"Unser Angebot spricht sich herum"

Der Vorstand der Generationenhilfe Dollbergen freut sich über das zweijährige Bestehen des Vereins: Wolfgang Göpfert (von links), Sven Klomp und Heinz Jürgen Weidtmann. (Foto: privat)

Die Generationenhilfe Dollbergen hat sich zwei Jahre nach ihrer Gründung im Ort etabliert

Dollbergen (fh). Die Generationenhilfe Dollbergen feiert ihr zweijähriges Bestehen – und trotz aller Widrigkeiten wegen der Corona-Epidemie hat sie sich in den zurückliegenden Monaten bereits im Dorf etabliert und wird zusehends genutzt. „Wir haben im Moment 24 Mitglieder. Etwa die Hälfte davon ist aktiv und bietet ehrenamtliche Hilfsleistungen an, die andere Hälfte unterstützt uns finanziell durch ihre Mitgliedsbeiträge. Und wir wachsen munter weiter“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Göpfert.
Zur Zeit vermittelt die Generationenhilfe etwa zehn bis zwölf ehrenamtliche Dienstleistungen pro Monat. Mitunter gebe es so viele Anfragen, dass nicht alle bedient werden könnten. „Um möglichst alle Hilfsgesuche erfüllen zu können, brauchen wir noch weitere aktive Helfer“, betont Göpfert. Anfragen aus umliegenden Ortschaften müssten indes grundsätzlich abgelehnt werden, weil der Verein nur in Dollbergen aktiv sei.

Fahrten zum Impfzentrum und Hilfe im Garten

In den zurückliegenden Wochen hätten die Ehrenamtlichen viele Senioren aus Dollbergen zum Impfzentrum nach Hannover gefahren, aber auch zu Arztterminen. „Damit wollen wir natürlich nicht den Taxiunternehmen Konkurrenz machen. Bei uns steht nicht die Fahrt im Vordergrund, sondern die individuelle Unterstützung“, betont Göpfert. So setzten die Ehrenamtlichen die Senioren beispielsweise nicht an der Tür des Impfzentrums ab, sondern begleiteten sie in der großen Messehalle von Schalter zu Schalter und warteten gemeinsam mit ihnen.
Für regelmäßige Dienstleistungen könne die Generationenhilfe nicht in Anspruch genommen werden, sondern nur bei akutem Bedarf. Einige Beispiele für mögliche Hilfssituationen nennt der Verein in seinem Flyer: So kann er beispielsweise einspringen, wenn eine alleinstehende Mutter erkrankt und vorübergehend Hilfe im Haushalt oder bei der Hausaufgabenbetreuung ihres Kindes braucht. Ebenso wenn nach einem Unfall die Gartenpflege nicht erledigt werden kann oder wenn zu einem bestimmten Termin eine Kinderbetreuung benötigt wird, weil die übliche Aufsichtsperson verhindert ist.
Und die Liste lässt sich fortsetzen: Wenn der Umgang mit dem Smartphone schwer fällt, bieten die Ehrenamtlichen eine kleine Einführung an. Ebenfalls möglich sind Hilfe beim Einkaufen, kleine handwerkliche Dienste, Begleitung bei einem Spaziergang oder Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen.
Kürzlich hat der Verein außerdem vom Landesamt für Jugend, Familie und Soziales die Genehmigung erhalten, Betreuungs- und Entlastungsangebote im Rahmen des § 45 SGB XI für Hilfesuchende mit einem Pflegegrad zu erbringen. Auch für dieses Betätigungsfeld sucht er noch Ehrenamtliche. Die dafür notwendige Fortbildung wird durch die Generationenhilfe finanziert.

Angebot richtet sich an alle Altersgruppen

Bisher wenden sich vor allem Senioren an den Verein. „Gerade bei den älteren Menschen im Ort hat sich unser Angebot schon gut herumgesprochen. Wie der Name zum Ausdruck bringt, richtet sich die Generationenhilfe aber an alle Altersgruppen. Wir wollen auch die Jüngeren erreichen“, sagt Göpfert. So sei beispielsweise eine Lesehilfe oder Hausaufgabenhilfe für Kinder denkbar, ebenso Unterstützung beim Umgang mit digitalen Medien. Der Verein habe deshalb mittlerweile auch Kontakt zur örtlichen Grundschule und Kita aufgenommen.
Für die Hilfeleistungen berechnet die Generationenhilfe eine Aufwandsentschädigung von 8 Euro pro Stunde. Davon gehen 6 Euro an den jeweiligen Ehrenamtlichen und 2 Euro an den Verein zur Kostendeckung. Bei Fahrdiensten werden außerdem 30 Cent pro Kilometer berechnet.
Wer die Unterstützung der Generationenhilfe in Anspruch nehmen oder selbst ehrenamtlich mithelfen möchte, kann eine E-Mail an generationenhilfe@dollbergen.de schreiben oder unter der Telefonnummer 015678-730720 anrufen. Die Bürozeit ist montags von 17 bis 18 Uhr. Außerhalb der Bürozeit kann eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen werden. „Wir melden uns dann in der Regel kurzfristig zurück“, betont Göpfert. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite https://generationenhilfe.dollbergen.de.

Die Generationenhilfe

Die Idee einer Generationenhilfe ist im Jahr 2018 in der Zukunftswerkstatt Dollbergen entstanden. Zunächst wurde eine Umfrage in Haushalten in Dollbergen durchgeführt, um zu prüfen ob Bedarf besteht. Es gab rund 50 Rückmeldungen, davon annähernd die Hälfte mit Wunsch nach Hilfen, die andere Hälfte mit Angeboten als potenzielle Helfern. Daraufhin wurde der Verein im Juni 2019 gegründet.