Gefahrlos über die Straße

Die ehrenamtlichen Verkehrslotsen sorgen dafür, dass die Kinder sicher über den Zebrastreifen zur Schule kommen.

Ehrenamtliche Verkehrslotsen sorgen für mehr Sicherheit vor Grundschule und Kita

Hänigsen (fh). Als sich die Bustüren öffnen, strömen die Kinder in Richtung Zebrastreifen. Denn um von der Haltestelle zur Grundschule am Storchennest zu kommen, müssen sie die Straßenseite wechseln. Deshalb hat Melanie Voges zusammen mit anderen Eltern und Großeltern jetzt einen ehrenamtlichen Lotsendienst ins Leben gerufen. "Wir sind bisher zu elft, sodass es für jeden Wochentag von Montag bis Freitag ein Zweierteam gibt und einen Helfer, der einspringen kann, wenn mal jemand ausfällt", sagt Voges.
Am Montagmorgen übernimmt sie die Schicht zusammen mit dem Hänigser Ortsbürgermeister Nobert Vanin. Von 7.45 bis 8.15 Uhr stehen die beiden in gelben Warnwesten und mit Verkehrskellen ausgestattet an der Ecke Mittelstraße/"Am Kindergarten"/Moorgartenweg bereit. Wenn Kinder die Straßenseite wechseln wollen, treten sie mit ausgebreiteten Armen auf die Fahrbahn und sorgen so dafür, dass die Autos anhalten.
Der Kreuzungsbereich sei sonst sehr unübersichtlich. "Einige Autofahrer sind hier viel zu schnell unterwegs und längst nicht jeder hält am Zebrastreifen an", schildert Voges. Wenn sich zwei Busse entgegenkommen, müsse einer auf den Bürgersteig ausweichen, weil die Straße zu eng sei. "Ein weiteres Problem ist das hohe Verkehrsaufkommen durch die Elterntaxis", sagt Voges. Durch das Ein- und Ausparken und die Wendemanöver entstünden zusätzliche Gefahren.
Voges beobachtet all das schon seit mehreren Jahren. "Als mein ältester Sohn noch zur Grundschule gegangen ist, haben Eltern hier auch schon mal einen Lotsendienst organisiert", erinnert sie sich. Doch als deren Kinder in die fünfte Klasse kamen, hätten sich keine Nachfolger gefunden und das Projekt sei eingeschlafen. Ihr ältester Sohn geht mittlerweile ebenfalls an die weiterführende Schule, dafür besuchen die beiden jüngeren jetzt Grundschule und Kita. "Die Verkehrssituation hier ärgert mich schon seit langem. Ich hoffe, dass wir mit dem Lotsendienst für etwas Entspannung sorgen können", sagt sie.
Am Montagmorgen zeigt ihr ehrenamtlicher Einsatz anscheinend Wirkung. Zu brenzligen Situationen kommt es während der halben Stunde vor Schulbeginn nicht. "Viele Autofahrer bremsen schon allein deshalb ab, weil sie uns hier mit Warnwesten stehen sehen", sagt Vanin mit einem Schmunzeln. Und Voges ergänzt: "Vielleicht lassen ja sogar ein paar Eltern ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen, anstatt sie mit dem Auto zu bringen, wenn sich die Verkehrssicherheit hier verbessert."