„Gottesdienst wurde mit Leben gefüllt“

Zum diesjährigen Weltgebetstag war das Haus der Begegnung in Hängsen gut gefüllt.

Frauen aus Slowenien wurden zum Weltgebetstag in Hänigsen begrüßt

VON DANA NOLL

HÄNIGSEN. Mit einem „Doh-ber we-tschér“ (gesprochen für Guten Abend auf slowenisch) begrüßte Marianne Hackbart vom Kirchenvorstand die Gäste des Weltgebetstages im Haus der Begegnung in Hänigsen. Dieser findet immer am ersten Freitag im März statt und wird in über 120 Ländern begangen. Entstanden in den USA als Weltgebetstag für Frauen, wird er seit dem 4. März 1927 gefeiert. Seit einigen Jahren sind auch Herren herzlich Willkommen, sind aber, wenn man sich im Kirchenkreis Burgdorf umschaut, noch immer stark in der Unterzahl. Auch in Hänigsen fand sich unter den Gästen nur ein Herr, Reiner Frackenpohl, der seine Frau zu der Veranstaltung begleitete.
„Hinter dem Gebetstag steckt geballte Geschichte. Es ist heute die größte ökumenische Basisbewegung von Frauen. Ihr Motto lautet: Informiert beten – betend handeln“, erzählt Marianne Hackbart. In Deutschland führten erstmals 1927 Methodistinnen den Weltgebetstag durch. Dem Komitee gehören zwölf kirchliche Frauenverbände und -organisationen an, die aus neun unterschiedlichen Konfessionen kommen.
Die Gottesdienstordnung für 2019 stammt von Frauen aus Slowenien und hatte das Thema „Kommt, alles ist bereit!“
„Der gedeckte Tisch steht als Sinnbild dafür, das an ihm noch Platz ist und alle willkommen sind“, erklärt Marianne Hackbart.
So wurde nicht nur das Programm passend zum Thema gestaltet, sondern auch die Tische gemäß den slowenischen Landesfarben - rot,weiß, blau - dekoriert. Corinna Naumann zauberte hierfür aus Papier zarte, rote Nelken, die auf den schön eingedeckten Tischen ihren Platz hatten.
Bei einem kleinen Vortrag zu Land, Leuten und Kultur, gab Angela Cording einen Überblick über eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union. So erfuhren die Gäste, dass von den knapp zwei Millionen Einwohner*innen 60 Prozent katholisch sind.
Immer wieder wurde gemeinsam gesungen, darunter auch slowenische Volkslieder wie „Es ist noch Platz“. Unter den Gästen waren auch slowenische Frauen, die ihre Geschichten und Erfahrungen mit den Gastgeber*innen teilten. So wie Marieta, die von „einer Zeit erzählte, indem das Land noch ein sozialistisch-kommunistischer Staat war.“ Natascha berichtete, wie es ist, „zu einer ethnischen Minderheit zu gehören.“ Als Romni verbrachte sie ihre Kindheit in einem Roma-Dorf. Und obwohl sie persönlich nie von Ausgrenzung betroffen war, erlebte sie leider, von der Ablehnung, unter der viele andere Romni leiden müssen.
Nach der Veranstaltung wurden gemeinsam traditionelle Speisen aus Slowenien gegessen.