Sternsinger bringen Segen

Benedikt Hoffmann schreibt den Segen an die Haustür von Susanne Jentsch (vorne). Die anderen Sternsinger schauen zu.

Kinder und Jugendliche aus den katholischen Gemeinden besuchen um den 6. Januar herum viele Haushalte

BURGDORF/UETZE (fh). Mit weißer Kreide schreibt Benedikt Hoffmann das Segenszeichen „20*C+M+B+19“ über die Haustür von Susanne Jentsch. Der 14-Jährige war selbst viele Jahre lang als Sternsinger in Uetze unterwegs. In diesem Jahr begleitet er die jüngeren Kinder als Gruppenführer und koordiniert die Aktion. Doch weil die Haustür von Familie Jentsch ziemlich hoch und die Trittleiter eher klein ist, übernimmt er es als der Größte in der Gruppe kurzerhand selbst, den Segen an die Hauswand zu schreiben. Eine klassische Sternsingergruppe in den katholischen Kirchengemeinden besteht aus den Heiligen Drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar und einem Sternträger, der mit einem großen goldenen Stern vorweggeht. In Uetze sind es sogar gleich fünf Könige und zwei Sternträger, sodass ihr Gesang bei den Hausbesuchen noch voller klingt. Mit den Besuchen rund um den Dreikönigstag am 6. Januar wollen die Uetzer Sternsinger nicht nur den Gemeindemitgliedern eine Freude machen, sondern sammeln auch Spenden für ein Aidswaisenhaus in São Paulo in Brasilien. Außerdem stellen sie das jeweilige Jahresmotto vor, in diesem Jahr lautet es „Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“. „Damit machen wir darauf aufmerksam, dass Kinder mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung in Peru aber auch in vielen anderen Ländern ausgegrenzt und benachteiligt werden“, erklärt Benedikt Hoffmann. In Uetze waren die Sternsinger bereits in den vergangenen Tagen unterwegs; in den Ortschaften Dollbergen, Katensen und Schwüblingsen besuchen sie am heutigen Samstag die Haushalte. Und in Burgdorf ziehen Sternsinger vom morgigen 6. bis zum 12. Januar umher. Das Sternsingen ist eine Aktion des Kindermissionswerkes der katholischen Kirche Deutschland in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Zum ersten Mal fand es 1959 statt. Seitdem verkleiden sich jedes Jahr bundesweit viele Kinder aus den katholischen Gemeinden als die Heiligen Drei Könige und ziehen von Haus zu Haus, um den Segen Christi zu bringen und für Kinder in Not zu sammeln.