Wohnen an der Bockwindmühle

Auf der Freifläche neben dem Pflegewohnstift an der Bockwindmühle soll ein neues Baugebiet entstehen.
 
Auf dem Gelände könnten vier Mehrfamilien- und elf Einfamilienhäuser Platz finden.

Privater Investor will Ein- und Mehrfamilienhäuser bauen / Auch eine Kita ist vorgesehen

Hänigsen (fh). Neben dem Pflegewohnstift an der Bockwindmühle soll in Hänigsen ein neues Wohnbaugebiet entstehen. Die Freifläche zwischen Liegnitzer Straße, Mühlenweg und Allensteiner Straße wurde früher landwirtschaftlich genutzt und liegt jetzt brach. Dort könnten elf Einfamilien- und vier Mehrfamilienhäuser sowie eine Kindertagesstätte Platz finden. „In Hänigsen gibt es eine große Nachfrage sowohl nach Wohneigentum als auch nach Mietwohnungen. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass wir nach langer Zeit wieder neues Bauland bekommen, auf dem beides Berücksichtigung findet“, sagt Ortsbürgermeister Norbert Vanin.
Dabei freue es ihn besonders, dass eine Freifläche inmitten der vorhandenen Bebauung genutzt werde, anstatt immer neue Flächen im Außenbereich zu erschließen. Das sei im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes und der Dorfentwicklung sinnvoll. „Außerdem begrüße ich es, dass auch der Bau einer Kita vorgesehen ist. Denn wir brauchen im Bereich Hänigsen, Obershagen und Altmerdingsen dringend zusätzliche Betreuungsplätze, erst recht wenn in das neue Wohngebiet weitere junge Familien ziehen“, so Vanin.
Das Planungsgebiet ist insgesamt rund zwei Hektar groß. Darin sind aber auch bereits bebaute Grundstücke am Mühlenweg und die Verkehrsflächen enthalten. Die neue Siedlung wird von der Liegnitzer Straße mit einer Sackgasse erschlossen, die mit einem Wendehammer abschließt. Übrig bleibt eine Fläche von etwa einem Hektar, die neu bebaut werden kann.
Das Areal wird nicht von der Gemeinde selbst entwickelt und vermarktet, sondern von der Hänigsener Wohnbau GmbH als privatem Investor. Die Geschäftsführer Michael Ranneck und Güle Ediz sind beide in der Ortschaft verwurzelt. „Sie sind als Schüler hier aufgewachsen und in der Region geblieben“, sagt Vanin. Ranneck baut auch die Reihenhäuser neben dem Netto-Markt an der Altmerdingser Straße.
Ein Entwurf für den Bebauungsplan liegt bereits vor und Anfang Dezember haben die Uetzer Kommunalpolitiker im Verwaltungsausschuss beschlossen, ihn öffentlich auszulegen. „Wir hoffen, dass es zügig weitergeht und Ende 2022 die ersten Bauarbeiten beginnen können“, sagt Vanin.
Der Ortsrat Hänigsen hatte bereits im Juli erstmals über den Bebauungsplan beraten, doch da erschien den Politikern vieles noch zu vage. „Es fehlten beispielsweise Vorgaben zur maximalen First- und Traufhöhe, zur Dachneigung und den Dachfarben“, so Vanin. Außerdem forderte der Ortsrat aus ökologischen Gründen zusätzliche Pflanzstreifen. Nachdem sich auch der Planungsausschuss des Rates dieser Auffassung angeschlossen hatte, trug die Gemeindeverwaltung den Investoren auf, die Pläne noch einmal zu überarbeiten. „Sie haben unsere Wünsche im Wesentlichen übernommen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, resümiert Vanin.
Einzig im Bezug auf die Nutzung erneuerbarer Energien bleibt die Formulierung hinter der Forderung der Kommunalpolitiker zurück. Es wird lediglich festgelegt, dass baulich die Voraussetzungen beispielsweise für Solaranlagen und Wärmepumpen geschaffen werden müssen. Deren tatsächlicher Einbau könne aus planungsrechtlichen Gründen nicht vorgeschrieben werden.