Virtuelle Werksführung statt Exkursion

Neuntklässler Mika Gallinat informiert sich in Videokonferenzen über berufliche Möglichkeiten. (Foto: AWG)

Aurelia-Wald-Gesamtschule bietet Berufsorientierungswochen für Neuntklässler an

Uetze (r/fh). Die Aurelia-Wald-Gesamtschule hat für ihre Neuntklässler jetzt zwei digitale Berufsorientierungswochen angeboten. Denn aufgrund der Corona-Epidemie sind für diesen Jahrgang nicht nur Exkursionen und viele andere Aktivitäten weggefallen, sondern auch die beiden Praktika, die eigentlich in der achten und neunten Klasse vorgesehen sind und ihnen erste Einblicke in die Arbeitswelt ermöglichen sollen. "Das erste der beiden wurde im März 2020 nach einer Woche abgebrochen, das zweite schien zu keinem Zeitpunkt realistisch", sagt der stellvertretende Jahrgangsleiter Erik Sembritzki.
Die 120 betroffenen Schüler bereiteten sich auf Bewerbungsgespräche und Telefonanrufe vor und prüften ihre Fähigkeiten mit „Check-U“, einem Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit. Für diejenigen, die ein Abitur anstreben, wurden auch Gymnasien, Gesamt- und Berufsschulen in der Umgebung vorgestellt, die eine Oberstufe anbieten. Außerdem informierten die Lehrer über die Möglichkeit eines Auslandsschuljahres.
Im Mittelpunkt der Berufsorientierungswochen standen aber zahlreiche Videokonferenzen mit Unternehmen und Experten. So gab es beispielsweise Online-Gesprächsrunden mit der Handwerkskammer, mit dem Deutschen Roten Kreuz zum Freiwilligen Sozialen Jahr sowie mit einem Rettungssanitäter und einer Flugbegleiterin. Auch eine virtuelle Werksführung bei Audi in Ingolstadt stand auf dem Programm. In der zweiten Woche der Berufsorientierung stellten sich dann unter der Regie von „pro regio e.V.“ unterschiedliche Ausbildungsbetriebe aus der Region vor und kamen per Videokonferenz mit den Neuntklässlern ins Gespräch.
Im Rückblick ziehen Lehrer und Schüler ein positives Fazit. „Wir wollen verhindern, dass die betroffenen Jahrgänge ohne klare berufliche Orientierung die AWG verlassen“, betont Sembritzki. Den Schüler Mika Gallinat haben die digitalen Berufsorientierungswochen in dieser Hinsicht ein großes Stück weitergebracht. „Mir hat das Gespräch mit der Handwerkskammer am meisten gebracht. Ich hatte vorher nur eine lose Idee, aber jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass ich Anlagenmechaniker werden will", sagt er.