Perfektes Schützenfest: Hänigser feierten vier Tage mit den Schützen

Die Majestäten des Hänigser Schützenfestes Volkskönigin Diana Hoppe, Jungschützenkönigin Alena Schacht, Bürgerschützenkönig Peter Kuczka, Damenbeste Heike Bade, Kinderkönig Louis Nebig und Bogenkönig Fabian Staas. (Foto: st)
 
Die Herolde reiten dem großen Festumzug vorweg. (Foto: st)

90 Jahre Schützenverein Hänigsen: vom Zapfenstreich bis zum Ehrentanz der Majestäten

HÄNIGSEN (st). Das Hänigser Schützenfest ist schon seit Jahren ein besonderes Volksfest und so war es auch in diesem Jahr. Wenn in anderen Orten die Beteiligung am größten Fest des Dorfes nachlässt oder die Festplätze und Veranstaltungen weniger Besucher haben, so wird in Hänigsen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. In diesem Jahr kam zudem noch das 90-jährige Bestehen des Schützenvereins dazu und so wurde eben mal, statt an drei sogar an vier Tagen gefeiert. Hänigsen ist eben etwas Besonderes.
Mit dem neuen Start und dem Zapfenstreich am vergangenen Freitag begann das traditionelle Schützen- und Volksfest mit einer ruhigen und besinnlichen Feier, denn immerhin ist der Große Zapfenstreich heutzutage das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr, das vor allem zu Ehren von Persönlichkeiten, wie etwa dem Bundespräsidenten, aber auch zu besonderen Anlässen durchgeführt wird. In Hänigsen sorgten der Spielmannszug Riedel und der Musikzug Burgdorf-Hänigsen am Pappaul für die festliche Stimmung und der Bürgerschützenverein, Feuerwehr, Bergmannsverein, Kyffhäuser und einige Gastvereine aus der Umgebung waren anwesend. „Da der Zapfenstreich bei uns nur zu besonderen Anlässen zelebriert wird, wird er auch als etwas Besonders wahrgenommen“, beschrieb es der 1. Vorsitzende des Bürgerschützenvereins Hänigsen, Achim Schacht und freute sich über die gute Beteiligung der Hänigser. Das 90jährige Bestehen des Vereins wurde richtig gewürdigt und das zog sich auch die nächsten Tage noch durch die Feierlichkeiten.
Am vergangenen Sonnabend begann dann der bekannte Festablauf, obwohl auch hier in Hänigsen einiges anders ist, als bei anderen Schützenfesten, denn bis zum Festkommers am frühen Abend werden die Könige noch streng geheim gehalten und so war die Stimmung im Festzelt auf dem Festplatz angespannt. Schacht sorgte aber wieder einmal dafür, dass die Spannung noch wuchs, denn erst nach Begrüßungen und Reden, sowie Pokalvergaben kamen die Majestäten an die Reihe. In diesem Jahr konnte Peter Kuczka mit einem 58,6 Teilerschuß die Königskette für den Bürgerschützenkönig entgegennehmen und brachte seine Freude sichtbar zum Ausdruck. Nicht weniger stolz waren der Kinderkönig Louis Nebig (28,7 Ring), Bogenkönig Fabian Staas (287,55 Punkte), Jungschützenkönigin Alena Schacht (29 Ring), die Damenbeste Heike Bade (30 Ring, 6,6 Teiler) und der Volkskönigin Diana Hoppe (89,0 Teiler) über ihre Titel.
Am Kinderkönigsschießen nahmen insgesamt 38 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 15 Jahren teil, das war sehr erfreulich, denn es waren 8 mehr, als im Vorjahr. Der Kinderkönig wird mit dem Lichtpunktgewehr ausgeschossen. 9 Teilnehmer erreichten dabei 25 Ring oder mehr.
Am Abend wurde es dann richtig heiß im Festzelt, denn nach der Proklamation der Majestäten wurde zusammen mit den Bürgern aus Hänigsen zu den Klängen des XANADU-Musik-Express nicht nur gefeiert, sondern auch getanzt und geschwitzt. Die Temperaturen im voll besetzten Festzelt waren hoch und so floss auch reichlich Flüssigkeit, wobei nur wenig verschüttet wurde.
Trotz einer langen Nacht versammelten sich die Schützen bereits am Sonntag um 10 Uhr wieder zum Zeltgottesdienst und Pastor Andreas Mahler für die kirchliche Unterstützung der Schützen. Nach dem anschließenden Königsessen sammelten sich die Mitglieder des Vereins auf dem Festplatz zu einem weiteren Höhepunkt, dem großen Festumzug. Und dabei ist in Hänigsen wieder vieles anders, denn die Hänigser Vereine mit hunderten Teilnehmern, sowie viele Gastvereine aus der Umgebung, Volksschützen, die Kinder, die am Kinderkönigsschießen teilnahmen, Spielmanns- und Fanfarenzüge, sowie andere Gruppen aus dem Dorf nahmen am Ausmarsch teil. Dabei wurden die Majestäten und der Oberst sogar mit Pferdegespannen chauffiert und Herolde auf Pferden, sowie Reiter des Hänigser Reitvereins sorgten für eine bunte Szenerie. Die zahlreichen Zuschauer an den Straßenrändern hatten Spaß und die geschmückten Straßen rundeten den Höhepunkt im Dorf ab.
Am Abend vergnügten sich die Hänigser im Festzelt und wurden durch die ortsansässige Liveband Nerbas & Nerbas unterhalten, um dann am Montag aber wieder frisch zum Anbringen der Königsscheiben anzutreten. Hier gab es in diesem Jahr ein Novum, denn die Schützen wurden aufgrund der langen Wege zu den Königen mit einem Gelenkbus gefahren. Der vierte Schützenfesttag wurde darüber hinaus durch den Kindernachmittag mit Spielen und Attraktionen fortgesetzt und am Montagabend ging das große Fest mit dem Ehrentanz der Majestäten und den Klängen der Liveband 4joy langsam zu Ende. Zu später oder früher Stunde sollen einige Unentwegte noch zum Eierbraten eingekehrt sein. Aber das ist nur ein nicht bestätigtes Gerücht. In Hänigsen ist halt vieles anders, als bei anderen Schützenfesten, auch das Ende am frühen Dienstagmorgen.