In Obershagen feierte das ganze Dorf ein stimmungsvolles Schützenfest

Die Schützenkönige aus Obershagen mit ihren farbenprächtigen Scheiben nach der Proklamation im Festzelt. (Foto: Holger Staab)
 
Dorit Hoffmann mit dem überdimensionalen Hübner-Pokal, der von Ortsbürgermeister Werner Hübner gestiftet wurde. (Foto: Holger Staab)

Thorsten Tickwe regiert im kommenden Jahr die Obershagener Schützen

OBERSHAGEN (hs). In Obershagen regierten am vergangenen Wochenende nicht nur die Schützen. Beim Schützenfest 2011 waren, wie auch in den Jahren zuvor, die Bürger des Dorfes genauso aktiv, wie der Schützenverein von 1938 e.V. selbst. Und so wurde das Volksfest Mitten im Herz des Dorfes, trotz der kühlen Temperaturen und viel Regen, wieder eine gelungene Veranstaltung, die Vereine, Bürger, Schützen und die Politik enger zusammenrücken lassen. Das Fest hat somit an Geselligkeit und Dorfleben für Obershagen nichts eingebüßt, sondern eher noch an Bedeutung gewonnen.
Traditionell wird in Obershagen an drei Tagen gefeiert und so begann das Fest am Freitag mit dem öffentlichen Kommers im Festzelt, dass die Schützen am Morgen festlich geschmückt hatten. Hierzu konnte der 1. Vorsitzenden des Schützenvereins, Dietmar Langemeyer, neben den Schützen auch Abordnungen befreundeter Vereine, wie Otzenia Otze, sowie die Feuerwehr aus Obershagen begrüßen. Vor dem Vergnügen mit Tanz und viel Spaß, sollte die Proklamation der Könige aber einer der Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltung werden. Damit die Bürger des Dorfes in das Schützenwesen mit eingebunden werden, wurde auch die Verleihung des Dorfpokals, des Feuerwehrordens und des Pokals der Sportvereine durchgeführt. Der Schützenverein bindet so auch viele Nichtmitglieder des Dorfes mit ein und das zahlt sich aus. Das Zelt war gut gefüllt und die Stimmung erwartungsvoll.
Die Majestäten des Schützenvereins wurden dann bei der spannenden Bekanntgabe proklamiert. Dazu ruft Langemeyer mehrere Schützen oder Schützinnen nach vorn und dann werden erst die Plätze bekanntgegeben, bis zum Schluss also Dramatik, bis die Könige letztlich feststehen, denn sie wissen zuvor noch nichts von ihrem Ehrenamt. Volkskönig wurde Sorrentino Massimo (259,3 Teiler). Er ist Bürger aus Obershagen und nicht im Schützenverein aktiv. Die Ehre des Schützenkönigs erhielt in diesem Jahr Thorsten Tickwe, der einen 139,4-Teilerschuss abgab und damit die neue Königsscheibe 2011 an das Wohnhaus angebracht bekam. Damenkönigin Christina Langemeyer (221,2 Teiler) sorgte als Ehefrau des 1. Vorsitzenden dafür, dass Dietmar Langemeyer, wie er scherzhaft bemerkte, „nicht in den Skiurlaub in den Harz fahren konnte.“ Für eine Wiederholung ihres letztjährigen Erfolges sorgte Kinderkönigin Lara Klawikowski (431,1 Teiler). Den Titel Jugendkönig sicherte sich Felix Könemann (203,8 Teiler) und Seniroenkönig wurde Peter Hüttinger (144,2 Teiler). Alle Könige werden ein Jahr regieren und die Farben des Schützenvereins in der Region Hannover vertreten.
Beim anschließenden Tanzabend wurde kräftig und zünftig gefeiert. So mancher Bürger machte die Nacht zum Tag und kam erst bei Sonnenaufgang in die horizontale Ruhephase. Der Feiermarathon ging aber gleich am Mittag des nächsten Tages weiter, denn der Sonnabend gehört den Königen. Die Scheiben werden ihnen nach Haus gebracht und dort auch so angebracht, das jeder weiß: „ Hier wohnt Obershagens Schützenkönig 2011.“ Am Abend schloss sich nach dem Königstanz im Festzelt ein weiterer Festball mit Diskjockey, der etwas an der Kondition der Schützen zehrte. Auch zu dieser Festivität hatten alle Besucher freien Eintritt, ein weiterer Aspekt, dass die Schützen in Obershagen ihr Fest mit dem Volk teilen wollen und auch konnten.
Die schießsporttreibenden Mitglieder stellten dann am Sonntag ihre Kondition auf die Probe. Schon um 9.30 Uhr wurde der Zeltgottesdienst durchgeführt und anschließend war das Königsessen im Festzelt eine Pflichtaufgabe für alle schon etwas angeschlagenen Schützen. Spätestens aber zum Festumzug wurden die Aussichten wieder besser und die Müdigkeit war wie weggeblasen. Beim traditionellen Marsch durch die Straßen zu den Klängen der Spielmannszüge Riedel Hänigsen und Wietze waren viele Vereine aus dem Dorf und Nachbarvereine aus der Schützenregion dabei und veranstalteten ein buntes Spektakel in Obershagen.
Die Spielmannszüge sorgten anschließend im Festzelt für gute Stimmung und die Kaffeetafel sowieso. Am Abend beim „Tanz für alle“ wurden auch die letzten Reserven aufgebraucht, aber es ist ja nur einmal im Jahr Schützenfest. Die alteingesessenen Obershagener schafften auch dies noch und konnten sich spätestens am Montag bei einem Urlaubstag so richtig erholen und sich seitdem an ein gelungenes Fest 2011 zurückerinnern.