Ein Zeichen für den Frieden

Die Schüler packen Spendentüten für Menschen aus der Ukraine. (Foto: AWG)

Schüler der Aurelia-Wald-Gesamtschule sammeln Spenden für Menschen aus der Ukraine

Uetze (r/fh). Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März haben sich die Schüler der Aurelia-Wald-Gesamtschule diesmal nicht nur in vielfältiger Weise mit der Namenspatin der Schule beschäftigt, sondern auch mit dem Krieg in der Ukraine. In der Pause versammelten sie sich auf dem Schulhof zu einer Schweigeminute. „Wir treten ein für ein friedliches, verantwortungsvolles Miteinander und sagen Nein zu Krieg, Unterdrückung und Hass“, sagte der stellvertretende Schuldirektor Daniel Henke. Dieses Zeichen richte sich nicht gegen die russische Bevölkerung, sondern gegen den von den russischen Machthabern geführten Angriffskrieg.
Daran anknüpfend sammelte die Schule bei einer Spendenaktion kleine Snacks für Care-Pakete, die vom Verein „Evangeliums-Christen-Gemeinde“ an den Straßen und Grenzübergängen der Ukraine verteilt werden können. Den ganzen Vormittag über packten die engagierten Schulsanitäter und weitere Schüler insgesamt 550 Spendentüten. Darin enthalten waren unter anderem 0,5-Liter-Flaschen Wasser, Trinkpäckchen, Bifi, Müsliriegel, Hanuta, Weingummi und Traubenzucker.
Zusätzlich wurden Hygieneartikel und weitere Lebensmittel, wie Dosensuppen und Nudeln abgegeben, die nun ebenfalls an Hilfsorganisationen weitergeleitet werden. „Uns war es einfach wichtig, auch hier im Sinne unserer Namensgeberin zu handeln. Aurelia Wald hätte nicht einfach zugeschaut, sie hätte etwas getan und das wollen wir uns zum Vorbild nehmen“, sagt Henke.
Aurelia Wald (1914-1962) engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und überlebte die Konzentrationslager Ravensbrück und Auschwitz. Dort half sie unter Lebensgefahr ihren Mithäftlingen und wurde von ihnen deshalb als Engel von Auschwitz bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg heiratete sie Eduard Wald und zog mit ihm nach Hannover. Sie litt körperlich und psychisch unter den Folgen der Gefangenschaft in den Konzentrationslagern und war deshalb mehrfach in Behandlung. Am 1. Januar 1962 starb sie in den Wahrendorffschen Anstalten in Ilten.
Die Schülerinnen und Schüler des fünften Jahrgangs erfuhren während einer kleinen Rallye viel Wissenswertes über Aurelia Wald und sprachen darüber, wie man sich schon im Kleinen füreinander einsetzen kann. Der sechste Jahrgang hatte vier junge Menschen der Organisation „Schüler helfen Leben“ zu Gast, die beispielsweise in Serbien, Kroatien und Jordanien aktiv sind. Demnächst werden sie auch für die Ukraine Spendengelder sammeln, um Projekte für Kinder umzusetzen. Die Schüler versetzten sich in die Situation geflüchteter Menschen und überlegten gemeinsam, was man auf der Flucht mitnehmen könnte und was zurückbleiben muss.
Die Schüler des siebten Jahrgangs besuchten den Engesohder Friedhof in der Hannoverschen Südstadt, wo Aurelia Wald begraben ist. Sie hatten im Vorfeld Gedenkschleifen angefertigt, die sie am Grab anbrachten. Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne führt sie über den Friedhof und gab ihnen Einblicke in das Leben von Aurelia Wald. Der neunte Jahrgang organisierte dort außerdem eine Kranzniederlegung bei einer Gedenkfeier.
Der achte Jahrgang fuhr ebenfalls nach Hannover und besuchte dort Orte, die an die Verfolgung in der NS-Zeit erinnern, wie zum Beispiel Stolpersteine und das Polizeipräsidium. Der zehnte Jahrgang unterstützte wie schon im vergangenen Jahr die Aktion #everynamecounts der Arolsen Archives und digitalisierte Akten aus den Konzentrationslagern, um sie Forschern und Nachfahren der Opfer zugänglich zu machen.