Blaues Haus wird Ort der Begegnung

Der Vorsitzende des Heimatvereins Dollbergen Henning Rase (links) gibt dem Vorsitzenden der CDU-Regionsfraktion Bernward Schlossarek (6. von rechts), dessen Stellvertreter Oliver Brandt (4. von rechts) und weiteren Regionsabgeordneten einen Einblick in die Pläne zum „Blauen Haus“.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Dollbergen führt Regionsabgeordnete
durch das Gebäude und stellt das Projekt vor

DOLLBERGEN (dno). Das „Blaue Haus“ in Dollbergen hat schon eine bewegte Vergangenheit hinter sich. 1950 erbaut, wurde es nach dem 2. Weltkrieg bis etwa 1955 als Behelfsschule genutzt, später als Jugendheim oder Bewegungsraum für die Kinder des angrenzenden Kindergartens. Zuletzt, von 2015 bis Anfang 2017, diente es als Flüchtlingsunterkunft – seitdem steht es leer. Im Oktober 2018 wurde das Holzhaus unter Denkmalschutz gestellt.
Nun soll es saniert werden, um dann als „Haus der Begegnung“ für vielfältige Zwecke im Dorf genutzt werden zu können. „Wir stellen uns vor, dass hier Veranstaltungen, Spieleabende, Kurse oder auch Ausstellungen stattfinden können“, erklärt Henning Rase, Vorsitzender des Heimatvereins Dollbergen. Zudem soll das Obergeschoss, das seinerzeit als Lehrerwohnung diente, dann als Vereinsarchiv dienen.
Bei einem Vor-Ort-Termin besichtigten der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion Bernward Schlossarek, sein Stellvertreter Oliver Brandt und weitere Regionsabgeordnete das Holzgebäude an der Alten Dorfstraße 21. „Das ist schon beeindruckend. Es ist interessant zu hören, welche Geschichte das Haus hat“, so Brandt.
Rase betonte bei der kleinen Führung durch das Gebäude: „Wir möchten, dass das 'Blaue Haus' für das Dorf erhalten bleibt und auch nutzbar ist.“ Wichtige Voraussetzungen dafür seien jetzt geschaffen: Denn der erforderliche Pachtvertrag liege der Gemeinde bereits zur Unterschrift vor und auch die Maßnahmen zur Instandhaltung seien umsetzbar. „Das Haus ist in einem verhältnismäßig guten Zustand. In der Region Hannover ist es die einzige Behelfsschule, die so noch steht“, sagt Manfred Kohler, zuständig für den Bereich Bau- und Kunstdenkmalpflege bei der Region Hannover, der eine Bestandsaufnahme des Holzhauses gemacht hat.
Diese diente dann einem Magdeburger Architekturbüro als Grundlage für die Erstellung von zwei Sanierungskonzepten. Mittlerweile hat sich der Heimatverein bereits für eines entschieden und bis Ende Februar ist die finale Fassung zu erwarten. Für die Sanierungsarbeiten entstehen Kosten von etwa 20.000 Euro. Die Region Hannover fördert das Projekt mit einem Zuschuss von 16.500 Euro, der Rest wird aus der Vereinskasse getragen. Geplant sind zudem Eigenleistungen durch den Verein. Dazu zählen eine teilweise Entkernung und der Außenanstrich. Eine Herausforderung, denn „der spezielle Farbton ist nicht so leicht zu finden“, erklärt Henning Rase.
In Zukunft soll sich das „Blaue Haus“ durch die Mitgliedsbeiträge finanzieren, aber auch „durch Abgabe eines Obolus bei Anmietung der Räume ist denkbar“, überlegt der Heimatverein. Zum Sommerfestival der neun Dörfer in Uetze, Mitte Juni 2020, soll das „Blaue Haus“ fertiggestellt sein.