„Grüner Strom“ für Dollbergen

Grundsteinlegung für das neue Biomasse-Heizkraftwerk in Dollbergen.

Im März 2020 soll erster Strom ins Netz eingespeist werden

DOLLBERGEN (dno). Technische Zeichnung, Tageszeitung und ein paar Geldmünzen – so der Inhalt der Zeitkapsel, die im Rahmen der Grundsteinlegung für das neue Biomasse-Heizkraftwerk der DBE-Dollbergen Bioenergie GmbH, einzementiert wurde. Dieses wird im Gewerbe- und Industriegebiet Dollbergen, direkt an der L387, errichtet und soll bereits im März 2020 seinen Betrieb aufnehmen. „Ein strammer Zeitplan“, erklärt Günter Fölting, Geschäftsführer der DBE. „Es wurde viel unternommen, um dieses Projekt zum Laufen zu bringen, nicht alles führte zum Ziel. Doch wir haben nie aufgehört, Lösungen zu finden und sind zuversichtlich, diesen ambitionierten Zeitplan einzuhalten.“
Das neue Kraftwerk wird auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten und produziert aus nachwachsenden Rohstoffen Strom und Wärme. Ein Teil des erzeugten Dampfes wird direkt in die benachbarte Raffinerie der Firma Avista Oil geleitet, um sie mit Wärme zu versorgen. Zusätzlich können dadurch etwa 17.000Haushalte könnten dadurch versorgt werden.
Rund 40 Millionen Euro werden in das neue Kraftwerk investiert, das etwa 67.860 Megawattstunden Strom produzieren wird. Als Brennstoff wird sogenanntes Landschaftspflege- und Biokompostierungsmaterial verwendet. „Für die Gemeinde Uetze ein weiterer Baustein, auf ihren Weg zur CO2-neutralen Gemeinde“, so Bürgermeister Werner Backeberg. Er hob weiterhin hervor, dass „das Projekt  den Standort stärken würde“ und lobte die Firma Avista Oil, „als eines unserer Vorzeigeunternehmen.“
Auch in der Region wird das neue Biomasse-Heizkraftwerk begrüßt. Bei der Grundsteinlegung erläuterte Michael Dette, stellvertretender Regionspräsident Hannover,  wie „wichtig der Klimaschutz für die Region ist.“ „Die Gemeinde Uetze leistet mit diesem Projekt einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland“, so der stellvertretende Regionspräsident weiter. Als ein „Projekt mit Vorbildcharakter“ bezeichnete auch Uwe Leonhardt, Geschäftsführer der Umweltmanagement AG UMaAG das neue Heizkraftwerk.
In der Vergangenheit gab es aber auch kritische Stimmen. So äußerten die Nachbarorte u.a. Oelerse ihre Bedenken, hinsichtlich eines erhöhten Verkehrsaufkommens - besonders des Schwerlastverkehrs - für die Ortschaft. „Nach Einschätzung der Gemeinde Uetze sind die Bedingungen zumutbar“, erklärte Werner Backeberg die Lärm- und Verkehrsbelastung.