Flohmarkt auf dem Schützenplatz

Abstand, Maske, Desinfektion: Das Flohmarkt-Helferteam in Hänigsen hat alles gut im Griff, die meisten Besucher entrichten ohne Murren den Eintritt von einem Euro und halten sich durchweg an die Corona-Regeln. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Als Besucher-Zählerin bekleidet Janina Pies (rechts) einen wichtigen Posten. „Aber ich beantworte auch Fragen der Besucher und gebe Infomaterial zu richtiger Hygiene heraus“, erklärt die Flohmarkt-Helferin, die auch schon bei der Besucherbegrüßung und Einweisung tätig war. (Foto: Susanna Veenhuis)

Einschneidende Folgen für Hobby-Händler und Besucher

HÄNIGSEN (sv). „Eigentlich wollten wir im Oktober unseren hundertsten Flohmarkt feiern. Aber dann kam Corona, und heute haben wir erst den 95. Markt. Was sollen wir machen?“
Einschneidende Folgen hat die Epidemie auch für das Team um Dirk Bischoff. Denn er und seine ehrenamtlichen Mitstreiter vom Flohmarkt-Team veranstalten seit 2006 regelmäßig auf dem Schützenplatz am Steindamm in Hänigsen den bunten Markt für Hobbyhändler, etwa sechs- bis sieben Mal pro Jahr.
Der erste Flohmarkt unter Corona-Bedingungen im Juli verlief nicht ganz so, wie die Organisatoren sich das gedacht hatten. Doch das war in der Hauptsache dem schlechten Wetter geschuldet, so dass sowohl Aussteller- als auch Besucherzahlen keine repräsentativen Werte für die neuen Flohmarkt-Maßstäbe ergaben.
„In fünf Stunden Dauerregen haben sich dann auch die Linien aufgelöst, mit denen wir die Wege markiert hatten“, lacht Bischoff. Diesmal stimmt einfach alles: Das Wetter ist prima, die Besucher strömen zum Platz, halten den vorgeschriebenen Mindestabstand ein, lassen sich von den Helfern die Hände desinfizieren und tragen – junge wie alte – brav den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz.
Das tun sogar einige der Flohmarktwaren-Anbieter, obwohl es für sie hinter den Tischen nicht verlangt wird. Ihre Anzahl jedoch ist durch die Vorschriften halbiert, nur noch hundert Stände dürfen ihre Schätze auf dem Schützenplatz-Gelände feilbieten. Denn dort gilt eine Einbahn-Regelung, so dass sich die Laufwege der Besucher möglichst nicht kreuzen und somit Sicherheitsabstände eingehalten werden können.
Insgesamt dürfen sich nur 999 Menschen gleichzeitig auf dem Platz aufhalten, inklusive Helfer und Händler. Das erfordert vorausschauende Planung. Händler mussten sich strikt an die Anmeldefristen halten, jeder Besuch kostet zu Kontrollzwecken einen Euro Eintritt – ebenfalls eine der Vorschriften der Region Hannover.
„Rund 30 spontan angereiste Anbieter mussten wir wieder nach Hause schicken. Die waren nicht erfreut, aber es geht nicht anders“, erklärt Bischoff. Eine weitere Folge der Epidemie: Trotz halbierter Händler-Zahlen mussten sie die Helfercrew verdoppeln. Zu erkennen sind die hilfreichen Geister an den orangeroten Warnwesten mit dem entsprechenden Flohmarkt-Team-Namenszug und dem Emblem der Kunstspirale auf dem Rücken.
„Wir haben ja auch immer ein Herz für Leute, die sich engagieren“, sagt Bischoffs Kollege Thomas Klinger. Der Tradition entsprechend sind wieder drei Hilfsorganisationen vertreten, wobei die für die Vierbeiner als Begünstigte in der Mehrheit sind: Neben der Diabetes-Selbsthilfegruppe Burgdorf informieren der Verein „Einfach Tierschutz“ und der Arpker Pferdegnadenhof „Die Arche“ über ihre aufopferungsvolle Arbeit und Ziele und verkaufen Schönes und Nützliches zugunsten ihrer Organisation.
Nützliches für die Ernährung können die Besucher am Eiswagen und am Bratwurststand erwerben. „Das Kuchenbuffet war immer der Renner, dort haben sich alle lange aufgehalten. Aber wenn wir Sitzgelegenheiten für Kaffee und Kuchen anbieten, müssen alle dort Personenbögen ausfüllen, und das Schützenheim ist ja auch noch geschlossen.
Deswegen haben wir es vorerst eingestellt“, skizziert Bischoff ein weiteres neues Szenario. „Wir schwammen auf einer Erfolgswelle. Es kamen immer mehr Stände und Besucher, auch aus Gifhorn, Peine, Hannover und Eschede. Unser Flohmarkt ist der günstigste in 50 Kilometern Umkreis, er steht für Nachhaltigkeit und soziale Kontakte und ist immer ein wichtiger Treffpunkt für die Leute“, sagt Thomas Klinger.
Doch auch unter den neuen, bisweilen unbequemen Bedingungen ist das Interesse der Besucher und auch der Anbieter gleichermaßen groß. Gegen 11.40 Uhr haben bereits 1500 Leute den Flohmarkt besucht. Weitere zwei Termine hat die Region den Hänigser Marktmachern genehmigt. Der nächste Flohmarkt dort findet am 13. September statt. Für diesen Termin sind die Ausstellerplätze bereits vergeben.
Um die Anmeldung einfacher zu gestalten hat das Team des Flohmarkt auf der Homepage (www.flohmarkt-haenigsen.de) ein neues Anmeldeverfahren eingerichtet. Dieses ist ab dem 21.September (09:00 Uhr) unter dem Punkt Standvergabe zu finden. Dort wird auch das Verfahren genaustens erklärt.
Das Formular ist nicht gleichbedeutend mit einer Zusage für einen Stand, diese gibt es vom Team per Mail oder telefonisch. Für den 4. Oktober, den letzten Termin in der Saison 2020, findet die Anmeldung der Aussteller ab 21. September ab 9.00 Uhr über das Anmeldeformular auf der Homepage (www.flohmarkt-haenigsen.de) oder telefonisch unter 05147- 979 9030 statt.
Informationen hierzu finden Interessierte auch unter www.flohmarkt-haenigsen.de. Nähere Informationen zu den Sicherheitsvorschriften gibt es direkt vor Ort.




Wer überflüssige, aber noch gute Dinge loswerden will, kann ab 31. August ab 10 Uhr bei Dirk Bischoff (Telefon 01515/9868157) oder Thomas Klinger (05147/1776) einen Stand anmelden.