Jähes Ende einer langen Tradition

Dieses Bild gehört wohl erst einmal der Vergangenheit an: 2019 wird es in Uetze und Hänigsen voraussichtlich keine Altpapiersammlungen für den guten Zweck geben. (Foto: privat)

Unternehmen will 2019 keine Container mehr für die regelmäßigen Altpapiersammlungen der CDU-Ortsverbände aufstellen

HÄNIGSEN/UETZE (fh). Schlechte Nachrichten für die CDU-Ortsverbände und viele örtliche Vereine: Die Papierfabrik aus dem Harz will 2019 keine Container mehr für die Altpapiersammlungen in Hänigsen und Obershagen aufstellen. Wirtschaftlich lohne sich das nicht mehr, teilte das Unternehmen mit. „Dieses Jahr wird es deshalb keine Sammlungen geben, wir hoffen aber, einen neuen Abnehmer zu finden, mit dem wir die Aktion in Zukunft fortführen können“, sagt Heidi Marz, Vorsitzende der CDU Hänigsen, Altmerdingsen, Obershagen. Denn die Erlöse seien immer der Jugendarbeit zugute gekommen - und deshalb wichtig für die Ortschaften.
Im Laufe von rund 40 Jahren war es zu einer festen Tradition geworden: Viermal im Jahr sammelte die CDU in Hänigsen und Uetze Altpapier und hat dabei zuletzt jeweils 100 bis 150 Euro eingenommen. Jedes Mal kam das Geld einem anderen Verein zugute, beispielsweise den Freiwilligen Feuerwehren, Sport- oder Reitvereinen, den Grundschulen oder den Kindergärten. Zuletzt hatten die Container Anfang November an den bekannten Standorten auf dem Schützenplatz an der Wathlinger Straße in Hänigsen und am Brommerklimt 10 in Uetze gestanden. Der Erlös ging an die Krippe Fuhsestrolche und den Fördervereins der Grundschule am Storchennest.
In ihrer Pressemitteilung hatte die örtliche CDU damals geschrieben, dass „ein letztes Mal im Jahr 2018“ gesammelt werde. Dass es vielleicht das letzte Mal überhaupt gewesen sein könnte, hatte da noch niemand geahnt. „Das Unternehmen hatte zwar schon ein paar Mal gezuckt, uns die Container dann aber doch immer wieder aufgestellt. Wir sind traurig, dass es jetzt so plötzlich vorbei ist“, sagt Marz.
Ihr sei bewusst, dass die Sammlungen für das Unternehmen nicht mehr so rentabel waren, wie in der Anfangszeit. „Zum einen sind die Altpapierpreise im Keller, zum anderen ist auch nicht mehr so viel zusammengekommen wie vor 30 oder 40 Jahren“, sagt sie. Das liege auch daran, dass es nun beispielsweise an den Wertstoffinseln Tonnen gebe, in denen das Papier das ganze Jahr über entsorgt werden könne.
Etwa 3.000 bis 4.000 Kilogramm Papier seien in den vergangenen Jahren bei jeder Sammlung zusammengekommen. „Der Container war leider nicht immer ganz voll“, sagt Marz. Da gab es auch schon andere Zeiten: Marz hat einen alten Zeitungsartikel aus dem Jahr 1980 wiedergefunden. Bei einer Sondersammlung, bei der unter allen Teilnehmern ein Fahrrad verlost wurde, waren damals rund 30.000 Kilogramm abgegeben worden – also fast zehn Mal so viel wie zuletzt. Es musste extra ein zweiter Sattelzug angefordert und das Papier mit Radladern verladen werden.