Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen

Bei den leichten Diebstählen gab es in der Gemeinde Uetze einen Rückgang, die Zahl der schweren Diebstähle hingegen stagniert. (Foto: Polizei Burgdorf)

Polizeiinspektion stellt Kriminalstatistik für 2018 vor: In der Gemeinde Uetze ist die Zahl der Straftaten leicht angestiegen

UETZE (r/fh). Im vergangenen Jahr hat die Polizei in der Gemeinde Uetze 284 Diebstähle registriert, 18 weniger als im Jahr 2017. Dies entspricht einem Rückgang um knapp 6 Prozent. Der Gesamtanteil der Diebstahldelikte an der Kriminalitätsbelastung in der Gemeinde Uetze liegt bei etwa 29 Prozent, das heißt sie stellen deutlich mehr als ein Viertel aller Straftaten dar. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich lag im Jahr 2018 bei rund 28 Prozent. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die die Polizeiinspektion Burgdorf kürzlich veröffentlicht hat.
Während die Zahl der einfachen Diebstählen zurückgegangen ist, gibt es bei den schweren Diebstählen kaum eine Veränderung. Ein deutlichen Anstieg ist bei den Einbrüchen in Wohnungen und Wohnhäuser festzustellen. In diesem Bereich registrierte die Polizei 28 schwere Diebstähle aus Wohnungen und damit 16 mehr als ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der Kraftfahrzeugdiebstähle hat der Statistik zufolge zugenommen. 2017 hatte die Polizei vier registriert, im vergangenen Jahr waren es nun acht. Außerdem sind in der Kriminalstatistik 41 Fahrraddiebstähle aufgelistet und damit drei mehr als ein Jahr früher.
Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 981 Straftaten in Uetze registriert; im Jahr davor waren es 914. Gegenüber ihrem hohen Stand vor etwa zehn Jahren sind die Zahlen aber deutlich zurückgegangen. So hatte die Polizei 2010 noch insgesamt 1137 Straftaten in der Gemeinde verzeichnet. Rund 62 Prozent aller Straftaten konnte die Polizeiinspektion aufklären.
Dabei wurden 189 Gewalttaten zur Anzeige gebracht, die in der Kriminalstatistik unter der Bezeichnung "Rohheitsdelikte" auftauchen. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber 2017 und liegt auch über dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Allerdings ist dieses Deliktfeld großen Schwankungen ausgesetzt, eine eindeutige Tendenz zeichnet sich nicht ab. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei über 90 Prozent. Körperverletzungen machen den größten Anteil der Rohheitsdelikte aus; 2018 waren es 138 Fälle. Bei den übrigen Taten in diesem Bereich handelt es sich beispielsweise um Raub, räuberische Erpressung, Bedrohungen und Nötigungen.
Im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt wurden im Bereich der Gemeinde Uetze 53 Straftaten bekannt - eine Zunahme um mehr als 40 Prozent gegenüber 2017. Auch in den Vorjahren hatte sich schon eine steigende Tendenz abgezeichnet. In mehr als der Hälfte der bekanntgewordenen Fälle handelte es sich um Körperverletzungsdelikte. In sechs Fällen wurde wegen Nachstellung, sogenanntem Stalking, ermittelt. Zu diesem Deliktfeld zählen außerdem sexuelle Nötigung, Stalking, Bedrohung, Beleidigung und Freiheitsberaubung. Die Steigerung der Fallzahlen ist insbesondere auf vier Paarbeziehungen zurückzuführen, in denen es wiederholt zu Straftaten im Kontext der häuslichen Gewalt kam.
Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist im Berichtszeitraum wieder deutlich gestiegen. Während 2017 noch in 158 Fällen ermittelt wurde, waren es 2018 in diesem Deliktsfeld 189 Straftaten. Dies entspricht einer Zunahme um fast ein Fünftel. Die Aufklärungsquote ist hier mit über 85 Prozent erfahrungsgemäß sehr hoch. Im Bereich des Waren- und Warenkreditbetruges haben sich die bekannt gewordenen Straftaten nahezu verdoppelt auf insgesamt 106 Straftaten. Dies stellt den höchsten Wert im Vergleichszeitraum dar. Zurückzuführen ist diese Steigerung in erster Linie auf mehrere Ermittlungsverfahren, bei denen Einzelpersonen fortgesetzt Warenbetrügereien begingen. Gegen eine Beschuldigte wurde mittlerweile eine Freiheitsstrafe verhängt.
Der rückläufige Trend der bekannt gewordenen Sachbeschädigungen seit 2014 setzte sich auch 2018 fort. Die Fallzahlen gingen im Berichtszeitraum um elf Straftaten zurück. Im Jahr 2018 konnte die Polizei in etwa 21 Prozent der Fälle die Täter ermitteln.
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Cannabis erneut gestiegen, und zwar von 40 Straftaten im Jahr 2017 auf 49 Straftaten im Berichtszeitraum. Der Anstieg der Fallzahlen ist vor allem auf mehrere Ermittlungsverfahren zurückzuführen, die gegen insgesamt vier Personen geführt wurden. Zwei der Beschuldigten wurden zwischenzeitlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.