Wer beim Hänigser Schützenfest nicht mitfeiert, ist selber Schuld

Volkskönigin Angelika Zweig ist mit ihrer Königsscheibe eingerahmt von der Zweitplatzierten Petra Klinger (r.), dem Dritten Karsten Zellmer (2.v.l.) und Klaus Depenau (li.), der den Ortsratpokal gewann. (Foto: Holger Staab)
 
Jungschützenkönig Rafael Wiedemeier bekommt die roten Schulterklappen verpasst. Jörn Kindel und Thomas Fistler helfen tatkräftig. (Foto: Holger Staab)

Bürgerschützenverein Hänigsen verzeichnete wieder starke Beteiligung zur „Fünften Jahreszeit“

HÄNIGSEN (hs). In Hänigsen gehen die Uhren ein wenig anders, das beweist alljährlich das traditionelle Volks- und Schützenfest. Die Bürgerschützen sorgten am vergangenen Wochenende, und auch noch am Montag beim Anbringen der Königsscheiben, für tolle Stimmung. Denn beim Hänigser Schützenfest gibt es Bräuche, die sonst selten im Schützenwesen auftauchen. Daher ist die Beteiligung am Fest immer etwas ganz Besonderes.
Schon die Teilnehmerzahl beim Schießen auf die Scheibe der Damenbesten zeigt die Bedeutung des Festes. Allein auf diese Scheibe legten 120 Teilnehmerinnen an. Aber auch die Beteiligung auf die Kinder-, Jungschützen- und Bürgerkönigsscheibe war klasse. So wurde auch der Kommers am Samstagnachmittag in einem gut gefüllten Zelt zu einer stimmungsvollen Veranstaltung. Dabei hatte der 1.Vorsitzende Achim Schacht alle Hände voll zu organisieren, denn als letztjähriger Bürgerkönig hatte er zwei Ämter zu erfüllen. Mit Witz und Souveränität hielt er die Spannung bis zur Bekanntgabe der Majestäten jedoch hoch und die Gesellschaft bei guter Laune.
Immerhin waren viele Ehrungen vorzunehmen, unter anderem wurden Heinrich Brandes, Heinrich Mundt und Heinrich Schaprian für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Vom Niedersächsischen Sportschützenverband bekamen Melanie Kindel, Olaf Kobbe und Jörn Kindel die Ehrennadel in Silber überreicht. Schützensenator Helmut Rischmüller ließ es sich nicht nehmen, die Ehrungen vorzunehmen.
Das Hänigsen im Schützenbereich einzigartig ist, zeigen einige weitere Faktoren. In den meisten Schützenvereinen wird der Anfeuerungsruf „Gut Schuss“ ausgerufen. In Hänigsen heißt es „Gut Ziel“ und bei den Bogenschützen „Alle ins Gold“. In Hänigsen werden die Könige im Wechsel nach Ring und nach Teiler ausgeschossen. In einem Jahr ist der beste Schuss entscheidend, im anderen Jahr die beste Gesamtleistung. So haben auch nicht so gute Schützen die Möglichkeit, mit etwas Glück als Majestät gefeiert zu werden. In Hänigsen bekommen alle Könige rote Schulterklappen für die Uniform überreicht, die sie sofort als Majestäten erkennen lassen.
Auch bei den Schießwettbewerben fallen einige Besonderheiten auf. Es wird sogar die gefährlichste (schlechteste) Schützin, in diesem Jahr Maria Schreiber, geehrt oder bei den Bürgerschützen der Schlumppokal ausgeschossen. Den gewann in diesem Jahr ausgerechnet Ortsbürgermeister Heinrich Bühring, der alle drei Schüsse neben das „Schwarze“ setzte und damit die optimale Voraussetzung für den Schlumppokal erbrachte.
Die diesjährigen Gewinner der Königsscheiben sind Kinderkönigin Nadine Meyer, Bogenkönig Frank Runge, Volkskönigin Angelika Zweig, Damenbeste Heike Bade, Jungschützenkönig Rafael Wiedemeier und Bürgerschützenkönig Henning Brandes.
Am Samstagabend sorgten die Nerbas & Nerbas aus Hänigsen, wie auch an den anderen beiden Festabenden, für viel Stimmung. Das Festzelt war brechend voll und die Schützen feierten ihre Könige bis in die frühen Morgenstunden.
Die lange Nacht machte allen Beteiligten aber nichts aus, denn bereits am nächsten Morgen war das Zelt beim Zeltgottesdienst wieder gut besucht. Auch wenn sich das Wetter am Sonntag nicht mehr von seiner guten Seite zeigte, war der traditionelle Umzug wieder ein Highlight des Festes. Über 40 Abordnungen mit geschmückten Wagen, Vereine und Musikgruppen sorgten für einen farbenprächtigen Umzug. Die Könige wurden in Pferdegespannen und Cabriolets kutschiert und viele Besucher standen an den Straßenrändern. Da wurde die Aussage von Bürgermeister Brandes vom Kommersabend „Wir sind der Vorzeigeort der Gemeinde Uetze“ Wirklichkeit.
Mit einer weiteren Besonderheit für Hänigsen schloss der Verein dann am Montag sein Schützenfest, denn erst am Montag wurden die Scheiben der Könige zum Anbringen zu den jeweiligen Majestäten gebracht.