Brand bei Recyclingbetrieb

Zunächst bekämpfen die Einsatzkräfte das Feuer in der Halle der Recyclingfirma aus sicherer Distanz. (Foto: Feuerwehr Uetze)

Gelagertes Öl und Gasflaschen in der Firmenhalle erschweren Löscharbeiten / Feuerwehr setzt mehr als 800 Liter Schaummittel ein

UETZE (fh). Dichte Rauchschwaden hingen am vergangenen Samstagabend über dem Betriebsgelände der Firma Hermann Brockmann Recycling an der Rudolf-Diesel-Straße. Eine 1000 Quadratmeter große Halle, in der auch ölhaltige Produkte sowie einige Gasflaschen lagerten, war in Brand geraten. Während der Löscharbeiten wurde eine Einsatzkraft wegen Kreislaufproblemen vorsorglich mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte gab es nicht. "Dank günstiger Windverhältnisse zog der Rauch von der Ortschaft weg, sodass davon keine Gefahr für die Bevölkerung ausging", betont der Pressesprecher der Gemeindefeuerwehr Uetze, Uwe Richter.
Die Halle wurde durch das Feuer vollständig zerstört; außerdem wurde ein angrenzendes Wohnhaus beschädigt. Nach Schätzung der Polizei ist dabei ein Gesamtschaden von etwa 200.000 Euro entstanden. Nach eingehenden Untersuchungen am Montag gehen die Ermittler davon aus, dass eine Selbstentzündung das Feuer ausgelöst hat. "Hinweise auf Fahrlässigkeit gibt es nicht. Eine Selbstentzündung kann immer vorkommen", sagt Antje Heilmann, Pressesprecherin der Polizeidirektion Hannover.
Das Feuer ist gegen 21.20 Uhr ausgebrochen. Zuerst wurde die Ortsfeuerwehr Uetze alarmiert. Schon von weitem sahen die Einsatzkräfte den dichten Rauch und forderten deshalb Verstärkung an. Nach und nach rückten dann auch die Ortsfeuerwehren aus Dollbergen, Hänigsen, Eltze und Dedenhausen an. Insgesamt waren an dem Abend 110 Feuerwehrleute mit 16 Fahrzeugen im Einsatz. Auch der Gemeindebrandmeister Tobias Jacob, sein Stellvertreter, zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, sowie die Polizei waren vor Ort.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte standen bereits große Teile der Firmenhalle in Flammen. Die Bewohner eines direkt angrenzenden Wohn - und Geschäftshauses hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits selbständig in Sicherheit gebracht und waren unverletzt geblieben. Das Haus wurde vorsorglich mit Wasser gekühlt, sodass dort keine größerer Schaden entstanden seien.
In der Halle waren mehrere Gasflaschen gelagert, von denen eine bereits geborsten war, sodass anfangs Explosionsgefahr bestand. Zunächst bekämpften die Einsatzkräfte das Feuer deshalb aus sicherer Distanz. Im weiteren Verlauf gingen mehrere Trupps unter Atemschutz vor. Wegen der ölhaltigen Produkte konnte die Feuerwehr nicht mit Wasser, sondern ausschließlich mit Schaum löschen. Dabei verbrauchte sie 43 Kanister Schaummittel à 20 Liter ein. Dadurch war das Feuer gegen 22.42 Uhr weitestgehend gelöscht. Die Nachlöscharbeiten zogen sich allerdings noch bis in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages hin.