Zuschüsse für den MTV Dedenhausen

Der MTV Dedenhausen bekommt dieses Jahr die halbe Sportförderung für seine Fußballplätze.

Verein bekommt dieses Jahr die halbe Förderung für seine Fußballplätze

Dedenhausen (fh). Der MTV Dedenhausen bekommt in diesem Jahr wieder Geld von der Gemeinde. Der Rat hat bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass der Sportverein vorübergehend die Hälfte der Zuschüsse für seine Fußballplätze erhält. Nachdem die Kommunalpolitiker Ende 2019 eine neue Sportförderlichtlinie verabschiedet hatten, ist der MTV in den zurückliegenden beiden Jahren leer ausgegangen. Denn demnach zahlt die Gemeinde die fußballspezifischen Zuschüsse nur noch an Vereine aus, die mindestens vier Mannschaften haben.
Der MTV Dedenhausen ist derzeit der einzige Verein in der Gemeinde, der dieses Kriterium nicht erfüllt. Er hat drei Mannschaften, die Kinder und Jugendlichen trainieren im benachbarten Eltze. „Bis 2019 haben wir jährlich 7500 Euro von der Gemeinde erhalten. 2020 und 2021 waren es jeweils nur rund 800 Euro. Rasenpflege, Reparaturen und Instandhaltung mussten wir deshalb überwiegend aus eigener Tasche zahlen“, so die Vorsitzende Sylvia Knapek-Wodausch. Dieses Jahr stünden dem Verein nun insgesamt 2875 Euro zu. „Damit können wir wieder ein bisschen aufatmen und nach vorne schauen“, so Wodausch.
Das Geld reiche aber bei Weitem nicht aus, um alle Kosten zu decken. Zudem sei die Förderzusage auf dieses Jahr beschränkt, biete also keine Sicherheit für die Zukunft. „Wir sind weiter im Gespräch mit den Politikern und arbeiten an einem Konzept für eine langfristige Lösung“, so Wodausch. Dieses solle bis spätestens Ende März der Gemeinde und den politischen Gremien vorgelegt werden.
Die Kommunalpolitiker dringen darauf, dass der MTV Dedenhausen seine Sportanlage in Eigenregie übernimmt, so wie beispielsweise der SV Uetze 08 oder der TSV Dollbergen. „Das würde die Verwaltung entlasten, weil Planung und Umsetzung von Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen dann Sache des Vereins wären“, begründet der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernstfried Langer. Dafür sollten dann künftig wieder Zuschüsse gewährt werden, stellen die Fraktionen in Aussicht.
Weil der Verein jetzt an einem entsprechenden Konzept arbeite, solle er übergangsweise unterstützt werden, heißt es aus dem Rat. Deshalb auch die Befristung bis zum Jahresende. „Wir kommen dem Verein damit ein Stück entgegen und hoffen, dass er jetzt auch in die Strümpfe kommt und sich auf uns zubewegt“, sagt Oliver Wempe von den Freien Wählern.
Die anderen Fraktionen äußern sich ähnlich. „Damit bekommt der Verein erst einmal etwas Luft, um sich mit dem neuen Konzept auf den Weg zu machen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Rentz. Auch die Fraktion aus Grünen und Linken hat zugestimmt. „Wir wollen damit ermöglichen, dass die Sportanlage in Dedenhausen nicht nur als Bolzplatz, sondern auch als Wettkampfanlage erhalten bleibt. Einen Königsweg gibt es bei diesem Thema nicht“, so der Fraktionsvorsitzende Michael Klages.
Mit dem jetzigen Beschluss solle die Reform der Sportförderung nicht zurückgenommen oder aufgeweicht werden, heißt es unisono aus den Ratsfraktionen. Grundsätzlich sei der eingeschlagene Weg richtig und solle fortgesetzt werden. Die halben Zuschüsse seien eine Übergangslösung, um dem Verein eine Brücke zu bauen.
Erklärtes Ziel der 2019 beschlossenen Förderrichtlinie sind nicht nur Einsparungen für die Gemeindekasse, sondern vor allem auch eine Umverteilung der Mittel. Die vorherige Regelung habe die Fußballvereine gegenüber anderen Sportarten bevorzugt, so das Argument. Nun können beispielsweise auch Schützen und Reiter Zuschüsse zu ihrer Anlage bekommen. Außerdem ist eine spezifische Unterstützung für die Jugendarbeit der Sportvereine vorgesehen.
Der Sportring Uetze kritisiert die Neuregelung hingegen als „Lex anti Dedenhausen“, weil sie einzig dem dortigen Sportverein den Geldhahn zudrehe. „Die Untergrenze von vier Mannschaften ist in Deutschland einzigartig“, sagt der Vorsitzende des Sportrings Herwig Bauschmann. Es sei zwar zu begrüßen, dass Politik und Verwaltung nun nachsteuerten. Allerdings gehe der Beschluss nicht weit genug.
Bauschmann kritisiert, dass für Vereine mit weniger als vier Mannschaften, also namentlich den MTV Dedenhausen, nur die halben Zuschüsse vorgesehen sind. „Der Rasen wächst bei drei Mannschaften genauso schnell wie bei vier Mannschaften und muss entsprechend gepflegt werden“, argumentiert er. Und auch die Befristung bis zum Jahresende ist ihm ein Dorn im Auge. Stattdessen hält er an seiner Forderung fest, die Vier-Mannschaften-Regelung vollständig und dauerhaft zu streichen. „Diese Ungerechtigkeit muss endlich behoben werden“, so Bausch­mann.