Wasser als knappes Gut

Der Uetzer Bürgermeister Florian Gahre und Regionspräsident Steffen Krach unterschreiben den Kooperationsvertrag.

Regionspräsident Steffen Krach und Bürgermeister Florian Gahre unterschreiben Kooperationsvertrag

Uetze (fh). Mit einem Modellprojekt wollen die Gemeinde Uetze und die Region Hannover eine ganz konkrete Folge des Klimawandels vor Ort in den Blick nehmen: Sie suchen Lösungen, wie sich in heißen und trockenen Sommern die Feldbewässerung der Landwirte und die Wasserversorgung für die Bevölkerung in Einklang bringen lassen? „Um dem Klimawandel zu begegnen, bedarf es Reaktionen, die an die lokalen und regionalen Verhältnisse angepasst sind. Wir werden auch beim Umgang mit der Ressource Wasser umdenken müssen“, betont der neue Regionspräsident Steffen Krach.
Zu seinem Antrittsbesuch im Uetzer Rathaus hat er am Montag die offizielle Kooperationsvereinbarung für das Projekt mitgebracht und sie zusammen mit Bürgermeister Florian Gahre unterschrieben. Nun warten sie noch auf die Förderzusage vom Bundesumweltministerium, damit es losgehen kann. Projektstart ist dann voraussichtlich frühestens im Sommer 2022.
Die Chancen auf die Förderung stünden gut. Denn das Projekt hat bereits die zweite Runde des Auswahlverfahrens erreicht und es bestehe ein enger Austausch mit dem Projektträger Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG), der die Förderrichtlinie im Auftrag des Bundesumweltministeriums betreut. Auf dessen Rat hin haben Region und Gemeinde die Projektdauer von zwei auf drei Jahre verlängert und den Eigenanteil der Region an den Projektkosten erhöht. Von den insgesamt 444.000 Euro würde das Bundesumweltministerium nach der neuen Berechnung etwa 290.000 Euro übernehmen und die Region 155.000 Euro. Die Gemeinde Uetze muss sich finanziell nicht beteiligen. Die Regionsversammlung hat das Budget bei ihrer jüngsten Sitzung bereits bewilligt.
Von dem Geld soll unter anderem eine Projektstelle geschaffen werden, die den Prozess koordiniert und die unterschiedlichen Akteure einbindet. So ist beispielsweise ein Runder Tisch mit Landwirten, Wasserverbänden, Forstwirten, Naturschützern und weiteren Betroffenen geplant. „Unsere Landwirte brauchen Wasser, um die sandigen Böden ackerbaulich nutzen zu können, aber es gibt auch andere, vielfältige Ansprüche an die Wasserversorgung“, sagte Bürgermeister Gahre. So werde im Gemeindegebiet Trinkwasser gewonnen und der Irenensee sowie die Spreewaldseen dienten als Naherholungsgebiet.
Zu diesem Ergebnis ist auch die Region Hannover in ihrem Klimafolgeanpassungskonzept gekommen. Dafür wurden die Bedingungen in den 21 zugehörigen Städten und Gemeinden analysiert. In Uetze sei in Hitzesommern eine Konkurrenz zwischen Landwirtschaft, Gewässerschutz, der Wasserwirtschaft sowie der Trinkwasserversorgung zu erwarten, heißt es dort. Und das sei keine ferne Zukunftsmusik, sondern trete bereits deutlich zutage. „Drei trockene Jahre in Folge haben den Grundwasserspiegel im Nordosten der Region inzwischen gefährlich sinken lassen“, so Gahre.
Das Projekt firmiert unter dem etwas sperrigen Arbeitstitel „Gemeinsames Handeln im Klimawandel: Klimaangepasstes regionales Wassermanagement für Landwirtschaft“ (GeHaKliWaL). Für Uetze sei das Thema besonders relevant, aber auch andere Bereiche der Region Hannover seien betroffen. „Das Projekt kann deshalb auch ein Modell für weitere Kommunen sein“, betont Krach.