Viele Vorschläge für die Zukunft

Karolin Thieleking (rechts) vom Planungsbüro Koris notiert die Anregungen, die die Uetzer ihr an der Themenstation "Klima, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft" geben.
 
Bürgermeister Werner Backeberg begrüßte die rund 100 Teilnehmer in der Agora des Schulzentrums.

Die Gemeinde Uetze erarbeitet ein Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept / Großer Andrang bei der Auftaktwerkstatt im Schulzentrum

UETZE (fh). "Vor Ihnen steht ein strahlender Bürgermeister. Ich bin begeistert, dass Sie in so großer Zahl hierher gekommen sind", begrüßte Werner Backeberg die rund 100 Uetzerinnen und Uetzer bei der Auftaktwerkstatt zum Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK). Innerhalb eines Jahres will die Gemeinde sich mit den Bürgern darüber verständigen, wie Uetze im Jahr 2030 aussehen soll und dafür Leitlinien und konkrete Projektideen entwickeln. Unterstützung bekommen sie dabei von den Planungsbüros Koris und Regecon.
Im ersten Teil der Auftaktveranstaltungen haben Karolin Thieleking und Elena Rautland von Koris gemeinsam mit Thilo Ramms von Regecon in der Agora des Schulzentrums Ziele, Vorgehen und Zeitplan für die nächsten Monate vorgestellt. Im zweiten Teil des Abends konnten sich die Teilnehmer dann aktiv einbringen. Dafür hatte das Projektteam vier Themenstationen vorbereitet: 1) Wohnen, Bauen und Versorgung, 2) Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Mobilität, 3) Freizeit, Kultur, Soziales und Bildung sowie 4) Klima, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft.
An jeder der vier Stationen lagen bunte Pappkärtchen bereit: gelbe für alles, was gut läuft, blaue für Kritikpunkte und grüne für Verbesserungsvorschläge. Jeder Teilnehmer hatte beim Einlass ein Namensschild bekommen, das ihn einer von vier Gruppen zuordnete, die dann jeweils an einer Themenstation starteten und im Uhrzeigersinn die drei übrigen durchliefen. So hatte nach einer guten Stunde jeder Teilnehmer sich mit allen vier Themenbereichen beschäftigt und auf den Stellwänden, an denen die Kärtchen angepinnt wurden, war es zum Teil richtig eng geworden.
Denn den Uetzern fiel eine ganze Menge ein, was sie an ihrer Gemeinde schätzen, aber auch viele Dinge die sie stören oder die sie gern verändern würden. Als Stärken wurden beispielsweise die Freibäder, die lebendigen Dorfgemeinschaften und die vielfältige Landwirtschaft mit zahlreichen Familienbetrieben genannt. Außerdem gebe es kaum Leerstand und eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hannover.
Die Busverbindungen in die Nachbarlandkreise ließen hingegen zu wünschen übrig, ebenso wie die Internetverbindung, lauteten Kritikpunkte. Außerdem biete Uetze zu wenig Arbeits- und vor allem Ausbildungsplätze. Und auch sozialer Wohnungsbau sei nicht ausreichend vorhanden. Während die hausärztliche Versorgung gut sei, fehle es an Fachärzten. Außerdem wünschten sich die Teilnehmer mehr Freitzeitangebote für alle Altersgruppen, Restaurants und ein Kino.
Was an allen Stationen auffiel: Einige Punkte tauchten sowohl bei den Stärken als auch bei den Schwächen auf. "In der Diskussion haben wir gemerkt, dass die Situation in den einzelnen Ortschaften sehr unterschiedlich ist", resümierte Elena Rautland. Was in Dollbergen gut funktioniere, sei in Eltze vielleicht noch ausbaufähig und andersherum.
Beim Abschlussplenum war die Agora noch genauso gut gefüllt wie zu Veranstaltungsbeginn. Und so hatte Bürgermeister Backeberg wieder allen Grund zum Strahlen. "Ich freue mich, dass nach zweieinhalb Stunden noch immer so viele da sind", lobte er das Durchhaltevermögen der Uetzer und fügte hinzu: "Ich bin überzeugt, dass wir aus dieser Auftaktveranstaltung viel positive Energie mitnehmen können, die uns durch den ganzen Prozess tragen wird."
Wer die Auftaktwerkstatt verpasst hat, sich aber trotzdem in die Diskussion einbringen möchte, kann noch bis zum 18. März an einer Online-Umfrage teilnehmen. Sie steht unter www.uetze.de zur Verfügung. Und auch die Termine für die nächsten IKEK-Veranstaltungen stehen schon fest. So ist für den 13. März in Zusammenarbeit mit den Schulen eine Kinder- und Jugendwerkstatt angesetzt, im Mai soll dann eine Strategiewerkstatt folgen. Die Bereiche, die den Teilnehmern besonders am Herzen liegen, sollen dann ab September in Themenwerkstätten intensiver diskutiert werden. Und bei der Konzeptwerkstatt im November wird es dann darum gehen, konkrete Projektideen zu entwickeln.