Zeugnisse per Bringdienst

Lehrerin Claudia Thode übergibt dem Fünftklässler Djan-Lion Krämer seinen ersten Lernentwicklungsbericht. (Foto: AWG)

Lehrer der Aurelia-Wald-Gesamtschule besuchen ihre Schüler im Home-Schooling

Uetze (r/fh). Die Schüler haben jetzt das erste Halbjahr geschafft - und das insbesondere in den zurückliegenden Wochen wieder unter erschwerten Bedingungen. Wegen der Corona-Epidemie müssen auch an der Aurelia-Wald-Gesamtschule in Uetze viele derzeit zu Hause lernen. Lediglich im zehnten Jahrgang, der kurz vor dem Abschluss steht, sind die Klassen jeweils halbiert und kommen im Wechsel in die Schule, sodass sie auch ihre Halbjahreszeignisse vor Ort erhalten können.
Der kommissarischen Schulleiterin Ria Loosveld und den Lehrern war es aber wichtig, auch allen anderen Schülern die Zeugnisse und Lernentwicklungsberichte persönlich zu überreichen. "Wenn die Schülerinnen und Schüler nicht in die Schule kommen sollen, dann muss die Schule eben zu ihnen kommen", entschieden sie.
Deshalb haben die Lehrer die Schüler der fünften bis siebten Klassen einzeln zu Hause besucht und ihnen mit Abstand und Maske ihre Lernentwicklungsberichte überreicht. Darin werden die Leistungen und Fortschritte der Kinder in Textform beschrieben. Noten gibt es an der Aurelia-Wald-Gesamtschule erst ab der achten Klasse. "Manchmal wurde mein Ankommen schon aus dem Fenster beobachtet, weil die Kinder es kaum abwarten konnten. Ich bin immer noch total begeistert, wie super unsere Idee aufgenommen wurde. Und vor allem freue ich mich, meine Stammgruppe mal wieder in 3D gesehen zu haben!“, sagt Claudia Thode, Jahrgangsleiterin des fünften Jahrgangs.
Für die achten und neunten Klassen hat die Schule einen anderen Weg gewählt. Dort setzen sich die Lehrer mit ihren Schülern zeitlich versetzt in Freundschafts-Kleingruppen zusammen und überreichen ihnen dann die Zeugnisse. "Insbesondere dem 8. Jahrgang, der seine ersten Notenzeugnisse erhält, soll so die Möglichkeit gegeben werden, erst einmal in Ruhe einen Blick auf das Zeugnis werfen zu können und diesen besonderen Moment ganz für sich zu haben – so, wie es auch ohne die Pandemie der Fall wäre. Ein bisschen Alltag in diesen unruhigen Zeiten", betont Loosveld.