss von der Aktion Mensch für den behindertengerechten Ausbau der Toiletten und auf Unterstützung von der Bingo-Umweltstiftung. Ob auch die Leader-Region Aller-Fuhse-Aue etwas beisteuern kann, ist noch offen und hängt von ihrem verbleibenden Budget ab.
Unabhängig davon, ob die Finanzierung schon komplett gesichert ist, soll der Umbau nach Möglichkeit in diesem Jahr beginnen. „Eigentlich wollten wir schon im vergangenen Herbst loslegen“, so Rase. Doch aufgrund der Corona-Epidemie waren Treffen der Vereinsmitglieder für die geplanten Eigenarbeiten nicht möglich. Außerdem wurden auch die Fristen für die Förderanträge nach hinten verlegt.
Das „Blaue Haus“ wurde 1950 als sogenannte Behelfsschule gebaut, weil in Dollbergen viele Kriegsflüchtlinge unter anderem aus Schlesien aufgenommen wurden und die Einwohnerzahl dadurch rapide angestiegen war. Später wurde das Gebäude als Jugendheim und Bewegungsraum für die Kinder des angrenzenden Kindergartens genutzt. Zuletzt, von 2015 bis Anfang 2017, diente es als Flüchtlingsunterkunft. In der Region Hannover ist das „Blaue Haus“ die einzige Behelfsschule aus der Nachkriegszeit, die nicht abgerissen wurde und bis heute erhalten ist. Deshalb steht es seit Oktober 2018 unter Denkmalschutz.