Einkaufshelfer selbstgemacht

Irmgard Helmers aus Uetze lässt sich von Elke Schmotz zeigen, wie die zugeschnittenen Teile zusammengenäht werden müssen. (Foto: Susanna Veenhuis)

Bei einer Upcycling-Aktion in der Kunstspirale basteln die Teilnehmerinnen aus alten Jeans und Wachstuchdecken stabile Taschen für den Fahrradkorb

HÄNIGSEN (sv). So manche noch ganz passable Jeans mussten die Mitarbeiterinnen vom Gelben Haus aussortieren, weil sie keinen Stretch-Anteil hat und damit nicht mehr für die Kundschaft in dem Second-Hand-Laden interessant ist. Für die Zwecke von Elke Schmotz und ihre Besucherinnen ist der stabile Stoff gerade das richtige Material: Im Rahmen der „Flot-Art Sommerakademie“ der Kulturregion Aller-Fuhse-Aue bot Elke Schmotz eine pfiffige Upcycling-Aktion an, bei der aus alten Jeans und einer Wachstuchdecke – wie Plastiktischdecken früher genannt wurden – eine passgenaue und stabile Tasche für den Fahrradkorb entstehen sollte.
Die Gruppe war für die Anleiterin und gelernte Damenschneidermeisterin Elke Schmotz übersichtlich. Angesichts der starken Terminkonkurrenz an diesem Nachmittag hatten sich nur vier Frauen in der Kunstspirale eingefunden. Doch die sollten ihre Entscheidung nicht bereuen, die Stimmung war herzlich und entspannt, und am Ende hatte frau auch noch ein täglich zu benutzendes, hilfreiches Utensil selbst hergestellt.
„Ich hab da mal was vorbereitet“, schmunzelte Schmotz und zeigte eine bunte Tasche, die zum Teil aus Jeansstoff, zum Teil aus einer Plastiktischdecke mit Erdbeermuster in knalligem Rot bestand. Der Clou: Die Tasche passt genau in einen handelsüblichen Fahrradkorb und kann an zwei Holz-Henkeln bequem herausgehoben werden. Falls es regnen sollte, wird das gute Stück auf links gefädelt, dann ist die wasserabweisende Seite außen. Der passenden Deckel ist ebenfalls aus Plastik und kann dank seines elastischen Gummi-Rands einfach darüber gezogen werden, sodass der Einkauf oder alles, was sonst transportiert werden soll, trocken bleibt – die Radlerin selber bekommt vermutlich mehr Regen ab.
Alessa Mikolaiczak hat schon oft das Nähcafé besucht, das Schmotz jeden Donnerstag zwischen 9 und 11.30 Uhr im Dorftreff anbietet. Während sie mit ihren zugeschnittenen Stoffteilen an der Nähmaschine Platz nimmt, hilft die Kursleiterin der Uetzerin Irmgard Helmers beim Aufstecken des Schnittmusters. Sie hat sich für ein Muster mit weißen Sternen auf blassbraunem Grund entschieden. Pia Müller und Astrid Fenselau aus Hänigsen warten, bis der Zuschneidetisch frei wird. Sterne sollen es auch bei Pia Müller sein, allerdings auf grauem Grund. Astrid Fenselau hat sich für weiße Polka-Dots auf rotem Grund als Co-Partner für den universell verwendbaren Jeansstoff entschieden. So erhalten die alten Jeans und die überflüssigen Tischdecken tatsächlich noch ein zweites Leben als stabile Einkaufstaschen.