„Auf dem Uetzer Weihnachtsmarkt stimmt das Publikum!“

Der Posaunenchor sorgt für weihnachtliche Stimmung auf dem Hindenburgplatz. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Im Vergleich zum Weihnachtsmann ist es noch jung – Dieter Manfraß schreibt die Wünsche der Kinder in sein Buch. (Foto: Svenja Steinseifer)

Uetzer Ring ist zufrieden mit der Resonanz auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt

UETZE (svs). Seit Jahren ist er mit Schlitten, Engel und Buch für den Uetzer Ring auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Freiwillig. „Dieses Buch“, sagt Dieter Manfraß und zeigt auf den schwarzen Ledereinband, „ist schon 100 Jahre alt. Hier schreibe ich die Wünsche der Kinder hinein“. Alle Jahre wieder verwandelt sich Dieter Manfraß aus Überzeugung in den Mann mit Rauschebart und rotem Mantel.
Er kennt sie – die Wünsche der Kinder. Gewissenhaft trägt er sie ein und auf keinem Weihnachtsmarkt darf sein Buch fehlen. „Ich schreibe alles auf“, erzählt er, „und einmal habe ich ein Kind nach einem Jahr wieder getroffen und konnte ihm seinen Wunsch zeigen!“ Mit Schlitten, Geschenken und Buch verteilt Dieter Manfraß kleine Geschenke an die Kinder und manchmal bekommt er auch welche. Aber für den Weihnachtsmann zählt vor allem eins: „Die strahlenden Kinderaugen sind das Größte!“ Jedes Jahr zieht er los, weil er es gern macht und ist eine Attraktion auf dem Uetzer Weihnachtsmarkt.
„Jeden Tag öffnen wir ein Fenster von der großen Pyramide“, erzählt Jörg van Ditzhuyzen, 2. Vorsitzender des Veranstalters Uetzer Ring, „dieses Jahr sind es mehr Aussteller als sonst.“ Van Ditzhuyzen zeigt sich zufrieden mit der Resonanz des Marktes. Von selbst gestrickten Socken über ausgefallene Mützen bis hin zu kunstvoll bemalten Dachziegeln bieten die ca. 35 Aussteller weihnachtliche Accessoires und kulinarische Genüsse.
„Den letzten Käse vor der Autobahn“ gibt es bei Jens-Christian Kurtze. „Ich bin auf vielen Weihnachtsmärkten unterwegs“, sagt der selbst ernannte „Nordtiroler“ aus Burgwedel, „aber hier stimmt das Publikum!“ Für Kurtze sei der Markt „eine sehr schöne Geschichte und keine reine Verkaufsveranstaltung“. Auch John Piper genießt das weihnachtliche Ambiente mit Posaunenchor und Gesang. „Hier ist es immer schön, es gefällt uns sehr sehr gut“, sagt der gebürtige Engländer, „für die Kinder ist natürlich das Karussell eine tolle Attraktion.“ Lene und Frederick möchten ihren Wunsch nicht verraten, aber den Weihnachtsmann haben sie schon getroffen.
Neu mit dabei ist Udo Deister, er bietet Beratungen über den Bau mit „Mondholz“ an. „Manche mögen es vielleicht für blödsinnig halten“, räumt van Ditzhuyzen ein, „aber es funktioniert!“ Sein Wissen über das besondere Holz teilt Udo Deister gern. „Das Holz muss zu einem bestimmten Termin geschlagen werden“, erklärt der Forstwirt, „je nach dem was meine Kunden brauchen – ob kein Wurm rein kommen soll oder ob es sich nicht verziehen soll.“ Während einer Tagung des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e. V (KWF) habe Deister zum ersten Mal vom „Mondholz“ gehört und bislang „wirklich gute Erfahrungen damit gemacht“.
„Holz das zur Sommersonnenwende geschlagen wurde, kann zum Beispiel sofort verarbeitet werden“, erklärt er, „es ist sagenhaft und die Wissenschaft rätselt!“ Im 15. Jahrhundert soll es immerhin sieben Jahre gedauert, um ein Bauernhaus zu errichten. „Immer muss es schnell gehen“, sagt Deister, „die Menschen haben einfach keine Zeit mehr! Und so ein Mensch möchte ich nicht werden!“ Auch Dieter Manfraß nimmt sich Zeit für die Wünsche der Kinder. Und auch wenn Lene und Frederick ihre geheim halten – vielleicht stehen sie ja in dem dicken schwarzen Buch.