Viele gemeinsame Reisen in 60 Jahren

Renate und Heiner Pries sind seit 60 Jahren verheiratet.
 
Kurz nach ihrer Verlobung sind Heiner und Renate Pries zum ersten Mal gemeinsam verreist. (Foto: privat)

Heinrich und Renate Pries aus Hänigsen feiern ihre Diamantene Hochzeit

Hänigsen (fh). Heinrich und Renate Pries hatten am Mittwoch ihren 60. Hochzeitstag, heute feiern sie ihre Diamantene Hochzeit noch mit Familie und Freunden. Als sie sich beim Jahreswechsel 1957/58 kennenlernten, hat es sofort zwischen ihnen gefunkt. „Etwa zwei Jahre später haben wir uns verlobt, ohne große Gesellschaft, nur wir zwei“, erinnert sich Renate Pries. Am 3. November 1961 heirateten sie dann – und ziemlich genau neun Monate später Anfang August 1962 kam ihre Tochter zur Welt. „Der Pastor hat damals gesagt, dass sie ein Kind der Hochzeitsnacht ist“, sagt Heinrich Pries mit einem Schmunzeln. Im Sommer 1964 wurde dann ihr Sohn geboren. Heute haben sie außerdem vier Enkel und zwei Urenkel.
Schon kurz nach ihrer Hochzeit bauten Heinrich und Renate Pries das Haus, in dem sie bis heute im oberen Stockwerk leben. „Es war ein Teilfertighaus und ich habe damals mit Unterstützung von Freunden und Bekannten ganz viel selbst gemacht“, blickt der 85-Jährige zurück. Pünktlich zu Weihnachten 1962 konnte die Familie in ihr neues Heim einziehen. „Erst am Tag vorher haben wir die Betten aufgestellt“, sagt er.
Er hatte zunächst eine Ausbildung zum Kraftfahrzeughandwerker gemacht. „Aber als ich mit der Lehre fertig war, hätte ich dort nur einen Stundenlohn von 98 Pfennig bekommen“, erinnert er sich. Stattdessen heuerte er bei dem Erdölunternehmen Gewerkschaft Elwerath an. Acht Jahre hat er dort gearbeitet, bevor er 1986 in den öffentlichen Dienst wechselte und bei der Stadt Burg­dorf die Leitung der Meldeabteilung übernahm, das heutige Bürgerbüro.
Seine Frau hatte Industriekauffrau bei Köttermann gelernt, blieb nach der Geburt der Kinder aber zu Hause. „Gearbeitet habe ich aber immer“, betont sie. So half sie unter anderem im Schreibwarenladen ihrer Schwägerin und im Schuhgeschäft ihrer Schwester aus. „Außerdem habe ich für eine Firma in Heimarbeit spezielle Stifte zusammengesetzt, die Euterentzündungen bei Milchkühen verhindern sollten“, erinnert sich die 80-Jährige. Dabei halfen oft auch die Kinder mit, wenn sie von der Schule nach Hause kamen.
Neben Arbeit und Familie war beiden immer auch das Vereinsleben wichtig. Heinrich Pries ist bereits seit 40 Jahren Vorsitzender und seine Frau Kassiererin der Siedlergemeinschaft Hänigsen. Ihre Tochter steht ihnen als Schriftführerin zur Seite und kümmert sich um die digitale Verwaltung und Kommunikation. Renate Pries hat außerdem fast 50 Jahre lang im gemischten Chor gesungen und war viele Jahre Damenleiterin im Bürgerschützenverein, in dem beide nach wie vor Mitglied sind. 1990 wurde Heinrich Pries sogar Schützenkönig.
Besonders gern erinnern sich Heinrich und Renate Pries auch an ihre vielen gemeinsamen Reisen. „Mit unseren Kindern sind wir früher oft nach Dänemark gefahren und daraus ist gewissermaßen eine Familientradition geworden. Heute machen auch unsere Enkel dort mit ihren Kindern Urlaub“, sagt er.
Außerdem haben sie für die Siedlergemeinschaft Hänigsen rund 25 Jahre lang Busfahrten auf die Beine gestellt, meist ging es nach Österreich. „Das waren keine Pauschalreisen. Wir haben alles selbst organisiert, also den Bus gemietet, Hotels gebucht, Besichtigungen und Veranstaltungen geplant“, sagt Heinrich Pries. Vom ersten bis zum letzten Tag habe es immer ein strammes Programm gegeben, oft seien sie kaum zum Schlafen gekommen. „Es gab immer noch irgendetwas zu regeln und wenn wir in Österreich waren, mussten wir für die Vereinskasse auch noch all unsere Ausgaben umgerechnen. Damals gab es ja noch nicht den Euro, sondern in Deutschland die Mark und in Österreich den Schilling“, so Renate Pries.
Die Flusskreuzfahrt von Passau nach Budapest vor rund zehn Jahren war in dieser Hinsicht eine ganz neue Erfahrung für sie. „Da mussten wir uns mal um gar nichts Gedanken machen. Alle Ausflüge wurden organisiert. Wir konnten uns einfach zurücklehnen und entspannen“, schwärmt Renate Pries. Und ihr Mann ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Ich musste mich manchmal richtig zwingen, die Hände in den Taschen zu behalten und nicht selbst in Aktion zu treten.“ Die Reise gönnten sie sich damals von dem Geld, das sie zur Goldenen Hochzeit bekommen hatten. „Diese Entscheidung haben wir nie bereut. Wir zehren noch heute von den schönen Erinnerungen“, sind sie sich einig.