Hohe Auszeichnung für Naturschützer

Die Gemeinde Uetze hat jetzt zwei Ehrenbürger: Reinhard Brandes (rechts) und frisch ernannt Erhard Zander.
 
Bürgermeister Werner Backeberg dankt Erhard Zander für seinen unermüdlichen Einsatz im Sinne der Allgemeinheit.

Der Uetzer Bürgermeister Werner Backeberg ernennt Erhard Zander zum Ehrenbürger

Uetze (fh). In einer kleinen Feierstunde hat die Gemeinde Uetze Erhard Zander zum Ehrenbürger ernannt. „Das ist die bedeutendste Auszeichnung, die wir als Kommune zu vergeben haben“, betonte Bürgermeister Werner Backeberg. Die Politiker aller Parteien hatten zuvor im Rat einstimmig beschlossen, Zanders unermüdliches Engagement für Natur- und Artenschutz auf diese Weise zu würdigen. „Du setzt dich seit 40 Jahren für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage ein und bist gewissermaßen das ökologische Gewissen der Gemeinde“, würdigte Backeberg in seiner Laudatio.
Erhard Zander ist Naturschutzbeauftragter der Gemeinde und Mitbegründer der örtlichen Nabu-Gruppe. Sein ehrenamtliches Engagement begann im legendären Schneewinter 1978/79, als im Altkreis wie vielerorts fast alle Schleiereulen verhungert waren. „An Wochenenden und Urlaubstagen habe ich damals eine Bestandsaufnahme gemacht“, erinnert sich Zander. Mit traurigem Ergebnis: Nur ein Pärchen in einer Hänigser Scheune habe die Kälte damals überlebt gehabt. „Der Landwirt hat dort Tauben gehalten. Immer wenn er sie gefüttert hat, sind auch die Mäuse herausgekommen und die Eulen konnten die ein oder andere fangen“, begründet er. Seitdem hat Zander mehr als 120 Nistkästen aufgehängt, in denen im Verlauf der vergangenen vier Jahrzehnte rund 5700 Schleiereulen herangewachsen sind. Ihr Bestand habe sich mittlerweile wieder erholt.
Später setzte sich Zander auch für den Schutz von Weißstörchen, Amphibien und Insekten ein, hielt Vorträge, bot Exkursionen für Kinder an und unterstützte auch die Umweltbildung in Schulen, Kitas und bei der Jugendfeuerwehr. „Es ist unmöglich, im Rahmen einer Laudatio alles aufzuzählen, was eigentlich einer Erwähnung würdig wäre“, räumte Backeberg ein.
Auch für Politik und Verwaltung sei Zander ein wichtiger Ansprechpartner, beispielsweise wenn es bei Bebauungsplänen um die Umweltverträglichkeit oder Ausgleichsmaßnahmen gehe. „Immer wieder heißt es dann: Das geht in Ordnung, das haben wir schon mit Erhard Zander abgestimmt. Und damit ist die Sache dann geritzt“, beschrieb er das hohe Ansehen und den Stellenwert des Naturschützers. Kennzeichnend seien dabei sein bescheidenes Auftreten, hohe Sachkenntnis, akribische Vorbereitung und Beharrlichkeit in der Sache. Außerdem trete Zander zwar mitunter auch energisch für seine Überzeugungen und Ziele ein, sei dabei aber auch stets auf den Ausgleich der unterschiedlichen Interessen bedacht.
Nachdem er die Urkunde von Backeberg entgegen genommen hatte, bedankte sich Zander für das Vertrauen, das ihm stets entgegengebracht worden sei. „Ich habe nicht mit dieser Auszeichnung gerechnet, aber ich habe mich sehr gefreut“, bekannte er. Zu der Feierstunde in der Agora waren Vertreter aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft gekommen. Unter ihnen war auch Reinhard Brandes, der 1997 für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement zum Ehrenbürger ernannt worden ist. Für musikalische Unterhaltung sorgte Friederike Meinert von der Musikschule Ostkreis Hannover am Klavier.