Glasfaserausbau geht voran

Der Uetzer Wirtschaftsförderer Andreas Fitz (von links), Bauleiter Stefan Kraege und Projektmanager Christian Fauland von der Deutschen Glasfaser sowie Bürgermeister Werner Backeberg freuen sich über das frisch gebaute Hauptverteilerhäuschen. Von dort aus sollen die Haushalte in der Ortschaft Uetze mit schnellen Internetverbindungen versorgt werden.

In der Gemeinde Uetze versorgen zwei Unternehmen die Ortschaften mit schnellem Internet

Uetze (fh). Der Glasfaserausbau ist in der Gemeinde Uetze in vollem Gange: Sowohl das bundesweit tätige Unternehmen Deutsche Glasfaser als auch die Hänigser Firma FNOH-DSL Südheide verlegen derzeit in mehreren Ortschaften neue schnelle Datenleitungen und werben um Kunden. Wer einen entsprechenden Vertrag abschließt, kann bald mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde im Internet surfen. „Die Corona-Epidemie hat vor Augen geführt, wie wichtig schnelle und stabile Verbindungen sind, beispielsweise für Videokonferenzen im Homeoffice und den digitalen Unterricht“, betont Bürgermeister Werner Backeberg.

Tiefbauarbeiten in der Ortschaft Uetze beginnen

Die Deutsche Glasfaser beginnt jetzt mit dem Ausbau in der Ortschaft Uetze. Am vergangenen Dienstag hat das Unternehmen auf dem Freibad-Parkplatz an der Bodestraße den Hauptverteiler aufgebaut. Von dort aus werden nun die Kabel zu den einzelnen Haushalten verlegt. Die dafür nötigen Tiefbauarbeiten sollen bereits nächste Woche beginnen. „Spätestens Ende Juni können wir voraussichtlich bei den ersten Kunden die neuen schnellen Anschlüsse aktivieren, bis Dezember folgen dann nach und nach alle weiteren“, kündigt Projektmanager Christian Fauland an.
Noch könnten Interessenten einen Vertrag abschließen. „Solange die Arbeiten in der jeweiligen Straße nicht begonnen haben, ist das kein Problem. Wer sich später entscheide, müsse sich gedulden, bis genügend Interessenten für eine Nachverlegung zusammen gekommen sind. Außerdem müsse er die Kosten für den Hausanschluss dann selbst tragen, während das im Zuge des Erstausbaus die Deutsche Glasfaser übernimmt.
Insgesamt haben nach Unternehmensangaben in den Ortschaften Uetze, Eltze und Dedenhausen bisher 1500 Kunden unterschrieben. „Für uns lohnt sich der Ausbau wirtschaftlich nur, wenn mindestens 40 Prozent mitmachen. Dieses Quorum ist erfüllt“, erläutert der Projektmanager. Auch in Dollbergen, Katensen und Altmerdingsen sei die Zielmarke erreicht. In Katensen und Altmerdingesen sollen die Tiefbauarbeiten im Mai beginnen, in Dollbergen, wo die Deutsche Glasfaser mit htp kooperiert, im Juli.
Die Hauptleitung, auch Backbone (englisch für Rückgrat) genannt, hat das Unternehmen bereits durch mehrere Ortschaften verlegt. Sie verläuft von Dedenhausen nach Eltze, dann weiter nach Uetze, Altmerdingsen, Krätze, Katensen und wieder zurück nach Dedenhausen. „Durch diesen Ringschluss ist das Netz weniger anfällig für Störungen“, erläutert Fauland.

Reibungsloser Ablauf in Dedenhausen und Eltze

In Dedenhausen sind die Arbeiten schon weit vorangeschritten, die Deutsche Glasfaser will dort übernächste Woche bei den ersten Kunden die neuen Anschlüsse aktivieren. Eltze soll zeitnah folgen. „Bisher läuft das alles recht reibungslos, es gibt keine nennenswerten Beschwerden“, betont Bürgermeister Werner Backeberg.
Die Stadt Burgwedel hatte mit den Ausbauprojekten der Deutschen Glasfaser ganz andere Erfahrungen gemacht: Dort haben sich Bürger und Verwaltung wiederholt über unsachgemäß ausgeführte Arbeiten und Schäden an Straßen sowie Wasser-, Strom- und Telefonleitungen beklagt. Das wird vor allem auf die die Beteiligung unterschiedlicher Subunternehmen geschoben. Die Gemeinde Uetze entschied sich, der Firma trotzdem eine Chance zu geben, die Arbeiten aber engmaschig zu überwachen. „Ein Mitarbeiter kontrolliert die Baustellen regelmäßig“, betont Backeberg.
In Burgdorf haben die Rats­politiker sich im vergangenen Jahr wegen der Negativ-Berichte auf Empfehlung der Stadtverwaltung gegen eine Kooperation mit der Deutschen Glasfaser entschieden – allerdings mit dem Ergebnis, dass der Ausbau seitdem nicht vorangegangen ist. Kürzlich haben CDU und SPD das Thema dort wieder auf die Tagesordnung gesetzt und fordern von der Verwaltung, nach geeigneten Anbietern zu suchen.

Hänigser Unternehmen plant weiteren Ausbau


In der Gemeinde Uetze sind sogar zwei Anbieter aktiv: Auch die Hänigser Firma FNOH-DSL Südheide will den Glasfaser­ausbau dort weiter vorantreiben. „Ursprünglich hatten wir geplant, im Laufe der nächsten Jahre alle Ortschaften zu versorgen und waren darüber auch bereits mit der Verwaltung im Gespräch. Leider ist uns dann die andere Firma dazwischen gekommen“, bedauert Geschäftsführer Cord Homann. Von Dedenhausen, Eltze und Dollbergen habe sich sein Unternehmen deshalb bereits verabschieden müssen.
In anderen Ortschaften laufe es besser: Jüngst hat FNOH in Altmerdingsen nördlich der B188 sowie südlich der Bundesstraße an der Schaftrift Leitungen verlegt. „Bei den ersten Kunden können wir die Anschlüsse dort voraussichtlich im Mai aktivieren“, kündigt Homann an. Etwas zur gleichen Zeit ist das im Gewerbegebiet an der Bernroder Straße geplant. Auch das Neubaugebiet Schapers Kamp und angrenzende Bereiche im Nordwesten von Uetze hat die Hänigser Firma auf dem Zettel.
Den Bereich Irenensee/Spreewaldseen hat sie bereits vor geraumer Zeit mit Glasfaser versorgt. Auch in einem Teil Schwüblingsens hat sie interessierte Haushalte an das schnelle Datennetz angeschlossen, als dort vor zwei Jahren das Nahwärmenetz installiert wurde. „Die andere Hälfte des Ortes haben wir ebenfalls im Blick“, sagt Homann. Einen konkreten Zeitplan gebe es aber noch nicht. Das gleiche gelte für Hänigsen und Obershagen. „Dort hatten wir bereits die ersten Kunden angeworben, haben das dann aber erst einmal wieder zurückgestellt, weil wir getrieben von der Konkurrenz andere Gebiete vorziehen mussten“, sagt Homann.
Demnächst wolle das Unternehmen in den beiden Ortschaften vor der eigenen Haustür wieder intensiv in der Vorvermarktung einsteigen. „Wir könnten dort noch in diesem Jahr mit dem Ausbau beginnen“, so Homann. Allerdings nur, wenn es genügend Nachfrage gebe, bisher sei sie eher verhalten. „Wegen der Corona-Epidemie können wir zur Zeit keine Infoveranstaltungen für Bürger anbieten. Sie fehlen uns“, sagt Homann.