Sanierung der Alten Dorfstraße

Ein Teil der Alten Dorfstraße soll saniert werden.
 
Die Alte Dorfstraße weist auf dem Abschnitt östlich des Moorwegs erhebliche Schäden auf. Der Rat hat jetzt einer umfangreichen Sanierung zugestimmt.

Rat stimmt mit großer Mehrheit für die umfangreiche Erneuerung / Land beteiligt sich an Kosten

Dollbergen (fh). Die heiß diskutierte Straßensanierung in Dollbergen ist jetzt beschlossen. Wie von der Gemeinde geplant soll der Straßenzug Alte Dorfstraße, Am Kapellenberg und An der Masch umfangreich erneuert werden. Betroffen ist der rund 400 Meter lange Abschnitt zwischen Moorweg und Pappelweg. Bei der jüngsten Sitzung des Uetzer Rats Ende Januar hat eine große Mehrheit dafür gestimmt.
Im Dezember hatten die Kommunalpolitiker die Entscheidung zunächst vertagt, weil es massiven Protest seitens der dortigen Grundstückseigentümer gab. Hauptkritikpunkt waren die prognostizierten Bau- und Planungskosten von insgesamt rund 1,75 Millionen Euro. Da in dem Bereich nur 20 Anlieger teils große Grundstücke haben, befürchteten sie eine finanzielle Überforderung durch ihren Eigenanteil an der Sanierungsmaßnahme.
Daraufhin hat die Gemeindeverwaltung nun noch einmal aufgeschlüsselt, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen könnten. Demnach beteiligt sich das Land Niedersachsen nach derzeitiger Kalkulation mit knapp einer Million Euro. Dieser Zuschuss fällt vor allem deshalb so hoch aus, weil die Gemeinde die Straßen in ihrem Verkehrskonzept als „lokale Hauptverkehrsstraßen mit bedeutender Wichtigkeit“ eingestuft hat.
Außerdem will die Gemeinde die Bauarbeiten mit dem Wasserverband Peine koordinieren, der dort Trink- und Abwasserleitungen austauscht und sich deshalb ebenfalls finanziell beteiligt. Die verbleibenden Kosten teilt sich die Gemeinde dann mit den Anliegern, sodass sich der Anteil der 20 Grundstückseigentümer entsprechend reduziert.
Das hat Bürgermeister Florian Gahre Mitte Januar auch in einem persönlichen Gespräch mit den betroffenen Bürgern erörtert. „Dadurch hat sich die Debatte deutlich entschärft. Bei der digitalen Ratssitzung gab es keine Kritik oder Nachfragen mehr von den Betroffenen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernstfried Langer.
Dabei profitierten die Anlieger von der Änderung der Straßenausbaubeitragssatzung, die der Uetzer Rat im Sommer 2020 verabschiedet hat. Denn bis dahin wurden die Fördermittel vom Land nur auf den Anteil der Gemeinde angerechnet, erst jetzt kommen sie auch den Bürgern zugute. „Außerdem gibt es jetzt deutlich bessere Möglichkeiten, Beiträge zu stunden, also in Raten zu zahlen“, so Langer.
Das betont auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Rentz, der selbst in Dollbergen wohnt. „Im Ortsrat haben wir noch mal diskutiert, ob wir beispielsweise auf die Erneuerung des Parkstreifens oder der Beleuchtung verzichten könnten, um die Kosten weiter zu senken. Aber davon haben uns die Experten deutlich abgeraten“, ergänzt er.
Grundsätzlich bestehe ohnehin kein Zweifel daran, dass die Sanierung dringend fällig sei. Die Verwaltung nennt in der Beschlussvorlage unter anderem Längs- und Querrisse, Flickstellen sowie Absackungen. Aufgrund dieser Schäden seien Tragfähigkeit und Frostsicherheit nicht mehr gewährleistet. „Die Straße ist schlicht und einfach hin“, fasst Rentz zusammen.
Diese Einschätzung teilen auch die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen. Trotzdem haben sie gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung gestimmt. „Die Fahrbahn ist deutlich zu breit geplant“, kritisiert Ratsherr Martin Klages. Insgesamt sei die Maßnahme nicht intensiv genug diskutiert worden. „Als vor einigen Jahren die Sanierung der Mühlenstraße in Uetze auf den Weg gebracht wurde, ist das vorbildlich gelaufen. So einen offenen Prozess hätte ich mir jetzt wieder gewünscht“, so Klages.