Der doppelte Weltmeister

Bei der Weltmeisterschaft im Segel-Modellflug der Klasse F3K steht Henri Sander aus Uetze ganz oben auf dem Podest. Er belegte den ersten Platz vor Bastiaan Duijghuisen aus den Niederlanden und Toby Herrera aus den USA. (Foto: Izabela Krawczyk)

Henri Sander von der Modellfluggruppe Uetze holt in Ungarn zweimal Gold

UETZE (r/fh). Mehr geht nicht: Mit 5000 von 5000 möglichen Punkten hat sich Henri Sander von der Modellfluggruppe Uetze bei der Weltmeisterschaft der Klasse F3K in Ungarn die Goldmedaille geholt. Auch die Vereinsmitglieder im heimischen Uetze hielten immer wieder den Atem an, also sie vergangene Woche das Finale der zwölf besten Piloten live im Internet mitverfolgten. "So eine Stimmung, das Mitfiebern, die Spannung - das habe ich noch nie erlebt", sagt der Vorsitzende Sebastian Brandes. Schon einen Tag zuvor hatte Henri Sander mit dem Deutsche Nationalteam die Goldmedaille in der Mannschaftswertung erkämpft.
Auch in der Einzelwertung hatte es Sander mühelos unter die zwölf besten Piloten geschafft. Im Finale wurden die Karten dann noch einmal neu gemischt: Unabhängig von den vorherigen Leistungen mussten sich die Teilnehmer, die sich qualifiziert hatten, in sechs Endrunden beweisen. Die große Herausforderung dabei: Die Modellflieger müssen ihre Taktik spontan wählen, unter anderem in Abhängigkeit vom Wetter. Das gelang dem Uetzer Henri Sander am besten. Er schätzte das Wetter richtig ein und vollführte präzise Diskuswürfe.
2008 war Sander als Zehnjähriger in die Jugendgruppe der Modellfluggruppe Uetze eingestiegen. In einer starken Gemeinschaft lernte er schnell das Fliegen und zeigte sich immer interessierter auch am Bau der Modelle. Nachdem er erste Wettbewerbsluft bei Vereinsmeisterschaften und anderen regionalen Wettbewerben geschnuppert hatte, stieg er intensiv in die Wettbewerbsszene auf Bundesebene der Klasse F3K ein.
Dort gilt es, ein Segelflugmodell mit 150 Zentimetern Spannweite und 250 Gramm Abfluggewicht, das komplett aus Kohlefaser gefertigt ist, wie bei einem Diskuswurf in die Luft zu katapultieren. Starthöhen von bis zu 80 Metern werden so erreicht. Einen eigenen Antrieb hat das Modell nicht. Nachdem Henri sein Training verfeinerte und nun fast täglich auf dem Modellfluggelände zwischen Uetze und Bröckel anzutreffen war, konnte er erste Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben verzeichnen.
"Der nun errungene Titel ist das Resultat aus Zielstrebigkeit, Ausdauer und einer großen Portion Talent, das Henri in den zurückliegenden Jahren intensiv herausgearbeitet hat", sagt der Vereinsvorstand Sebastian Brandes auf der "Welcome-Back-Party" in Hänigsen in Sanders heimischem Garten. Für den Verein sei die Leistung etwas ganz besonderes. "Wir sind nicht die Spielzeugflieger, für die wir gehalten werden. Modellflug ist Leistungssport. Ohne die entsprechenden Rahmenbedingungen auf dem Modellfluggelände, hätte Henri sich nicht so gut auf die WM vorbereiten können", fügte er hinzu.