Ole Dorpschaule öffnet ihre Pforten

Anna (links) und Eva freuen sich über die Schulbank, "die so gar nichts mehr mit den Bänken gemeinsam hat, die sie kennen."

Vereine aus Uetze stellen sich beim Tag der offenen Tür vor

UETZE (dno). Hinter jedem Exponat verbirgt sich eine Geschichte. Und Geschichten sind beliebt, besonders bei Kindern. So nutzten viele Familien aus Uetze den Tag der offenen Tür in der Ole Dorpschaule, Schulstraße/Ecke Nordmannstraße, um den Wissensdrang ihres Nachwuchses zu stillen. Die Kinder flitzten von Raum zu Raum und staunten über die vielen Ausstellungsstücke, Fotos, Dokumente und Reliquien aus dem vergangenen Jahrhundert.
Mit großem Engagement macht der Heimatbund Uetze unter Leitung von Peter Doms diese Zeit für die Besucher anschaulich. Insgesamt hat er stolze 270 Mitglieder, von denen mehr als 40 aktiv sind. „Wir leben Tradition, möchten Altes erforschen und die Dorfgeschichte lebendig halten“, so Doms. Seit acht Jahren ist er Vorsitzender und stolz darauf, dass trotz sinkenden Interesses an Vereinsarbeit, die Mitgliederzahl des Heimatbundes stetig gestiegen ist. Allerdings komme das Interesse meist erst im betagten Alter, „an Nachwuchs mangelt es leider“, bedauert Doms.
Um dennoch auch die Jüngeren an die Dorfgeschichte heranzuführen, bietet der Heimatbund regelmäßig Führungen für Schulklassen an, die auch gerne angenommen würden. Und auch der jährlich stattfindende Tag der offenen Tür solle Lust auf den Heimatbund und sein Heimatmuseum machen. Dort findet sich ein großes Sammelsurium von Kleidern, Büchern, Geschirr, landwirtschaftlichen Geräten und Alltagsgegenständen aus dem Leben im vergangenen Jahrhundert. „Das sind alles Spenden und Dachbodenfunde von Uetzer Bürgern“, betont Doms.
Besonders beliebt sind die Böttcherei, die Schusterwerkstatt und vor allem die Mini-Schulklasse. Auch Anna und Eva zeigten sich begeistert von den alten Schulbänken mit Tintenfass und Lesefibel sowie dem Tornister. Den Rohrstock sucht man dort allerdings vergebens, „auch wenn die Grundschüler immer mal wieder danach fragen“, erzählt Peter Doms.
Großes Interesse gab es auch an den Kleidern, die im Eingangsbereich ausgestellt waren. Diese wurden aus einem Fallschirm gefertigt, der von einem amerikanischen Soldaten stammte, dessen Flieger im April 1944 abgeschossen wurde, sodass er in Uetze notlanden musste. Und auch im Obergeschoss der Dorpschaule gab es viel zu entdecken: Dort gaben die Modellfluggruppe Uetze und der Modellbahnclub Uetze einen Einblick in ihre Vereinsarbeit und stellten diverse Modelle vor.
Seit Ende 2018 gehört auch eine Fotogruppe zum Heimatbund, die sich einmal monatlich trifft und ihrem Hobby frönt. „Es wird ein Thema besprochen und dann geht es auf Motivsuche“, erzählt Peter Doms. Wer sich für den Heimatbund interessiert oder sogar selbst aktiv werden möchte, kann sich melden unter Telefon (05173) 7752.