Eichenprozessionsspinner nun auch in der Gemeinde Uetze

Mit Spezialfirmen wird dem Schädling zu Leibe gerückt.
 
Liborio Demartis, Inhaber der Firma Ever Green Service, (links) und Uetzes Umweltsachbearbeiter Johannes Leßmann begutachten die Eichen auf dem Hoopt.

Einige Eichen befallen – Erste Maßnahmen ergriffen - Hotline ist eingerichtet

VON DANA NOLL

UETZE. Sie sind klein, grünlich-gelb mit markanten schwarzen Punkten, äußerlich ähnlich der Gespinstmotte und - nicht ganz ungefährlich. Die Eichenprozessionsspinner (EPS) sind seit Anfang Juni diesen Jahres nun auch vermehrt in der Gemeinde Uetze gesichtet wurden. Zunehmende Klimaerwärmung und milde Winter begünstigen die Vermehrung des Pflanzenschädlings, welcher aber auch für Mensch und Tier zum Problem werden kann.
An sieben Verdachtsstellen bzw. bestätigten Bäumen, darunter auch an den Eichen vor dem Schulzentrum Uetze, wurden die Schädlinge bereits entdeckt. Hier hat eine darauf spezialisierte Schädlingsbekämpfungsfirma mit speziell geschultem Personal, die Bäume abgesaugt und so von dem Schädling befreit. Mittlerweile ist der Bereich wieder frei gegeben, dennoch rät die Gemeinde, sich im Bereich der Fahrradständer nicht auf den Boden zu setzen. Denn neben den Tierchen selbst, können vor allem die winzigen Härchen der Raupen, für Mensch und Tier, bei Kontakt, ein Problem werden. Sie enthalten Nesselgift, das beim Berühren oder Einatmen physische Reaktionen (starker Juckreiz, Pusteln, Quaddeln) bis hin zu allergischen Symptomen (Atembeschwerden und Augenreizungen) auslösen kann. Noch bis zur Verpuppung Ende Juni/Anfang Juli bilden die Raupen Haare aus, die auch danach (bis zu 5 Jahre!) noch am Boden liegend gefährlich sein können.
Auch an den Eichenkronen auf dem Hoopt wurden die Schädlinge entdeckt und werden derzeit von Baumkletterern der Firma Ever Green Service abgesaugt. Bislang die effektivste Sofortmaßnahme. Die Verwaltung der Gemeinde Uetze wird nun die Flächen kartieren, an denen in diesem Jahr Raupen gesichtet wurden. „Diese werden wir dann vorsorglich im nächsten Jahr besprühen, „vorwiegend nachts, wenn die Raupen in einer Art Kolonie in den Bäumen auf dem Weg in die Kronen unterwegs sind, um hier die Blätter zu fressen“, erklärt Uetzes Umweltsachbearbeiter Johannes Leßmann. Bislang hat die Gemeinde bereits etwa 10.000 Euro in die Schädlingsbekämpfung des EPS investiert.
„Wir möchten niemanden beunruhigen, aber nehmen das Thema durchaus ernst“, erklärt Gemeindesprecher Andreas Fitz. So wurde eine Hotline eingerichtet: 05173/970-00. Zudem sollte bei Verdachtsfällen die Gemeinde Uetze kontaktiert werden, möglichst mit einem Foto des Befalls und Angaben zum Fundort: eps@uetze.de.
Die Bürger werden gebeten, auf Hinweisschilder zu achten und die abgesperrten Bereiche nicht zu betreten. Raupen nicht berühren. Bei möglichem Kontakt sofort Kleiderwechsel, Dusche und Haarwäsche - Kleidung bei 60 Grad Celsius gründlich waschen. Die Bekämpfung nur von Fachleuten durchführen lassen. Bei o.g. gesundheitlichen Beschwerden, einen Arzt aufsuchen, bei Atemnot, sofort den Rettungsdienst verständigen. Auch Wild- und Haustiere reagieren auf die Gifthaare. Bei Berührung ist eine Übertragung möglich.
Weitere Informationen befinden sich auf der Homepage der Gemeinde Uetze www.uetze.de. Dort stehen auch Flyer und Hinweisschilder zum Download bereit.