Das neue Feuerwehrhaus steht

Ab rückt die Ortsfeuerwehr Uetze mit ihren Einsatzwagen aus der neuen Fahrzeughalle aus. (Foto: Feuerwehr Uetze)
 
Bei der Begrüßung in der neuen Fahrzeughalle mussten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte wegen der Corona-Epidemie viel Abstand halten. (Foto: Feuerwehr Uetze)

Uetzer Einsatzkräfte sind kurz vor Weihnachten an ihren alten Standort zurückgekehrt

Uetze (r/fh). Das neue Uetzer Feuerwehrhaus ist fertig: Kurz vor Weihnachten konnte die Ortsfeuerwehr zurück an ihren alten Standort, aber in nagelneue Räume ziehen. Damit wurde der Zeitplan in den vergangenen Monaten trotz der Corona-Epidemie nur um etwa einen Monat überschritten. Bei der verspäteten Grundsteinlegung vor ziemlich genau einem Jahr hatte Bürgermeister Werner Backberg die Fertigstellung für Mitte November 2020 anvisiert. Und laut Frank Hacke, dem Leiter des Uetzer Eigenbetriebs, kann auch das Budget eingehalten werden. "Die Schlussrechnung liegt noch nicht vor, aber aktuell gehen wir von Gesamtkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro aus", sagt er. Eine Millionen steuert das Land Niedersachsen als Unterstützung für finanzschwache Kommunen bei.
In den vergangenen anderthalb Jahren war die Ortsfeuerwehr in einer Interimshalle an der Bernroder Straße untergebracht gewesen. Denn das alte Feuerwehrhaus hatte sie bereits im Sommer 2019 verlassen müssen. Es wurde abgerissen, um Platz für den Neubau zu machen. Nun hat das Provisorium endlich ein Ende und eigentlich hätte die Ortsfeuerwehr natürlich gern mit vielen Gästen auf ihr neues Feuerwehrhaus angestoßen und wollte zu diesem Anlass auch den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius einladen. Doch auf eine Einweihungsparty musste sie wegen der Corona-Epidemie verzichten.
Stattdessen hat Pistorius zumindest schon mal per Video-Botschaft gratuliert. "Ich freue mich, dass Ihr unbezahlbares ehrenamtliches Engagement für die Sicherheit der über 20.000 Menschen in Uetze nicht nur mit Worten, sondern jetzt in diesem Fall auch mit einem angemessenen Neubau des Feuerwehrhauses gewürdigt wird", sagte er. Die eine Millionen Euro Landeszuschuss sei deshalb bestens angelegtes Geld. Und das neue Gebäude werde nicht nur den funktionalen und technischen Anforderungen gerecht. "Mit seiner Backsteinfassade und den großen Fensterflächen fügt es sich auch optisch in das schöne Ortsbild ein", so Pistorius.
Der Umzug hat den ehrenamtlichen Einsatzkräften auf der Zielgeraden noch einmal einiges abverlangt: Innerhalb weniger Tage galt es alles so vorzubereiten, dass sie im Neubau nahtlos weitermachen können und die Einsatzbereitschaft jederzeit gewährleistet ist. So mussten beispielsweise ganz praktisch Umkleidespinde montiert und technische Einrichtungen für die Fahrzeuge neu installiert und angepasst, aber auch Abläufe für den Einsatzfall unter nun ganz neuen räumlichen Bedingungen erarbeitet und kommuniziert werden. Besprechungen wurden, wenn irgend möglich, online abgehalten. Bei den Arbeiten vor Ort agierten die Mitglieder in kleinen Teams, mit Abstand und Maske.
Am Tag des Umzugs haben sich die Einsatzkräfte dann zunächst mit FPP2-Masken und aufgeteilt in drei Gruppen nacheinander in der Interimshalle getroffen, um ihre Spinde dort leer zu räumen und ihre Ausrüstung zum Neubau zu bringen. Dort wurden sie von dem noch amtierenden Ortsbrandmeister Christian Krüger und seinem Stellvertreter und Nachfolger Florian Schernich in der Fahrzeughalle begrüßt. „Es sind zwar noch ein paar Restarbeiten offen, aber dennoch ist die Grundfunktion des neuen Feuerwehrhauses gegeben“ betonte Krüger.
Er bedankte sich bei Projektleiter Hans-Heinrich Wöllenstein und seinem Team vom Gebäudeservice der Gemeinde Uetze, das den Neubau begleitet hatte. „Wir waren stets auf dem aktuellen Stand der Dinge, offene Fragen haben wir auf kurzem Wege klären können und unsere Vorschläge und Anforderungen aus Nutzersicht haben wo immer möglich Berücksichtigung gefunden“, so Krüger. Nach dem erfolgreichen Abschluss könne er die Geschicke der Ortsfeuerwehr zum Jahreswechsel nun mit ruhigem Gewissen in die Hände seines Nachfolgers Florian Schernich legen.
Der Neubau verfügt über eine Fahrzeughalle mit acht Stellplätzen, Umkleiden und Waschräume, Trocknungsraum, Werkstatt und Lagerflächen. Außerdem gibt es einen Verwaltungstrakt, in dem sich das Büro des Ortsbrandmeisters und ein Funkraum befinden, aber auch Besprechungs- und Schulungsräume sowie eine Teeküche. Außerdem hat die Gemeinde großen Wert auf Energieeffizienz gelegt. Das Gebäude erfüllt den hohen KfW-55-Standard. Das Konzept beinhaltet eine hochwertige Dämmung und LED-Beleuchtung. Die Wärmeversorgung erfolgt gänzlich aus erneuerbaren Energien durch Anbindung an das vorhandene Blockheizkraftwerk einer landwirtschaftlichen Biogasanlage auf dem Grundstück des benachbarten Rathauses.