Genug Wasser für alle?

In einem Modellprojekt wollen die Gemeinde Uetze und die Region Hannover untersuchen, wie sich auch in trockenen Sommern Feldberegnung und Trinkwasserversorgung sicherstellen lassen. (Foto: Pixabay)

Bei der Bewerbung um Fördergeld ist das Uetzer Modellprojekt zum Wassermanagement eine Runde weiter

Uetze (r/fh). Im Burgdorfer Holz hat die Trockenheit vielen Bäumen zugesetzt, Fuhse und Erse führten historisch wenig Wasser und im Spreewaldsee löste der niedrige Pegelstand 2020 sogar ein massives Fischsterben aus – die zurückliegenden Sommer haben ihre Spuren hinterlassen. Vor diesem Hintergrund plant die Gemeinde Uetze zusammen mit der Region Hannover ein Kooperationsprojekt zum Wassermanagement und hat dafür Fördermittel in Höhe von rund 260.000 Euro beim Bundesumweltministerium beantragt.
Jetzt ist der Antrag laut Regionspressesprecherin Christina Kreutz in die zweite Runde gekommen. „Ich freue mich, dass es vorangeht. Das Thema ist zu wichtig, um es auf die ‚lange Bank‘ zu schieben!“, betont der Uetzer Bügermeister Werner Backeberg. Ursprünglich hatte er gehofft, dass das Projekt schon in diesem Herbst starten könne, doch das Bewerbungsverfahren zieht sich länger hin, als gedacht. Der Projektträger Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG), der die Förderrichtlinie im Auftrag des Bundesumweltministeriums betreut, begründet die Verzögerungen mit der großen Zahl von eingereichten Anträgen.
Für die zweite Runde müssen die Region und die Gemeinde Uetze nun einen Hauptantrag schreiben, der zwar auf der Projektskizze basiert, aber stärker ins Detail geht und auch eine umfassende Beschreibung der Maßnahmen beinhaltet. Außerdem hat der Projektträger ZUG schon einige Rückmeldungen zur Bewerbung gegeben, die nun ebenfalls eingearbeitet werden sollen. Der Hauptantrag muss bis zum Jahresende eingereicht werden. Laut Regionssprecher Klaus Abelmann ist dann Mitte 2022 mit der endgültigen Entscheidung zu rechnen. „Bei positiver Bescheidung kann im Anschluss der Projektstart erfolgen“, sagt er auf Nachfrage.
Das Modellprojekt trägt den etwas sperrigen Arbeitstitel „Gemeinschaftliches Handeln im Klimawandel – Klimaangepasstes Wassermanagement für Landwirtschaft, Umwelt und Mensch in der Gemeinde Uetze“. Die Überlegung dahinter: Wenn es im Sommer zu wenig regnet und das Wasser immer knapper wird, könnte das bald auch zu Konflikten zwischen Land- und Forstwirtschaft, Trinkwasserversorgern, Umweltverbänden und Anwohnern führen. Denn einerseits ist das Burgdorfer Holz Trinkwassergewinnungsgebiet. Andererseits ist die Landwirtschaft in der Gemeinde ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und es gibt viele Ackerflächen, die im Sommer bewässert werden müssen.
Das Projekt sieht deshalb im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme zum Wasserhaushalt in Uetze vor. Im Folgenden soll zum Beispiel untersucht werden, wie Entwässerungsgräben verschlossen und angestaut werden können, um mehr Wasser in der Fläche zu halten. Um die lokalen und regionalen Akteure aus Land- und Forstwirtschaft, Gewässerwirtschaft und Naherholung sowie die Bürger einzubeziehen, sind im Laufe des Projektes vier Workshops geplant. „Uns ist wichtig, mit den Projektpartnern nicht über- sondern miteinander zu reden und die riesige Herausforderung anzupacken, Wasserverteilung gemeinschaftlich zu denken“, sagt Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover. Die Ergebnisse könnten dann auch anderen Kommunen und Regionen als Vorbild dienen.