Stallpflicht für Hühner & Co.

Eigentlich können sich die Legehennen von Hendrik Claus tagsüber nach Herzenslust auf dem Grundstück bewegen. Auf Anordnung der Region müssen sie jetzt erst einmal im Stall bleiben. (Foto: privat)

Wegen der Geflügelpest dürfen Betriebe in Uetze und Eltze nur mit Sondergenehmigung Eier verkaufen

Uetze/Eltze (fh). Die rund 100 Legehennen des Eltzer Landwirts Hendrik Claus kennen das Ritual: Wenn die Dämmerung anbricht, begeben sie sich schon von ganz alleine in den Stall, wo sie nachts vor Fuchs und Marder sicher sind. Doch anders als sonst durfte Claus die Stalltür am Donnerstagmorgen nicht wieder öffnen. Denn in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Landkreis Gifhorn gab es einen Ausbruch der Geflügelpest.
Nun darf Geflügel im Umkreis von zehn Kilometern vorerst nicht mehr im Freien gehalten werden. Davon sind auch die Ortschaften Uetze und Eltze betroffen. Hendrik Claus hatte damit gerechnet. „Die Ausbrüche waren in den zurückliegenden Wochen immer näher gekommen, zuletzt gab es bereits Fälle im Landkreis Braunschweig“, sagt der Eltzer Landwirt. Auch in Teilen von Burgwedel und der Wedemark hatte es von Mitte Dezember bis Mitte Januar bereits eine vierwöchige Stallpflicht gegeben.
Er sei in den zurückliegenden Jahren bereits mehrfach davon betroffen gewesen, weil es in der Umgebung Fälle der Geflügelpest gab. Doch diesmal erlebte er eine böse Überraschung, als er die Anordnung der Region Hannover las. Aufgrund einer neuen EU-Vorgabe dürfen Betriebe in der Schutzzone ihre Eier nur noch mit Sondergenehmigung verkaufen.
Die könnten aber nur Betriebe erhalten, die als sogenannte Packstelle für Eier zugelassen sind. „Die Auflagen dafür sind sehr hoch. Für kleine Betriebe, die ihre Eier ausschließlich direkt vermarkten wie wir, lohnt sich das nicht“, so Claus. Und kurzfristig sei eine solche Zulassung nun ohnehin nicht zu bekommen. Deshalb rechne er nun damit, dass er mindestens für die nächsten 30 Tage keine Eier verkaufen könne. „Das zieht einen hohen wirtschaftlichen Schaden nach sich“, so Claus. Diese Ungleichbehandlung zwischen großen und kleinen Betrieben könne er nicht nachvollziehen. „Insbesondere da unsere Hühner am Donnerstag vom Veterinäramt als gesund eingestuft worden sind“, ergänzt der Landwirt.
Für die Aufstallungspflicht an sich habe er hingegen Verständnis. „Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass sie wirkt. Leider lässt sich die Ausbreitung der Seuche anders nicht eindämmen“, so Claus. Obwohl sein Betrieb eigentlich auf die Freilandhaltung ausgelegt ist, könne er diese Vorgabe auch relativ problemlos umsetzten. „Wir haben zum Glück einen großen Stall, in dem sich die Hennen bei Rangkämpfen auch mal aus dem Weg gehen können“, sagt er. Außerdem sei es wichtig, den Hühnern Beschäftigung zu bieten. Dafür reiche es schon aus, regelmäßig frisches Stroh oder Heu auf dem Boden zu verteilen, in dem sie scharren. „Manchmal streuen wir auch eine Hand voll Weizen dazwischen, sodass sie nach den Körnern picken können“, beschreibt Claus.