Ilse Blume feiert ihren 100. Geburtstag

Die Hänigserin Ilse Blume hat ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Die Hänigserin hat im Dorf früher eine Wäscherei betrieben

Hänigsen (fh). Ilse Blume hat am Donnerstag ihren 100. Geburtstag gefeiert. Vor allem den alteingesessenen Hänigsern ist sie bekannt, weil sie im Dorf rund 20 Jahre lang eine Wäscherei betrieben hat.
"Von der Eröffnung Mitte der fünfziger bis in die siebziger Jahre lief das Geschäft gut. Dann hat es sich nicht mehr gelohnt und wir mussten schließen, weil sich immer mehr Familien eine private Waschmaschine gekauft haben", erinnert sie sich.
Noch heute wohnt sie in dem Haus, in dem sie damals mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebte. In dem Anbau, in dem sich einst die Wäscherei befand, richtete sie sich später eine Sauna ein. "Bis zum Beginn der Corona-Epidemie habe ich sie jeden Mittwoch zusammen mit drei Freundinnen genutzt", sagt sie. Die vier Frauen kennen sich schon seit vielen Jahrzehnten. Früher sind sie regelmäßig kegeln gegangen. Als ihre Gelenke das irgendwann nicht mehr mitmachten, haben sie das Rummicup-Spielen für sich entdeckt.
Da die Infektionszahlen jetzt zurückgehen und sie bereits vollständig geimpft ist, hofft die 100-Jährige nun, dass solche Treffen bald wieder möglich sein werden. "Nur Telefonieren allein ist einfach nicht dasselbe. Man muss sich auch von Zeit zu Zeit sehen", findet sie. Für sie seien es deshalb auch ganz besonders schöne Momente, wenn die Familie zusammenkommt und sie ihre Tochter, ihre beiden Enkel und die drei Urenkel sieht.
Wenn sie auf ihr Leben zurückblickt, kommen ihr viele schöne Erinnerungen in den Sinn. Sie hat aber auch schwere Zeiten durchgemacht. Vor etwa 25 Jahren trafen die Hänigserin  kurz hintereinander zwei Schicksalsschläge: 1996 starb ihre ältere Tochter und zwei Jahre später ihr Mann, mit dem sie über 50 Jahre verheiratet gewesen war.
Ilse Blume ist am 21. Mai 1921 zur Welt gekommen und in Wathlingen aufgewachsen. Als junge Frau wurde sie während des Zweiten Weltkriegs bei der Gewerkschaft Elwerath dienstverpflichtet. "Dort habe ich meinen Mann kennengelernt, der aus Hänigsen kam", erinnert sie sich. Bald darauf wurde er als Soldat eingezogen und geriet in britische Gefangenschaft. Kurz vor Kriegsende wurde er freigelassen und schon im Sommer 1945 heiratete das junge Paar.
Besonders gern erinnert sich Ilse Blume an die gemeinsamen Reisen. "Als ich noch die Wäscherei hatte, konnten wir nur selten in den Urlaub fahren. Ich war mit meinem Mann und meinen Töchtern aber ein paar Mal zum Zelten in Italien", blickt sie zurück.
Später im Rentenalter haben sie dann zu zweit noch viel von der Welt gesehen. "Unsere weiteste Reise führte uns nach Amerika und die schönste war die Hurtigruten bei Norwegen", sagt Blume. Damals seien sie mit dem Auto bis nach Bergen gefahren und dort dann aufs Schiff gestiegen.
So schön es in der Ferne war, am Ende sind sie immer gern wieder nach Hänigsen heimgekehrt. Das Vereins- und Dorfleben wollten sie nicht missen. Viele Jahrzehnte lang hat Ilse Blume sich im Roten Kreuz engagiert. Außerdem war sie Mitglied im Heimatverein und bei den Schützen. Die Schützenfeste und viele andere Feiern im Dorf gehörten für sie selbstverständlich dazu.
Und hat sie noch einen Geheimtipp für ein langes und gesundes Leben? "Jeden Abend ein Glas Wein und vor allem ganz viel Humor. Ich habe immer einen Witz auf Lager", empfiehlt sie mit einem Augenzwinkern.