Wellengang im Kirchenschiff

Gott teilte die Wasser: Johanna (Mitte) kann das auch, und schon drapieren sich die zuvor hohen Wellen sternförmig, denn Ronja, Cara, Nenya, Hardi, Carolin, Iven, Jannick, Jonte und Luke wissen, was sie als Wasser und Wind zu tun haben. (Foto: Susanna Veenhuis)

Kinder-Theaterprojekt des Kirchenkreisjugenddienstes und der Gemeinde Hänigsen-Obershagen kommt morgen zur Aufführung

HÄNIGSEN (sv). Mit extrem hohem Wellengang ist morgen in der Hänigser Kirche zu rechnen. Auch seltene Tiere und Pflanzen werden sich dort tummeln, und sogar deren Schöpfer wird zugegen sein. Deshalb brauchen sich die Kirchenbesucher aber nicht mit Gummistiefeln oder gar Schlauchbooten auszurüsten, denn Wellen und Wind, Wald und Wesen werden von Hänigser Kindern dargestellt.
27 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren sind der Einladung des Kirchenkreisjugenddienstes zu dem Theaterprojekt gefolgt, um die Schöpfungsgeschichte spielerisch umzusetzen. Fünf Tage lang von Mittwoch bis zum heutigen Samstag haben sie im Haus der Begegnung jeweils rund fünf Stunden lang fleißig darauf hingearbeitet. Am morgigen Sonntag, 20. Oktober, werden sie das Stück „Geschenkt! Eine Handvoll Erde“ dann ab 15 Uhr in der Hänigser Kirche, An der Kirche 1, aufführen.
In Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Dollbergen-Schwüblingsen, Uetze-Katensen und Hänigsen-Obershagen bietet der Jugenddienst zum zweiten Mal die KinderTheaterTage an. Mit Unterstützung von insgesamt 18 Teamern studieren die Teilnehmer nicht nur die unterschiedlichen Rollen ein, sondern basteln auch die Masken und Kostüme und bauen die Kulissen. In die drei Gruppen Licht, Land und Meer aufgeteilt, erarbeiten sich die jungen Darsteller das Stück und erfinden eigene Dialoge für die Sprechrollen.
Auch das Stück selbst ist eine Eigenkreation: Diakonin Wanda Gödeke vom Kirchenkreisjugenddienst und ihr angehender Berufskollege Niklas Renken haben die biblische Schöpfungsgeschichte in eine für Kinder gut verständliche Spielform mit klarer Bildersprache gebracht, in der neben einer fröhlichen Sonne und einem mürrischen Mond auch mal Gott selber aktiv wird. Neben Gödeke und Renken sind auch Pastor Steffen Lahmann, Karin Lawrenz und Karin Rentz für die Organisation verantwortlich.
Zusätzlich zu der intensiven Vorbereitung für die Aufführung gehört auch das eine oder andere Spiel draußen zum Austoben und Auslüften zu dem Projekt. Und ein kräftiges und gesundes Mittagessen mit saisonalen, biologisch erzeugten Zutaten aus der Region. „Schließlich wollen wir den Begriff 'Wahrung der Schöpfung' hier auch leben“, sagt Pastor Lahmann, der den Pfannenwender für die Reispfanne schwingt. Neben den allseits beliebten Nudeln mit Tomatensoße stehen auch Pellkartoffeln mit Quark und für Sonntag Frikadellen auf dem Speiseplan.
„Schon beim letzten Mal haben wir festgestellt, wie die Kinder jeden Tag ausdrucksstärker werden und immer mehr in ihren Rollen aufgehen“, sagt Wanda Gödeke. Der theaterpädagogische Effekt sei enorm, die Kinder würden sehr an Selbstbewusstsein gewinnen. „Und vor so vielen anderen auf einer Bühne stehen, das muss man erstmal bringen, dazu gehört viel Mut!“
Bestenfalls der Authentizität wegen könnten Besucher am Sonntag gern Schlauchboote oder anderes in die Kirche mitbringen. Es ist zwar nicht nötig, aber bestimmt lustig.