Etwas mehr Abstand als sonst

Kaum ist das Osterfeuer in Dedenhausen entzündet, schlagen die Flammen meterhoch und die Hitzeentwicklung ist so groß, dass die meisten Besucher lieber etwas Abstand nehmen.
 
Schon vor dem Entzünden besprengen Jan Schüddemage und Sina Luther von der Ortsfeuerwehr Dedenhausen die umstehenden Bäume mit Wasser. Zur Freude der Kinder, die immer wieder unter dem Wasserstrahl hinwegrennen.

Osterfeuer in Dedenhausen und Eltze brennen dieses Jahr besonders schnell ab und entwickeln große Hitze

DEDENHAUSEN/ELTZE (fh). Wie viel Hitze Flammen innerhalb kurzer Zeit entwickeln können, haben die Besucher dieses Jahr beim Osterfeuer in Dedenhausen am eigenen Leib erfahren. Viele von ihnen hatten es sich rechtzeitig auf einem langen Holzbalken bequem gemacht - schön nah an dem großen Haufen aus Holz und Geäst. Doch lange haben sie es dort nicht ausgehalten, als die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Dedenhausen sich daran machten, das Osterfeuer zu entfachen.
Denn während es im vergangenen Jahr viel Erfahrung und Geduld brauchte, um das teils noch regennasse Holz in Brand zu setzen, loderten die Flammen diesmal sofort auf. Und entsprechend schnell entwickelte sich eine enorme Hitze. Schon nach wenigen Minuten hatte sich der begehrte Holzbalken fast komplett geleert und die meisten hielten lieber etwas Abstand. Selbst die wenigen Besucher, die sich nicht so schnell vertreiben lassen wollten, wendeten dem Feuer zumindest den Rücken zu.
In weiser Voraussicht hatten Jan Schüddemage, Sina Luther und weitere freiwillige Helfer von der Ortsfeuerwehr schon vorher damit begonnen, die umstehenden Bäume mit Wasser zu besprengen, damit sich die trockenen Äste nicht durch Funkenflug entzünden können. "Lieber jetzt eine halbe Stunde Wasser spritzen als später acht Stunden", kommentierte Schüddemage. Schließlich waren in einigen Gebieten Nord- und Ostdeutschlands wegen anhaltender Trockenheit und Waldbrandgefahr sogar Osterfeuer verboten worden.
Die Dedenhausener mussten zum Glück nicht auf ihr charmantes kleines Dorffest verzichten, das auch wieder viele Familien angelockt hat. Schon einige Stunden bevor das Feuer entfacht wurde, konnten die Kinder auf dem weitläufigen Gelände bunt gefärbte Hühnereier für das Osterfrühstück am nächsten Tag, Schokolade und Bonbons suchen. Später spielten sie dann auf dem angrenzenden Sportplatz Fußball, balancierten auf Holzbalken oder spielten Fangen.
Auch beim Osterfeuer in Eltze sind die Kinder wieder auf ihre Kosten gekommen. Besonders beliebt waren die großen Erdhügel am Rand des Geländes, wo sie nicht nur unter sich sein konnten, sondern auch einen wunderbaren Blick auf das Feuer und auf die Erwachsenen hatten. Auch Joshua genoss die Aussicht von dort oben. Genau wie vor etlichen Jahren seine Mutter Jennifer Rinkel. "Wir sind schon als Kinder auf diesem Gelände herumgerannt und auf Hügel oder einen Holzturm geklettert, um eine gute Aussicht zu haben", erinnert sie sich.
Die Familie gehörte dieses Jahr zu den ersten Besuchern. "Es war spannend, zu sehen, wie das Osterfeuer angezündet wurde", erzählt Joshua begeistert. Es war jedenfalls nicht ganz verkehrt, pünktlich da zu sein. Denn auch in Eltze machten sich Wärme und Trockenheit dieses Jahr bemerkbar. Schon anderthalb Stunden nach dem Entzünden, war kaum noch etwas vom Holz übrig. In der einbrechenden Dunkelheit beobachteten die Kinder von den Erdhügeln aus gespannt, wie die Ortsfeuerwehr mit einem Trecker die Reste zusammenschob, um das Osterfeuer noch gemütlich ausklingen zu lassen.