Florian Gahre wird Bürgermeister

Florian Gahre (von rechts) freut sich mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernstfried Langer über den Sieg bei der Bürgermeisterwahl.
 
So verteilen sich die 34 Sitze im neuen Rat.
 
Florian Gahre wurde mit 60 Prozent der Stimmen zum neuen Gemeindebürgermeister von Uetze gewählt.

Der SPD-Kandidat erhielt bei der Kommunalwahl in Uetze 60 Prozent der Stimmen

Uetze (fh). Bei der Bürgermeisterwahl in Uetze hat sich der SPD-Kandidat Florian Gahre durchgesetzt. Mit 60 Prozent der Stimmen sicherte sich der 38-Jährige schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit und ließ seine beiden Konkurrenten weit hinter sich: Der CDU-Bewerber Dirk Rentz erreichte 21,9 Prozent und Oliver Wempe von den Freien Wählern 18,9 Prozent. Damit steht ohne Stichwahl fest, dass Gahre am 1. November die Nachfolge von seinem Parteikollegen Werner Backeberg antritt, der aus Altersgründen nicht wieder kandidiert hat.
Mit einem so deutlichen Ergebnis habe er nicht gerechnet. „Ich bin davon ausgegangen, dass es zur Stichwahl kommt und hatte mich und meine Familie deshalb noch mal auf zwei intensive Wahlkampfwochen vorbereitet“, sagt er. Und wie wird er die gewonnene Zeit nun stattdessen nutzen? „Ich werde ganz viel Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen“, sagte er am Wahlabend.
Außerdem wolle anfangen, sein Büro in Hamburg aufzuräumen, wo er als Referatsleiter bei der Feuerwehr tätig war. Und ein bisschen gehe auch der Wahlkampf noch weiter, wenn auch nicht mehr in eigener Sache. „Ich unterstütze natürlich den SPD-Kandidaten Steffen Krach bei der Stichwahl um das Amt des Regionspräsidenten“, so Gahre.
Als Bürgermeister wolle er sich um den Ausbau der Kinderbetreuung und die Schaffung neuen Wohnraums kümmern. „Ich habe in den zurückliegenden Wochen und Monaten unzählige Haustürgespräche geführt und für ganz viele Menschen standen diese beiden Themen im Mittelpunkt“, sagt Gahre. Dabei gehe es nicht nur um neues Bauland. „Einige Bürger würden ihre großen Grundstücke gern teilen, damit beispielsweise ihre erwachsenen Kinder nebenan bauen können“, erläutert Gahre. Er wolle dafür sorgen, dass die Gemeindeverwaltung entsprechende Anträge zügig bearbeite und die rechtlichen Voraussetzungen schaffe.
Der 38-Jährige wird sich jetzt auch selbst auf Wohnungssuche in Uetze begeben. Seine Familie bleibt zunächst in Buchholz in der Nordheide. „Unsere Tochter soll für ihr letztes Kindergartenjahr noch in ihrer gewohnten Kita bleiben. Nach den Unterbrechungen wegen der Corona-Epidemie hat sich jetzt gerade wieder richtig eingewöhnt“, so Gahre. Für die nächsten Sommerferien pünktlich zu ihrer Einschulung sei dann der Umzug geplant. „Aber ich selbst werde als Bürgermeister natürlich von Anfang an vor Ort sein“, betont Gahre.
Der CDU-Kandidat Dirk Rentz zeigte sich am Wahlabend enttäuscht. „Ich wusste, dass es nicht ganz einfach werden würde“, sagt er. Aber mit einer so deutlichen Niederlage im ersten Wahlgang habe er nicht gerechnet. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren gute Arbeit gemacht und die Schulden der Gemeinde deutlich reduziert“, betont er. Offenbar sei es nicht gelungen, den Bürgern diesen Erfolg zu vermitteln. „Die SPD konnte ihre Themen besser platzieren“, räumt Rentz ein und fügt hinzu: „Der Bundestrend der CDU war auch nicht gerade hilfreich für uns.“
Obwohl der Kandidat der Freien Wähler Oliver Wempe knapp hinter Rentz auf dem dritten Platz landete, zog er am Wahlabend ein positives Fazit. „Ich hatte mir zwar noch ein bisschen mehr erhofft, aber es ist ein ehrenwertes Ergebnis. Schließlich haben wir die Freien Wähler Uetze erst vor gut einem Jahr gegründet. Wir können stolz und zufrieden sein, was wir in dieser kurzen Zeit erreicht haben“, so Wempe.
Auch bei der Wahl des Gemeinderates bleibt die SPD mit 39,1 Prozent stärkste Kraft. Auf dem zweiten Platz landete die CDU mit 28,9 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 11,9 Prozent, den Freien Wählern mit 11,2 Prozent und der FDP mit 4,3 Prozent. Die Freie Wählergemeinschaft Katensen erreichte 2,1 Prozent, die Linke 1,6 Prozent und die neu gegründete Partei „Haie“ knapp ein Prozent der Stimmen.
Gegenüber der Kommunalwahl 2016 hat die SPD leicht verloren. Damals erreichte sie 41,4 Prozent. Trotzdem erhält sie jetzt sogar 13 Sitze im Rat und damit zwei mehr als bisher. Denn das Gremium wächst auf insgesamt 34 Mitglieder – das sind sechs mehr als bisher. Vor der Kommunalwahl 2016 hatte der damalige Rat aus Kostengründen von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Gremium auf 28 gewählte Mitglieder zu verkleinern. Im vergangenen Jahr haben sich die Fraktionen nicht auf eine entsprechende Regelung geeinigt. Somit bleibt es nun bei der Sitzzahl, die von der Kommunalverfassung für eine Kommune dieser Größe standardmäßig vorgesehen ist.
Deshalb verliert auch die CDU keine Sitze, obwohl sie sich im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 von damals 35,3 Prozent um etwa sechs Prozentpunkte verschlechterte. Sie erhält wieder zehn Ratsmandate. Bündnis 90/Die Grünen haben an Zustimmung gewonnen (2016: 9,6 Prozent) und sichern sich statt bisher drei jetzt vier Sitze im Rat. Mit zwei Männern und zwei Frauen sind sie die einzige Fraktion mit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis. Ansonsten sind bei allen anderen die Männer in der Überzahl. Insgesamt sind nur zehn der 34 künftigen Ratsmitglieder Frauen.
Ein starkes Ergebnis verbuchen die Freien Wähler Uetze, die es bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren noch nicht gab. Damals war Oliver Wempe als Einzelvertreter gewählt worden sowie Hans-Hermann Brockmann über die Liste „Gemeinsam für Eltze“ (GFE). Die beiden bildeten im Rat die Balu-Fraktion und initiierten 2020 dann die Gründung der Freien Wähler. Bei der Kommunalwahl haben nun nicht nur Wempe und Brockmann ihre Sitze verteidigt, sondern die Partei hat sich noch zwei weitere Sitze gesichert.
Für die FDP bleibt es trotz leichter Zugewinne von 3,2 auf 4,3 Prozent bei einem Sitz. Die Freien Wähler Katensen (FWK) können ihr Mandat trotz der Stimmenverluste (2016: 3,0 Prozent) halten. Auch die Linken haben künftig einen Sitz im Gemeinderat. Vor fünf Jahren waren sie nicht angetreten.

So setzt sich der Uetzer Gemeinderat künftig zusammen:

SPD
Ernstfried Langer, Norbert Vanin, Thordies Hanisch, Rudolf Schubert, Till Schumann, Andreas Kohlmeier, Patrick Semrau, Elke Finger, Nadine Schrader, Rainer Hennig, Matthias Müller, Söhnke Leßmann, Ruth Andresen

CDU
Dirk Rentz, Werner Hübner, Eike Dralle, Andreas Staas, Kim Grundstedt, Verena Claus, Wulf Langeheine, Heidi Marz, Jens Schumacher, Ann-Kathrin Bury

Grüne
Karin Lawrenz, Kilian Richert, Janina Grauert, Martin Klages

Freie Wähler
Oliver Wempe, Hans-Hermann Brockmann, Sandra Grobe, Stefan Hoffmann

FDP
Ulf-Hendrik Schrader

FWK
Olaf Reese

Die Linke
Rainer Hübert