Drei Kirchengemeinden planen Fusion

Rund 200 Besucher aus den drei Kirchengemeinden sind zum Erntedankgottesdienst und der anschließenden Infoveranstaltung in die Festscheune am Irenensee gekommen. (Foto: privat)

Zusammenschluss soll zum 1. Januar 2023 erfolgen

Uetze (r/fh). Die drei ev.-luth. Kirchengemeinden Uetze-Katensen, Hänigsen-Obershagen und Dollbergen-Schwüblingsen wollen sich zu einer Gemeinde zusammenschließen. Das haben die Kirchenvorstände und Pastoren bei einer Infoveranstaltung nach dem gemeinsamen Erntedank-Gottesdienst am 3. Oktober bekannt gegeben. Der Zeitplan ist ambitioniert: Schon zum 1. Januar 2023 soll die Fusion vollzogen werden.
Grund für diese Entscheidung seien die sinkenden Mitgliederzahlen. Im Schnitt seien die drei Gemeinden in den zurückliegenden 20 Jahren um etwa ein Viertel geschrumpft. Druck vonseiten der Landeskirche habe es bisher noch nicht gegeben, doch es sei besser jetzt aktiv an einer Lösung zu arbeiten, als abzuwarten, bis kein anderer Ausweg mehr bleibe. „Eine Fusion zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt uns die Möglichkeit, selbst zu steuern, wie wir die kirchliche Arbeit auch unter veränderten Bedingungen so gestalten können, dass möglichst viele Menschen erreicht werden“, sagte Pastor von Stuckrad-Barre. Und der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands Uetze Uwe Hoffmann fasste zusammen: „Wir fusionieren, damit die Kirche im Dorf bleibt!
Schon in den nächsten Jahren werden weniger Mittel für kirchengemeindliche Aufgaben wie Gebäude-Unterhaltung oder Projektarbeiten zur Verfügung stehen. Zudem sei bereits jetzt der Personalmangel spürbar, da sich immer weniger junge Menschen dafür entschieden, Pastorin oder Diakon zu werden.
Kirchenvorsteher Uwe Hoffmann hob hervor, dass die drei Kirchengemeinden Kernfelder kirchlicher Arbeit bereits gemeinsam wahrnehmen und verwies unter anderem auf den regio­nalen Gottesdienstplan und den Konfirmanden-Unterricht. Er sagte: „Projekte, wie die diakonische Flüchtlingshilfe, der Sozialfonds oder der Corona-Hilfsfonds könnten kirchlicherseits nicht von einer Gemeinde allein gestemmt werden, tragen aber immens dazu bei, für die Menschen vor Ort etwas zu erreichen.“
Obwohl einige Teilnehmer auch Kritik und Sorge zu den Fusionsplänen äußerten, erntete das Vorhaben laut Pastor Tibor Anca überwiegend Zustimmung unter den anwesenden Gemeindemitgliedern. „Wir haben nicht damit gerechnet, sofort alle Menschen zu überzeugen, freuen uns aber über die mehrheitlich positive Resonanz“, fasste er zusammen.
Nach der Auftaktveranstaltung soll in den kommenden Wochen auch ein Austausch in den einzelnen Kirchengemeinden stattfinden. „Die Entscheidung zur Fu­sion steht. Gerade deshalb ist es uns wichtig, Sorgen und Kritik zu hören, um sie im weiteren Prozess berücksichtigen zu können“, sagte Claudia Fricke, die Vorsitzende des Kirchenvorstands Dollbergen-Schwüblingsen.
Der Erntedankgottesdienst mit der anschließenden Infoveranstaltung fand in der Festscheune am Irenensee statt, die die Landfrauen für den Anlass geschmückt hatten. Rund 200 Besucher aus allen drei Gemeinden haben daran teilgenommen.