Von der Rückkehr ins Leben

Die Vorsitzenden der AsF Uetze Franziska Greite-Schillert (von links) und Thordies Hanisch begrüßen die Hänigser Therapeutin Merle Meier zu der Lesung. (Foto: AsF Uetze)

Die Hänigser Psychotherapeutin Merle Meier spricht über ihre Depression, ihren Selbstmordversuch und ihren Weg zum Glück

UETZE (r/fh). Mucksmäuschenstill war es zeitweise, so sehr hat die Hänigserin Merle Meier mit ihrer Lesung Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann gezogen. Über 50 Gäste waren der Einladung der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Uetze gefolgt und konnten von den Vorsitzenden Thordies Hanisch und Franziska Greite-Schillert im Familienhaus Uetze begrüßt werden.
Authentisch schilderte Merle Meier, wie die Krankheit Depression, in ihr junges Leben kam und sie schließlich mit 18 Jahren zum Selbstmordversuch getrieben hat. Mit Zitaten aus ihrem Buch „Mein Selbstmord war mein Anfang“ ließ sie die Gäste an ihrer damaligen Gefühlswelt teilhaben. Dazwischen erklärte sie aus der Sicht der Therapeutin, die sie heute ist, was damals in ihr vorging. Immer wieder forderte sie ihr Publikum erfolgreich auf, Gedanken laut werden zu lassen, Fragen zu stellen, das Gehörte zu kommentieren.
Merle Meier überlebte den Suizidversuch, jedoch sitzt sie seither im Rollstuhl. Ganz offen sprach sie über den Weg, der sie dahin geführt hat, wieder eine lebenslustige und glückliche Frau zu sein, die ihre persönlichen Erfahrungen in ihren Beruf einbringt. In ihrer Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz und Hypnosetherapie in Hänigsen berät sie Klienten. Sie empfinde Dankbarkeit, dass sie sich aufgrund der eigenen Erfahrungen in die Klienten hineindenken kann. „Ich kann Betroffene in jedem Stadium ihrer Krankheit abholen, weil ich das selber alles durchlebt habe“, erläuterte sie.
Die ASF-Damen hatten statt eines Eintrittsgeldes um eine Spende zugunsten der Robert-Enke-Stiftung gebeten. Auf diese Weise sind 200 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.