Mit Huskys durch den Wald

Kinder und Betreuer gehen mit den Huskys im Wald spazieren. (Foto: privat/Sandra Meyer)
 
Erst einmal lernten sich Kinder und Hunde auf dem großen Gelände von Familie Sander kennen. (Foto: privat/Sandra Meyer)

Das Team vom Jugendraum Schwüblingsen besucht mit einer Kindergruppe den Hof von Familie Sander

Schwüblingsen (r/fh). Bei einem Ausflug des örtlichen Jugendraums haben Mitte Juni elf Kinder den Husky-Hof Sander in Schwüblingsen besucht. Dort haben sie die Hunde ausgiebig gestreichelt, mit ihnen gespielt und in kleinen Gruppen Waldspaziergänge unternommen. Zum Einstieg gaben die Besitzer Olaf und Ramona Sander ihnen eine kleine Einführung in die Besonderheiten dieser Hunderasse. Dabei räumten sie auch mit dem Vorurteil auf, dass Huskys an einem solchen warmen Sommertag besonders litten. „In ihrer ursprünglichen Heimat in Sibirien sind die Sommer auch sehr heiß. Temperaturen über 40 Grad sind da keine Seltenheit“, betonte Olaf Sander.
Allerdings sei es wichtig, die Hunde bei Hitze nicht zu überfordern. „Sie selbst merken nicht, wann es zu viel wird. Wenn ich sie bei solchem Wetter vor einen Wagen spannen würde, würden sie begeistert loslaufen und ihn ziehen, bis sie umkippen und kollabieren“, erläutert Sander. Deshalb halten er uns seine Frau sich an strikte Regeln: Sie betreiben den Zugsport nur bis zum Frühling bei Temperaturen unter 15 Grad, danach folgt eine lange Sommerpause.
Bei der Aktion des Jugendraums erkundeten die Kinder erst einmal ausgiebig das rund 900 Quadratmeter große Gelände mit Klettergerüsten für Hunde. Einige Kinder seien anfangs etwas zurückhaltend gewesen. „Aber spätestens als die Hunde vorsichtig ihre Hand geleckt haben, ist das Eis schnell gebrochen“, so Sander. Danach ging es zu Fuß etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde durch den schattigen Wald. „Wir hatten für die Hunde natürlich viel Wasser dabei und haben zwischendurch kleine Trinkpausen eingelegt“, betont der Besitzer.
Für den Spaziergang wurden kleine Teams gebildet, jeweils bestehend aus einem Kind, einem Betreuer vom Jugendraum und einem Husky. Sowohl dem Kind als auch dem Erwachsenen wurden Bauchgurte angelegt, an die der Hund dann angespannt wurde. Die Betreuer stellten sicher, dass die Huskys nicht zu stark zogen und so die Kinder gut mitlaufen konnten, so wie jeder es für sich wollte. Zusätzlich war die Leine mit einem Ruckdämpfer ausgerüstet, damit niemand durch plötzliches Ziehen umgerissen wurde. Außerdem lief noch jemand vom Husky-Hof mit, der mit den Hunden vertraut war, um Tipps zu geben und notfalls einzugreifen. „Das war aber nicht wirklich nötig“, betont Sander.
Mit dem Zugsport im Burg­dorfer Holz geht es dann erst wieder bei deutlich kühleren Temperaturen im Herbst los. „Wir tasten und dann ganz langsam wieder heran und starten erst einmal mit Touren von rund zwei Kilometern Länge. Wenn die Hunde dann wieder im Training sind, schaffen sie locker 15 Kilometer und mehr. Im Winter sind wir auch mal bis zu 40 Kilometer unterwegs“, schildert Sander.
Im vergangenen Februar hat er auch Familien angeboten, einen Hund vor die kleinen privaten Schlitten zu spannen, sodass sich die Kinder eine Runde ziehen lassen konnten. „Gerade inmitten der Corona-Epidemie wollten wir ihnen damit eine kleine Freude machen. Und die Huskys waren bei Schnee und Eis natürlich voll in ihrem Element“, blickt er zurück.
Familie Sander hat zur Zeit acht eigene Huskys und vier in Pflege. Die ersten beiden haben sie vor vier Jahren angeschafft, nachdem sie von Hannover nach Schwüblingsen gezogen waren. Im Laufe der Zeit wurden es dann immer mehr. „Wir haben zum Beispiel einen Husky aus einer Tötungsstation in Bulgarien aufgenommen, einen anderen aus schlechten Haltungsbedingungen“, sagt Sander.
Längst nicht alle Halter würden den besonderen Ansprüchen der Hunderasse gerecht. Sie bräuchten viel Bewegung und Beschäftigung. „Außerdem haben sie ihren eigenen Kopf, treffen selbständig Entscheidungen und stellen Befehle in Frage. Man kann sie genauso wenig dressieren wie eine Katze“, sagt Sander und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Insofern war es eine gute Übung, dass wir in unserer Wohnung in Hannover vorher Katzen gehalten haben.“