Auch im Wasser Abstand halten

Bademeister Dennis Brandes bereitet das Schwimmbecken für die neue Saison vor. (Foto: Sonja Trautmann/Freibad Uetze)
 
Bademeister Dennis Brandes sprengt den Rasen, damit die Besucher im Freibad Uetze ab dem 30. Mai grüne Liegewiesen vorfinden. (Foto: Sonja Trautmann/Freibad Uetze)

In den nächsten Wochen werden die Freibäder in Burgdorf und Uetze nach und nach öffnen

BURGDORF/UETZE (fh). Die Reparaturarbeiten sind erledigt, das Becken ist mit Wasser gefüllt und am Mittwoch soll der Verkauf der Saisonkarten beginnen. Eigentlich alles wie immer im Freibad Uetze? Nicht ganz, auch dort müssen wegen der Corona-Epidemie strenge Auflagen eingehalten werden. „Es gibt für uns in diesem Jahr eine Menge zu bedenken“, sagt Michael Kropp, Vorstandsmitglied der Freibadgenossengeschaft.
Die gute Nachricht: Am nächsten Samstag, 30. Mai, kann der Betrieb im Freibad Uetze (Bodestraße 11) voraussichtlich starten und damit kaum später, als ursprünglich angedacht. Zulässig wäre das nach den Plänen der Landesregierung bereits wieder ab Montag. „Aber diese Ankündigung kam so kurzfristig, dass wir das nicht mehr geschafft haben. Schließlich braucht unser Filter ein paar Wochen Vorlauf“, erläutert Kropp. Zudem gebe es zwar Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Badewesen (DGfdB), aber noch keine offiziellen Vorgaben der Landesregierung.
Auch die anderen Freibäder wollen deshalb zunächst abwarten: Im Hallenfreibad Burgdorf (Am Nassen Berg 24) stand der Eröffnungstermin bei Redaktionsschluss noch nicht fest, im Bio-Waldbad Ramlingen (Grüne Allee) soll es am Samstag, 6. Juni, losgehen. „Damit sind wir aber noch voll in unserem Zeitplan. Weil unser Becken nicht beheizt ist, öffnen wir immer erst Anfang Juni“, betont die Vorsitzende des Fördervereins Sabine Scheems-Schnellinger.
Das Freibad Hänigsen (Am Fließgraben 32 ) will bereits am Montag, 25. Mai, seine Türen öffnen. Allerdings zunächst noch nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für die rund 1700 Mitglieder der Genossenschaft. „Das ist für uns eine Art Probebetrieb, um zu sehen, ob unsere Maßnahmen funktionieren“, erläutert der Vorstandsvorstitzende Rainer Lindenberg. Auch das gehe aber nur, wenn bis dahin ein entsprechender Erlass des Landes vorliege und dieser keine unerwarteten Hürden für die Bäder enthalte. Ab dem 8. Juni soll das Hänigser Freibad dann wieder für alle Gäste zugänglich sein, so der Plan.
In jedem Fall müsse die Besucherzahl begrenzt werden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Die Freibadgenossenschaft Uetze hat ausgerechnet, dass sich auf ihrer rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche gemäß der Vorgaben etwa 600 Besucher gleichzeitig aufhalten könnten. Wochentags bei mäßigem Wetter komme man damit gut hin, aber an heißen Sommerwochenenden werde sich die Begrenzung deutlich bemerkbar machen. „In der Spitze hatten wir im vergangenen Jahr bis 1700 Gäste“, setzt Kropp in Relation. Die damit einhergehenden Einbußen seien auch deshalb schmerzlich, weil die Genossenschaft in der Winterpause erneut investiert habe, unter anderem in Umkleide, Toi­lette und Dusche für Menschen mit Behinderung.
Für das Becken im Freibad Uetze gelten noch einmal besondere Beschränkungen: Dort dürften sich maximal 150 Badegäste gleichzeitig aufhalten. „Wir verteilen deshalb am Eingang bunte Bändchen und hängen einen Zeitplan aus, wann die rote, blaue oder gelbe Gruppe ins Wasser darf“, beschreibt Kropp. Außerdem solle es einen getrennten Zu- und Abgang zum Becken geben und auf die Holzmöbel am Beckenrand müsse man verzichten, weil sich die Menschen dort nicht länger aufhalten sollten. Der Kiosk werde zwar öffnen, biete vorerst aber weder Currywurst und Pommes noch Alkohol an, sondern nur kleine Snacks, die die Besucher mit zu ihren Plätzen auf der Liegewiese nehmen können. „Wir müssen unser Konzept natürlich noch mit den Auflagen der Landesregierung abgleichen, aber aus unserer Sicht hat es Hand und Fuß“, so Kropp.
Er freue sich auf die Eröffnung, auch wenn das Baden unter diesen Bedingungen nicht so entspannt werde wie sonst. „Die Atmosphäre wird in diesem Jahr sicherlich anders sein“, vermutet auch Scheems-Schnellinger. Das Waldbad in Ramlingen sei sonst im Sommer ein beliebter Treffpunkt für die Dorfbewohner und es gehe dort sehr persönlich zu. Viele begrüßten sich mit Handschlag oder Umarmung und setzten sich zusammen zum Reden. „So unbeschwert und fröhlich wird das in diesem Jahr wohl nicht ablaufen“, prognostiziert sie.
Der Besucherbeschränkung blickt Scheems-Schnellinger derweil entspannt entgegen. „Wir haben eine Riesenfläche, sodass wir rund 360 Gäste einlassen können“, sagt sie. Das dürfte in den allermeisten Fällen ausreichen. „Nur zu besonderen Anlässen wie der 80-Jahr-Feier sind auch mal 500 Menschen ins Waldbad gekommen“, erinnert sie sich. Auch die Zahl von 40 bis 50 Schwimmern im Becken liege im Normalbereich. „Das wichtigste ist für uns jetzt also, dass die Menschen nicht zu ängstlich sind und trotz der Einschränkungen kommen“, wünscht sie sich.
Sie sei sehr gespannt auf die Resonanz. Noch könne sie das nicht einschätzen, weil der Saisonkartenverkauf erst beginnt, wenn das Bio-Waldbad öffnet. Im Freibad Uetze sind die Saisonkarten erstmals am Mittwoch, 27. Mai, von 16 bis 19 Uhr erhältlich. Nur von den 270 Inhabern einer Dauerkarte habe man die Beiträge bereits eingezogen. „Auch damit haben wir gewartet, bis der Saisonstart feststand, aber etwa die Hälfte hat uns das Geld schon vorher zukommen lassen, um uns zu unterstützen“, zeigt sich Kropp dankbar.