Ganz Dedenhausen auf den Beinen

Dorfflohmarkt in Dedenhausen mit über 100 Ständen.

Dorfflohmarkt lud mit über 100 Ständen zum Trödeln und Stöbern ein

DEDENHAUSEN (dno). Stolz trägt Louis seine neue Parkgarage davon. Der 6-jährige hatte sich beim Feilschen alle Mühe gegeben – und wurde mit einem Freundschaftspreis belohnt. Auch Papa Jürgen war erfreut: „Das ist wirklich prima so ein Flohmarkt, hier findet man immer etwas. Eigentlich hatten wir nach einem gebrauchten Fahrrad Ausschau gehalten, nun ist es eben eine Parkgarage geworden.“
Der Dorfflohmarkt lockte am vergangenen Sonntagnachmittag zahlreiche Schnäppchenjäger nach Dedenhausen. Es schien, als ob der ganze Ort auf den Beinen war. Gerade zur Kaffeezeit waren viele Familien unterwegs und nutzten den Flohmarkt für einen Sonntagsspaziergang, bei dem sich ab und zu sogar die Sonne blicken ließ. Trotz kühler Temperaturen wurden sogar die Räder gesattelt - die beste Möglichkeit, um die Stände im gesamten Ort zu erkunden.
Denn die Resonanz war überwältigend. An über 100 Ständen – etwa doppelt so viel wie im Vorjahr – konnte gefeilscht, gestöbert oder nur geklönt werden. Besonders auf den Höfen herrschte ein buntes Flohmarkttreiben. Verkauft wurde – von Kinderkleidung und Spielzeug über Bücher und Bilder bis hin zu Geschirr und Oma`s Besteck – eben alles was der heimische Dachboden hergab. Platz schaffen im Keller war die Devise!
So wie bei Petra Oehler. Auf ihrem Verkaufstisch türmten sich neben Kleidung vor allem Haushaltswaren und zwei alte Porzellanpuppen. „Die sind noch von meiner Großmutter“, erzählt sie. Obwohl sie sich über das große Interesse freute, kritisierte sie auch, „dass es bei einigen Interessenten keine Wertschätzung mehr für die Sachen gäbe.“
„Natürlich gehört Handeln auf einem Flohmarkt dazu, aber es muss für alle ein kleines Geschäft bleiben“, fügt eine Dedenhäuserin hinzu. Neben Dachbodenfunden war auch viel Selbstgemachtes im Angebot. So wie bei Jana Stolzke, die liebevoll genähte Artikel wie Babymützen oder auch Glücksbringer und Kissen anbot. „Das fertige ich alles in meiner Freizeit“, erzählte sie. Karin Seher hatte wahre Raritäten auf ihrem Tisch – Schallplatten von Vicky Leandros oder auch eine Blechdose mit einem Mars-Schokoriegel im Aufdruck.
Großer Andrang herrschte am Kuchenbuffet in der Dorfmitte, dessen Erlös in ein Display zur Geschwindigkeitsregulierung am Dorfeingang investiert werden sollte. Auffallend an den Ständen waren auch die kleinen, gelben Zettel. Hier wurde für die Gründung einer Genossenschaft geworben, die den Erhalt der Gastwirtschaft „Zum Bahnhof“ garantieren soll. Diese soll geschlossen werden, da wegen Renovierung und hoher Auflagen kein Nachfolger gefunden wird. Gemäß dem Motto „Ein Dorf wird Wirt“ soll nun mit den Dedenhäusern - oder auch Auswärtigen – eine Genossenschaft gegründet werden. Dafür braucht es insgesamt 150.000 Euro, für 250 Euro ist ein Genossenschaftsanteil erwerbbar.