Auto bricht durch Kirchenwand

Ein schwarzer Mercedes ist am Mittwoch durch die Wand der Michaeliskirche in Katensen gebrochen.

84-jähriger Fahrer bleibt bei dem Unfall unverletzt

Katensen (fh). Die gestapelten Stühle sind umgekippt und die großen Bilder hängen schief an der Wand. Unter ihnen ragt die Motorhaube eines schwarzen Mercedes E-Klasse durch die Mauer in den Innenraum – angestrahlt von den Deckenleuchten, die noch einwandfrei funktionieren. Dieses ungewöhnliche Bild bot sich am Mittwoch, 3. November, beim Betreten der Michaeliskirche in Katensen. „Aus Filmen kennt man solche Szenen ja, aber hier in unserer Kirche wirkt das ziemlich surreal“, sagte die Küsterin Ulrike Elgert.
Am Mittwochvormittag gegen 10.40 Uhr war ein 84-jähriger Autofahrer mit solcher Wucht gegen die Wand der Michaeliskirche am Burgdorfer Weg gefahren, dass das Fahrzeug die Mauer durchbrach. Der Fahrer blieb bei dem Unfall glücklicherweise unverletzt. Er habe angegeben, dass er beim Ausparken Bremse und Gas verwechselt habe. Die Polizei hat Ermittlungen zur Unfallursache und dem genauen Hergang aufgenommen. Den Schaden an dem Auto beziffert sie auf rund 1000 Euro. Wie viel die Instandsetzung der Kirche kosten wird, ist noch völlig unklar.
Nachdem am Mittwoch ein Statiker vor Ort war, hat ein Dachdeckerbetrieb mit dicken Balken eine Hilfskonstruktion gebaut, um die Empore abzustützen, die sich im Innenraum direkt über der Unfallstelle befindet. Am Donnerstagmorgen konnte der Mercedes dann mit eigener Motorkraft wieder aus der Kirche herausfahren. Das Loch in der Mauer wurde anschließend von außen mit Grobspanplatten abgedeckt. „Jetzt warten wir auf einen Gutachter von der Versicherung des Unfallfahrers“, erläutert die Küsterin Ulrike Elgert. Erst dann könnten die nächsten Schritte für die Reparatur geplant werden.
Wahrscheinlich wird die Orgel aus der Michaeliskirche vorübergehend beim Orgelbauer eingelagert. „Sie ist ganz eingestaubt und muss auf jeden Fall gereinigt werden. Wenn wir sie erst einmal aus der Kirche herausholen können, verhindern wir auch, dass während der Bauarbeiten weitere Verschmutzungen oder Schäden hinzukommen“, erläutert die Küsterin.
Schon jetzt stehe fest, dass die nächsten Gottesdienste zum Volkstrauertag und zum Ewigkeitssonntag nicht in der Michaeliskirche stattfinden können. Am Donnerstagabend wollte der Kirchenvorstand über eine mögliche Verlegung nach Uetze beraten. Die Entscheidung stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.