Sportplatz soll saniert werden

Für die Erneuerung der Leichtathletikanlage am Schulzentrum will die Gemeinde einen Förderantrag beim Land stellen / Gesamtkosten liegen bei 950.000 Euro

UETZE (fh). Die Gemeinde Uetze will den Sportplatz am Schulzentrum umfangreich erneuern. Dabei sollen die Anlagen für Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen und weitere Leichtathletikdisziplinen saniert werden. Auch die 400-Meter-Laufbahnen sind neu herzurichten, wobei die Zahl der Bahnen von sechs auf vier reduziert und die Aschenschicht durch einen pflegeleichteren Kunststoffbelag ersetzt werden soll.
So möchte die Gemeinde die Kosten für die Unterhaltung senken. Zugleich soll auch eine automatische Beregnungsanlage für die Rasenplätze eingebaut werden, um künftig Personal- sowie Wasser- und Stromkosten zu sparen. Insgesamt würden dann jährlich nur noch Betriebskosten von rund 2.550 Euro anfallen statt biser 19.920 Euro.
Bevor es soweit ist, muss die Gemeinde aber erst einmal kräftig investieren: Insgesamt rechnet das beauftragte Büro Sport- und Freizeitraumplanung Grundmann mit Kosten in Höhe von rund 950.000 Euro – und damit 200.000 Euro mehr als in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen. Diese Differenz kommt unter anderem dadurch zustande, dass der Unterbau der 400-Meter-Bahnen nicht für den neuen Kunststoffbelag geeignet ist und deshalb ausgetauscht werden muss.
Das fehlende Geld soll über den Nachtragshaushalt 2020 bereitgestellt werden. Parallel will die Gemeinde bis Ende März Fördermittel vom Land beantragen. Der maximale Zuschuss für den Sportstättenbau beträgt normalerweise 400.000 Euro, bei finanzschwachen Kommunen kann er auf bis zu 80 Prozent der zuwendungsfähigen Maßnahmen erhöht werden.
Allerdings ist unklar, ob diese Sonderregelung bei der Gemeinde Uetze zur Anwendung kommt. Und es ist auch keineswegs ausgemacht, ob sie überhaupt einen Zuschuss erhält: Im vergangenen Jahr wurden von insgesamt 200 Förderanträgen nur 27 bewilligt.
Mit einer Entscheidung über den Förderantrag ist nach Angaben der Gemeinde zwischen Juli und September zu rechnen. Erst dann soll die Planung weitergeführt werden. Die Politiker im Schul- und Sportausschuss haben dieses Vorgehen jetzt grundsätzlich gebilligt, die endgültige Entscheidung trifft der Rat in seiner öffentlichen Sitzung am 5. März.
Dabei sind sich Politiker und Verwaltung einig, dass eine Sanierung dringend erforderlich ist. Denn die Sportanlage wurde 1964/65 gebaut und ist somit etwa 55 Jahre alt. „Damit hat sie sowohl die wirtschaftliche Lebensdauer von 25 Jahren als auch die technische Lebensdauer deutlich überschritten“, diagnostiziert Frank Hacke vom Gebäudeservice der Gemeinde. Nur die sechs Aschenbahnen, die rings um den Platz führen, stünden derzeit noch zur Verfügung, weisen aber ebenfalls erhebliche Mängel auf. Alle übrigen Anlagenteile seien abgängig oder gar nicht mehr vorhanden.
Da es die einzige Leichtathletikanlage im gesamten Gemeindegebiet ist, müsse sie aber sowohl für den Schulsport von Gymnasium und Gesamtschule mit insgesamt 1.300 Schülern als auch für den Vereins- und Breitensport vorgehalten werden. So trainieren dort beispielsweise die fünf Jugendfeuerwehren der Gemeinde und der VfL Uetze nutzt die Anlage für die Abnahme der Sportabzeichen. Auf den Rasenplätzen trainiert der SC Uetze regelmäßig mit Jugendlichen Fußball, der SV Uetze 08 nur noch gelegentlich bei Engpässen auf der eigenen Anlage.
Zusätzlich zur Erneuerung der 400-Meter-Kreisbahnen sind sechs neue Einzelbahnen über 110 Meter für Sprint und Hürdenlauf vorgesehen. Dort wollen die Planer auch einen gepflasterten Bereich für Zuschauer schaffen. Hinzu kommen Anlagen für Hoch, Weit- und Dreisprung, Speerwurf und Kugelstoßen. In Rücksprache mit den Schulleitungen wird auf Anlagen für Stabhochsprung, Diskus- und Hammerwurf verzichtet.
Auch die Reduzierung von sechs auf vier 400-Meter-Bahnen sei sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport unproblematisch. „Das reicht für Bundesjugendspiele und für Wettkämpfe bis hin zu Kreis- und Bezirksmeisterschaften völlig aus. Die bisherige Anlage war überdimensioniert“, versichert Dieter Grundmann vom Planungsbüro.
Gleichzeitig soll für die beiden Rasensportplätze eine automatische Beregnungsanlage eingebaut werden. Gegenwärtig müssen Mitarbeiter des Bauhofs die Regner mehrfach von Hand umstellen. Zum einen bindet das Personal, zum anderen ist die Bewässerung auf diese Weise nur tagsüber möglich, sodass vor allem im Sommer viel Wasser verdunstet, bevor es in den Boden eindringen kann. Eine Bewässerung in den Abend- und Nachtstunden sei deshalb sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll, begründet die Verwaltung.