Erklärung statt Verbotsschild

Clara (von links) und Charlotte Cording haben Hinweisschilder zur Brut- und Setzzeit entworfen. Ihren Hund Caro führen sie bis zum 15. Juli in Feld und Wald selbstverständlich nur an der Leine spazieren. (Foto: privat)

Clara und Charlotte Cording haben Hinweistafeln zur Brut- und Setzzeit entworfen

Hänigsen (r/fh). Jagdpächter Klaus Cording hat in seinem Revier Hänigsen II kürzlich ganz besondere Schilder zur Brut- und Setzzeit aufgestellt. Seine Töchter Clara (22) und Charlotte (14) haben sie selbst entworfen. "Im Handel sind fast nur Verbotsschilder erhältlich", begründen die Schwestern. Um möglichst viele Menschen zu rücksichtsvollem Verhalten zu motivieren, sei es aber vor allem wichtig, die Hintergründe zu erklären. Mit niedlichen Zeichnungen eines Rehkitzes, einer Entenfamilie und einer Biene kommen ihre Schilder schon optisch freundlicher daher als die klassischen Modelle und in zwei Info-Kästen werden die Gründe für die Leinenpflicht anschaulich beschrieben.

Auf den neuen Schildern ist folgender Text zu lesen:

"Was ist die Brut- und Setzzeit?
In der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli ist die Natur ein riesiges Kinderzimmer. Bei den meisten Tierarten werden in dieser Zeit die Jungen geboren oder schlüpfen. Anschließend werden sie von den Elterntieren aufgezogen. Für die kleinen Tiere ist es eine Zeit voller Gefahren. Viele Jungtiere werden Opfer ihrer Fressfeinde, des Verkehrs oder anderer Ursachen.

Mutterschutz in der Natur
Um sich zu schützen, verstecken sich die kleinen Tiere so gut es geht. Wir sehen sie deshalb meistens nicht. Sie sind trotzdem da. Freilaufende Hunde finden sie jedoch - auch direkt an den Wegen. Auch wenn der Hund dem kleinen Tier nichts tut, entsteht so enormer Stress für das Junge und die Elterntiere. Manchmal werden die Jungen von den Elterntieren nicht wieder angenommen - besonders, wenn sie auch noch von Menschen angefasst wurden. Sie kommen dann um.

Deshalb - bitte die Hunde vom 1. April bis zum 15. Juli an die Leine nehmen und keine Wildtiere anfassen.

Die Städte und Gemeinden geben Auskundt über ausgewiesene Hundewiesen - telefonisch oder auf der jeweiligen Website. Hier können sich die Hunde in dieser Zeit austoben."