Roboter fährt durch Rohrleitungen

Der Kameraroboter macht den aktuellen Zustand der Kanalrohre sichtbar. Solche Schadensbilder werten die Fachleute des Wasserverbands aus und erstellen auf dieser Grundlage Sanierungskonzepte. (Foto: Wasserverband Peine)

Wasserverband lässt Kanalnetz in Katensen untersuchen / Belüftung der Haus-Anlagen ist wichtig

Katensen (r/fh). Der Wasserverband Peine lässt in Katensen die Kanalrohre mit einer Gesamtlänge von rund 5000 Metern inspizieren. Die Untersuchung soll nächste Woche beginnen und bis Ende September abgeschlossen sein. Die beauftragte Fachfirma Rohrfluxx wird die jeweiligen Anwohner rechtzeitig informieren, wenn die Arbeiten ihren Straßenzug erreichen.
Für die Inspektion fährt ein kleiner Kameraroboter die Rohre ab und zeichnet Bilder auf, die der Wasserverband im Anschluss auswertet. Um aussagekräftige Fotos zu erhalten, müsse der Schmutzwasserkanal vorher im Hochdruckverfahren gespült werden. Deshalb sei es wichtig, dass die Anwohner eine ausreichende Be- und Entlüftung ihrer privaten Entwässerungsanlagen sicherstellten, damit Luftüberdrücke gegebenenfalls abgeführt werden könnten.
Sonst könne es zu einem Rückstau des Abwassers und gegebenenfalls zu Verunreinigungen in der Wohnung kommen. Wenn die Anlagen nach den technischen Regeln gemäß DIN-Norm betrieben würden, sei das nicht zu befürchten. Für Schäden oder Verschmutzungen, die durch nicht DIN-gerechte private Grundstücksentwässerungsanlagen entstehen, kann der Wasserverband Peine nach eigener Aussage keine Haftung übernehmen.
Wenn ein Rauschen durch den Geruchsverschluss der Toilette oder Dusche zu hören ist, sei das ein positives Zeichen. „Das spricht dafür, dass die private Hausleitung keine Verstopfungen aufweist und das System funktioniert“, erläutert Ralf Hamann vom Wasserverband. Sollte sich nach der Untersuchung ein unangenehmer Geruch bemerkbar machen, deute das darauf hin, dass das Wasser aus dem Geruchsverschluss teils herausgesaugt wurde. „In solchen Fällen einfach Wasser ins Waschbecken laufen lassen oder die Toilettenspülung betätigen, dann wird das Wasser im Geruchsverschluss ersetzt“, rät Hamann.
Der Wasserverband Peine bittet die Eigentümer zudem, den Mitarbeitern der Fachfirma Rohrfuxx zu Untersuchungszwecken Zugang zu den Grundstücken zu gewähren und dort eventuell vorhandene Kontrollschächte zugänglich zu machen. Manchmal würden Blumenkübel oder andere Gegenstände auf den Deckeln platziert, die dann nicht geöffnet werden könnten. Diese Schächte auf den Grundstücken können notwendige Zugänge für den kleinen Roboterwagen darstellen, zudem soll ihr Zustand bei der Bestandaufnahme gleich mit dokumentiert werden.
Die genaue Bestandsaufnahme des aktuellen Kanalzustands in Katensen ist Teil des auf zehn Jahre ausgelegten Kanalsanierungsprojekts des Wasserverbands Peine. „Je nach Schadensbild können wir dann verschiedene Verfahren zur Erneuerung einsetzen, von punktueller Schlauch-Variante bis zu neuen Rohrlängen. So können wir eine sichere, effiziente und wirtschaftlich nachhaltige Lösungsstrategie für die Ortsnetze erarbeiten“, so Hamann.