Roboter im Breakdance-Fieber

„Wenn man hier anfasst, macht es im Finger knack!“ Julia aus dem sechsten Jahrgang erzeugt mit der Kurbel am Bandgenerator elektrostatische Spannung. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Der kleine Roboter kann aus seinen mechanischen Greifarmen Kugeln verschießen – beim Aufsammeln muss Bastian ihm noch mit seinen menschlichen Händen helfen. (Foto: Susanna Veenhuis)

IdeenExpo gastiert mit spannenden Angeboten zum Ausproboieren in der AWG

Uetze (sv). Mit einem punktgenauen Laserstrahl, einem schießenden Roboter und mit 50.000 Volt Stromspannung mussten sich jetzt die Schüler der Aurelia-Wald-Gesamtschule auseinandersetzen. Was gefährlich klingt, war auch sehr spannend, aber nicht wirklich riskant: Die „Roadshow der IdeenExpo“ war in der Schule zu Gast. Auf Vermittlung der SPD-Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch, die die Präsentation nach Uetze geholt hatte, konnten die Schüler der sechsten und zehnten Jahrgänge der Gesamtschule drei verschiedene Apparaturen aus den Bereichen Robotik und Programmieren, Optik und Elektrizität selber ausprobieren.
Ausprobieren und Mitmachen ist auch das Motto der IdeenExpo. „Mach doch einfach“ heißt es zu den diversen Anschauungs- und vor allem Aktionsexperimenten, mit denen die jungen Generationen für die so genannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistert werden sollen. „Die Roadshow der IdeenExpo ist eine super Gelegenheit, noch mehr Schülern MINT-Berufe näher zu bringen. Ich erlebe es immer wieder, dass Techniker und Informatiker fehlen und unsere Planungen und Vorhaben deswegen nicht wie gewünscht vorankommen. Oder, dass die jungen Erwachsenen keinen Bezug zu diesen Berufen haben, oft einfach, weil es im Umfeld keine Berührungspunkte gibt“, erklärte die Politikerin.
Schulleiterin Ria Loosveld zeigte sich sehr angetan von der spannenden Praxis-Aktion, die für die Schule auch noch kostenfrei war. Sie plant, im Sommer Fahrten ihrer Schülerschaft zur IdeenExpo zu organisieren. „Gibt es die IdeenExpo in ganz Deutschland?“ Serdat aus dem sechsten Jahrgang will es genau wissen. Er freut sich über seinen Erfolg beim „Laser Maze“, durch richtiges Positionieren richtet er den Laserstrahl punktgenau auf das Ziel aus. Der Grundgedanke der „Wissensvermittlung mit hohem Spaßfaktor“ kommt auch bei der kleinen Roadshow in der Schule mit nur drei Exponaten zum Tragen. Die Schüler bekommen eine Laufkarte und können sich der Reihe nach mit den verschiedenen Experimental-Apparaturen befassen. Emily Bank und Lukas Fischer stehen ihnen dabei als Betreuer der IdeenExpo zur Seite und beantworten jede Menge Fragen.
Beachtliche 50 Kilovolt elektrostatische Spannung lassen sich zum Beispiel mit einer einfachen Handkurbel an einem Bandgenerator erzeugen. In einem weißblauen Blitz und mit lautem Knall entlädt sich die Spannung schließlich zwischen zwei Kugeln. Auch beim Anfassen macht sich die Spannung durch kurzes Kribbeln bemerkbar. „Besonders Jungs, die gern einen auf dicke Hose machen, sind da plötzlich sehr zurückhaltend. Die Mädchen sehen sich das in Ruhe an und probieren es dann aus“, hat Lukas Fischer festgestellt. Unterschiede bei den Interessen der Jungen und Mädchen habe er allerdings nicht festgestellt. Beide Geschlechter seien gleichermaßen fasziniert und aktiv. Bei der Berufswahl sieht das immer noch deutlich anders aus. Seit 2007 will die IdeenExpo dazu beitragen, das zu ändern, um den Fachkräftemängel zu beheben und vermehrt Mädchen und Frauen für diese Berufe zu begeistern.
„Sag ihm, er soll Breakdance machen“, wird Björn von seinen Mitschülern aufgefordert. Auf einem kleinen Tablett tippt er die Befehle für den Roboter ein, der daraufhin in seinem Plexiglaskubus herumfährt und verschiedene Aufgaben erfüllt. Auch drei rote Plastikkugeln kann die mechanische Figur mit der punkigen Frisur verschießen – selber aufsammeln allerdings nicht. Eine menschliche Hand muss das für ihn erledigen: Bastian krabbelt fast ganz in den Würfel und gibt ihm die Kugeln in die elektronisch gesteuerte Abschussklaue. Der Miniroboter ist flexibel und kann logische Prozessen ausführen – wenn er denn entsprechend programmiert wird. „Die Zehntklässler gehen da ganz anders ran“, beobachtete Lukas Fischer. Ob dieser Ausflug in die Informatik und naturwissenschaftliche Praxis wirklich Einfluss auf die Berufswahl der Besucher nimmt, können er und seine Kollegin Emily Bank nicht sagen. Aber sie hoffen es.
Leider musste das Angebot für die Schüler des benachbarten Gymnasiums krankheitsbedingt abgesagt werden. Aber ihnen wie auch allen anderen Interessierten steht die Möglichkeit offen, zwischen dem 2. und 10. Juli auf dem Messegelände bei etwa 600 Experimenten und Tricks aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik selbst Hand anzulegen und alles auszuprobieren. Der Eintritt ist frei, und zur IdeenExpo gehört auch ein umfangreiches Showprogramm mit angesagten Live Acts.
Bis dahin kann die IdeenExpo Roadshow von Schulen kostenlos gebucht werden, noch sind Termine frei. Mehr Informationen gibt es unter www.ideenexpo.de