Kühler Start in den Sommer

Ilsemarie Horst (von links) und Edeltraud Leermann haben das Schwimmerbecken zum Saisonstart noch fast für sich allein.

Zum Saisonauftakt genießen etwa 400 Gäste ein ausgiebiges Frühstück im Hänigser Freibad / Ins Wasser trauen sich nur wenige

HÄNIGSEN (fh). Laut morgendlicher Messung soll das Wasser 21 Grad warm sein. "Es fühlt sich aber noch deutlich kälter an", sagt Maren Busse. Zusammen mit ihrem Sohn Justus gehörte sie zu den wenigen Mutigen, die sich zur Saisoneröffnung ins Wasser wagten. Anders als ihre Kollegen vom Uetzer Naturbad konnten die Hänigser Freibadgenossen dank ihrer Heizanlage die Sommersaison pünktlich am 1. Mai einläuten. Doch so richtig angenehm sind die Temperaturen in den Becken trotzdem noch nicht. "Gegen die kalten Nächte kommt die Heizanlage einfach nicht an", erläutert Betriebsleiter Manfred Eberl.
Während Maren und Justus Busse im Nichtschwimmerbecken gegen die Kälte anpaddeln, wagen sich Ilsemarie Horst und Edeltraud Leermann sogar ins Schwimmerbecken, das noch einmal ein bis zwei Grad kälter ist. "Ich genieße es, mich frei im Wasser zu bewegen", sagt Horst, die eine Hausarztpraxis in Immensen hat. Nach dem viel zu warmen und trockenen Sommer im vergangenen Jahr wolle sie sich über einige kühle Tage Anfang Mai nicht beklagen.
Auch die übrigen rund 400 Gäste bei der Saisoneröffnung beschweren sich nicht über das Wetter - zumal es an diesem Morgen nicht regnet und sich nach einem eher trüben Start sogar zusehends die Sonne blicken lässt. Doch ins Wasser zieht es die meisten noch nicht so richtig. Sie sind an diesem Morgen vor allem wegen des umfangreichen Frühstücksbüfett gekommen, das der Förderverein des Freibads hergerichtet hat.
Die Zahlen sprechen für sich: Etwa 700 Brötchen und zusätzlich Brot, 800 Eier und 17 Kilogramm Wurst standen auf der Einkaufsliste. Der Milchhof Osterwiese hat außerdem 13 Liter Milch und 20 Kilogramm Joghurt gespendet. Vor Ort brutzeln die Freibadfreunde noch 16 Kilogramm Bacon. Und so beeindruckend all das auch klingt: Als das kleine Eröffnungsfest gegen 11 Uhr langsam ausklingt, bleibt tatsächlich nicht mehr viel übrig.
An den Wassertemperaturen hat sich in den vergangenen zwei Wochen seit der Eröffnung wenig geändert. Aufgrund des ungemütlichen Wetters sind die Werte im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sogar wieder unter 20 Grad gesunken. Selbst im deutlich flacheren Planschbecken liegen sie nur bei 19,5 Grad. Das Vorstandsteam um Sprecher Rainer Lindenberg muss trotzdem nicht allzu sorgenvoll aus dem Fenster und in das Kassenbuch schauen.
Denn 1600 Hänigser haben mittlerweile einen Genossenschaftsanteil also mehr als ein Viertel der rund 6000 Dorfbewohner. Und fast genauso viele sind auch schon als Nutzer einer Saisonkarte eingetragen, ob nun einzeln oder als Familie. Bei so einer soliden und gut kalkulierbaren Basis können Vorstand und Genossen beruhigt schlafen und schon mal ein bisschen von dem ein oder anderen heißen Sommertag träumen...